Prolog
Es war ein ruhiger Sonntagnachmittag, als Tessa Wagner sich unter einen großen, ruhigen Baum im Schatten setzte und ihr Tagebuch hervorholte. Sie hatte entschieden ihre Geschichte aufzuschreiben, um niemals zu vergessen, was in den letzten Jahren geschehen war.
"Wenn ich an die Zeit zurückdenke, als ich noch ein kleines Mädchen war, so kommt sie mir so leicht und unbeschwert vor, gleich einer samtenen Feder, die sich in die Lüfte erhebt, ohne zu wissen, was Schwerkraft und Trauer oder Anstrengung sein könnten.
Lange Zeit glaubte ich mich eingehüllt in diese weiche Blase aus Friedseligkeit, in der mich nichts und niemand stören konnte außer meinen eigenen manchmal traurigen Gedanken, die oft solche Nichtigkeiten zum Anlass fanden, dass sie mir heute tatsächlich ein feines Lächeln entlocken können."
Tessa sah auf. Über ihr rauschten die Blätter des Baumes, als wollten sie ihren zitternden Fingern Ruhe und Erhabenheit einflößen. Für einen Moment zauderte sie, ob sie wirklich weiterschreiben sollte. Zu sehr spürte sie die Angst vor all den Erinnerungen und den damit verknüpften Empfindungen, welche ihr Herz zusammenzogen und es sich wie ein schwerer, nasser Sack anfühlen ließen - und es gleichzeitig zu seltsam flattrigem Schlag verleiteten.
Sie stand auf und holte tief Luft. Hier stand sie nun, mit ihren 24 Jahren, kurz vor dem Abschluss ihres Studiums. Ihre hellblauen Augen funkelten im Sonnenlicht und ließen nichts von den Leiden erahnen, die sie nur wenige Jahre zuvor durchlebt hatte.
Doch nun war ihre Geschichte zu Ende ... und fing vielleicht gerade erst an? Vieles war geschehen in diesen Jahren und eigentlich fühlte sie sich heute glücklich, sehr glücklich sogar. Doch um sich mit allem, was ihr widerfahren war, endgültig auszusöhnen, musste sie zurück eintauchen in diese Zeiten, in denen sich Licht und Schatten abwechselten, aufeinander folgten wie flattrige Wimpernschläge und sie mit Leichtigkeit hinauf- und herabschleuderten, ohne sie jemals wissen zu lassen, ob sie am Ende in die Dunkelheit stürzen oder weich gefangen würde.
So setzte Tessa sich wieder in den Schatten des Baumes und begann zu schreiben. Vor ihren Augen lebten all die Menschen auf, die ihr nahe standen. Sie sah ihren Vater auf der Couch sitzen und Zeitung lesen, wie er es so oft tat.
Er war erfolgreicher Anwalt und selten zu Hause. Er liebte seine Arbeit, reiste viel in der Welt umher, um große Firmen zu vertreten. Er ermöglichte auf diese Weise seiner kleinen Familie ein luxuriöses, angenehmes Leben - aber viel voneinander hatten sie nie gehabt.
Ihre Mutter hatte sich nach der Hochzeit einen Traum erfüllt und ein Kosmetikstudio in der Innenstadt eröffnet. Entsprechend unpassend kam die Schwangerschaft mit Tessa, doch ihre Mutter ließ dies ihre Tochter nie spüren. Auf ihre Karriere zu verzichten kam ihr dennoch nicht in den Sinn.
So war es kein Wunder, dass Tessa als wärmste und gegenwärtigste Person ihrer Kindheit und Jugend nur ein Bild vor Augen hatte:
Tante Tru!
Tante Tru war wohl die gütigste Person, die man sich vorstellen konnte. Nur wenige Monate nach Tessas Geburt stellte man sie als Haushälterin und Kindermädchen ein. Sie kümmerte sich um alles, wofür Mutter und Vater keine Zeit hatten - und das war eine Menge.
Sie kochte, backte und putzte und hielt das Haus in perfekter Ordnung.
Doch was viel wichtiger war - sie war für Tessa da, wann immer diese sie brauchte. Sie war es, die ihr Pflaster auf die Wunden klebte, wenn sie sich ein Bein aufgeschürft hatte und sie war es, die ihr meistens eine GuteNacht Geschichte vorlas.
Als Tessa älter wurde, begann sie die Einsamkeit im Haus zu genießen. Sie nutzte die Freiheiten, die ihre Eltern ihr ließen, aber sie nutzt sie nie AUS. Oft versammelte sich die komplette Clique im Wagnerschen Wohnzimmer und schlug die Zeit tot.
Lächelnd musste Tessa daran denken, als sie den Stift ansetzte. Doch wo waren heute all ihre Bekannten aus der damaligen Zeit? Sie wusste es nicht.
So begann sie zu schreiben: "Nach dem Abitur gingen wir alle unsere Wege. Manche von uns begannen zu studieren und zogen in andere Städte, verteilt über den ganzen Globus. Andere begannen eine Ausbildung und vergassen ihre alten Freunde gänzlich. Wir verstreuten uns in alle Himmelsrichtunge und jeder von uns fand seinen ganz eigenen Weg. Und so brachte mich der meine eines Tages zu... Jess."


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Asche über mein Haupt! Ich freu mich sehr, dass Du wieder mitliest! Auf Jess darfst Du gespannt sein, aber erstmal bleibt es nur ein Name

) von Anfang an dabei. Und mein Name, ich heiße nämlich Wagner mit Nachnamen, kommt endlich auch mal vor. Bis jetzt gefällt mir die Geschichte sehr gut, ich hatte im Kindergarten mal nen Freund, mit dem ich später auch mal ne Familie gründen wollte xD! Ich hab ja viel mit Tessa gemeinsam. Und der Junge hatte auch braune Haare...Bist du zufällig Spion? Mittlerweile hab ich mich tüchtig mit ihm gezofft....
Ich musste so lachen als sie zur Uhr gesehen hatte.( "Das gibt es nicht!" rief sie. "Es kann nie im Leben fünf Uhr abends sein!") das fand ich so toll.


























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