Riverview - Die Geheimnisse einer Kleinstadt II

  • Hi Leute,


    Nach monatelanger Pause melde ich mich mit meiner Fortsetzung von Simling sucht Frau zurück. Diesmal geht es aber wieder richtig weiter. Mein kleiner Fehltritt mit der Kreuzfahrtgeschichte... vergesst die einfach. ^^


    Ich hoffe ihr seid auch dieses Mal weider mit an Bord, wenn Rüdiger, Jakob , Silke und all die anderen weider versuchen die dunklen Geheimnisse in ihrer Kleinstadt aufzudecken.
    eines kann ich schon jetzt versprechen: Ich versuche es so spanend wie bei Simling sucht Frau zu gestalten. Für alle die, die neu einsteigen, die müssen nicht unbedingt Simling sucht Frau lesen, es wäre aber sicher zu empfehlen.


    Also, hier ist schon mal Folge 1 für euch.


    Schon im Vorraus danke fürs Lesen!



    -riverview-
    Geheimnisse einer Kleinstadt




    Folge 1: Der letzte Sommertag




    Es war wie so oft ein warmer Spätsommermorgen in der gemütlichen Kleinstadt Riverview. Es war ein perfekter Tag um sich noch ein letztes Mal um die verbliebenen Pflänzchen im Garten zu kümmern.




    Die letzte Chance noch einmal einen Ausflug mit dem schicken Cabrio zu unternehmen und dabei den entzückenden Frauen zu imponieren.




    Aber es war auch der Tag, an dem eine junge Familie neu einzog. Eine Familie, die so normal zu sein schien, dass niemand etwas negatives über sie denken oder gar sagen konnte.
    Bereits beim Ausladen ihrer Möbel achteten sie genau darauf, dass sie keinen Nachbar störten oder etwas beschädigten. Ja, man hätte meinen können, dass diese drei Menschen die besten Nachbarn der Welt wären...




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    Es war kurz vor zwölf, als Jakob Winter sein Architekturbüro verließ und die Tür verschloss. Wie immer war er froh endlich nach Hause zu kommen um sich etwas zu entspannen. Leider war sein Cabrio gerade in der Werkstatt, sonst hätte er gerne noch eine kleine Spritztour gemacht, aber daraus wurde jetzt wohl nichts. Das Taxi wartete bereits.




    Sein Leben hatte sich verändert. Sehr verändert. Vor wenigen Monaten war er noch auf dem besten Weg ein Vermögen zu machen, doch nun hielt er sich mit dem Neubau von Würstchenbuden und dem Redesign von Bushaltestellen über Wasser. Es lief absolut schlecht für ihn. Und ob er sein Cabrio noch halten konnte hing ganz davon ab, ob sich die Finanzlage im Land änderte, oder nicht. Nur noch Sarah, seine neue Sekretärin und Zeichnerin war von seinem ehemalig neunköpfigen Mitarbeiterstab übrig geblieben. Auch, wenn er die Zahlen schwarz auf weiß sah, er wollte einfach nicht einsehen, dass es vorbei war. Er hatte versagt.
    Er schloss die Augen, als das Taxi losfuhr. Sofort schossen ihm die schrecklichen Bilder durch den Kopf. Blut, der Knall und seine ehemalige beste Freundin und Sekretärin Doris Altburgh.




    „Niemand konnte mich jemals verstehen. Schau mich an, ich bin eine 35 jährige Jungfrau. Die einzigen Freunde, die ich habe sind die Fliegen an meiner Wand. Ich habe einfach nur geglaubt, dass ich ein besseres Leben haben könnte. Doch dann bist du aufgetaucht! Ich dich Manuela.“
    Jakob sah vor seinem inneren Auge, wie Doris die Waffe hob und auf Manuela zielte. Der Moment fühlte sich real an. Zu real.
    Und ertönte der Knall und er sah, wie Doris blutverschmiert am Boden lag.



    Sein Herz raste. Manuela, mit der Waffe in der Hand taumelte nach hinten.


    Jakob riss sich aus seiner Gedankenwelt heraus und wies den Fahrer an anzuhalten. Er würde zu Fuß weitergehen. Das wäre sicher besser für ihn. Die Sonne über ihn ließ seine Haut kochen. Ihre Strahlen bohrten sich brutal in ihn hinein. Er musste an etwas anderes denken. Doch er konnte nicht. War es richtig Manuela zu decken? Schließlich war es doch Notwehr gewesen... oder etwa nicht...


    „Hilfe! Hilfe!“, rief auf einmal jemand hinter ihm.
    „Was zu Hölle...“


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    [SIZE=6]Die Simlinge von Riverview[/SIZE]
    [SIZE=4]Eine Kleinstadt und ihre Geheimnisse [/SIZE]


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  • Erst Mal super, dass ihr weider mit dabei seid. Und damit ihr nicht noch länger auf die Folter gespannt werdet, geht es auch gleich, nachdem ich meinen Senf abgegeben habe, auch wieder weiter. Also...


    Manuela wurde also nicht verhaftet,wie die beiden nur da raus gekommen sind,aber zusammen scheinen Jakob und Manuela nicht zu sein.


    Lass dich mal überraschen, was zwischen den beiden steht. Ich hoffe, dass ich ihre Beziehung etwas näher beleuchten kann.


    Oh, ich bin richtig froh, dass es weiter geht! Und klar lese ich weiter mit!
    Rüdiger ist so richtig niedlich, wie er sich auf sein zukünftiges Leben freut. Aber wer ist denn diese Frau an seiner Seite? Ich denke nicht, dass die im vorrigen Teil schonmal vorkam. Na, mal sehen was da noch passieren wird, denn ich glaube nicht dass es eine konventionelle Ehe wird.


    Wie schon im vorherigen Teil hast du ein gutes Auge für meine Storys, ^^
    Aber mal sehen, was hinte dieser schnellen Ehe wirklich steckt und vorallem wer diese Frau ist. So viel kann ich schon mal sagen: Sie ist anders, asl alle anderen Frauen...



    Aber genug der Reden geschwungen. Hier gehts direkt weiter!


    -riverview-
    Geheimnisse einer Kleinstadt



    folge 2: neues leben...



    Etwa 14,3 Kinder werden Jährlich in der Kleinstadt Riverview Geboren. Neues Leben, dass von allen Bürgern sehr geschätzt und gefeuert wird. Wer freut sich schließlich nicht über kleine Schreihälse, die bei jeder Gelegenheit ein Häufchen machen und dabei so niedlich gucken können, dass man dahin schmelzen könnte? Doch bevor Rüdiger Himbert überhaupt über das Schaffen von neuem Leben nachdenken kann, muss er erst einmal die Feuertaufe seines neuen Lebens meistern: Der Ehe.




    Nathalie Böhm hatte schon viele neue Leben durchlebt. Da waren zum einen sechs Umzüge innerhalb von drei Jahren, davon zwei in ein und das selbe Haus. Und zum anderen die Scheidung ihrer geliebten Zieheltern. Und nun lebte sie bei Rüdiger. Ihrem geliebten Rüdiger.


    „Ist es nicht einfach herrlich, Schatz?“, fragte Rüdiger und kam mit einem breiten grinsen aus dem Badezimmer. Zu gerne würde Nelly, wie Nathalie genannt wurde ihren frischen Ehemann die Wahrheit sagen, doch sie hatte nicht gerade Lust schon nach einer Woche Ehe eine Krise herbei zu beschwören. Also tat sie das, was jede gute Ehefrau tat, sie log.




    „Es ist schön hier bei dir. So... hell... sag mal, ist das eine Ratte?“
    Oh je, da war sie, die Frage vor der Rüdiger schon lange angst hatte. Aber gut, er musste das tun, was jeder gute Ehemann tun musste: Er war ehrlich.
    „Das ist... Mr. Tompson. Er ist so etwas wie mein … Haustier. Nur ohne Käfig. Er kann halt überall herumlaufen. Auch in der Zuckerdose. Obwohl da eher Tamara ihr Plätzchen hat.“
    Für einen Augenblick hatte Rüdiger das Gefühl, dass seine Ehefrau gleich anfangen würde zu schreien und so schnell sie nur konnte aus der Tür rennen würde. Doch...
    „Wirklich? Wow... ich liebe Ratten! Ich wollte schon immer welche haben. Aber meine Eltern haben es mir damals nicht erlaubt.“
    „Da bin ich aber erleichtert, Schatz. Sag mal, jetzt wo du es ansprichst...“
    Nelly hasste sich dafür ihre Eltern angesprochen zu haben. Jetzt würde er sie bestimmt ausfragen, warum sie nicht bei der Hochzeit waren und wieso sie noch nie zu Besuch waren. Ach, sie hasste es über ihre Eltern zu reden.
    „... wolltest du immer graue Ratten? Ich meine, es gibt ja auch die putzigen weißen.“
    Da wurde Nelly wieder einmal klar, warum sie ihr kleines Dickerchen eigentlich geheiratet hatte. Er war so naiv und vertrottelt. Aber auf eine unglaublich sympathische Weise. Schade, dass das nicht der einzige Grund war.




    „Silke hat uns heute eingeladen. Sie hat ihr Buch fertig geschrieben und will das jetzt feiern.“ Rüdiger biss genüsslich in einen Muffin.
    „Was ihr Sohn ihr da antun wollte ist ja auch ein harter Brocken. Ich finde es gut, das sie ein Buch darüber geschrieben hat. Du spielst ja bekanntlich eine nicht unwesentliche Rolle darin.“ Stolz stellte er sich vor sie und ließ seine Muskeln spielen.
    „Du hast recht! Ich war ihr Retter in der Not! … Na ja, eigentlich hatte ich schon Angst dabei. Im Fernsehen sieht das immer so einfach aus. Ist es aber nicht. Weißt du, wenn man so rennt, dann rast einem das Herz so schnell, da denkt man, es explodiert fast.“
    „Rüdiger?“
    „Hm?“




    „Ich liebe dich.“


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    • Einige Straßen weiter richtete Kathrin Walker gerade die letzten Gläser in den Küchenschrank und besiegelte damit den Umzug in ihr neues Leben. Ein Leben, das hoffentlich erfolgreicher verlaufen würde, als das bisherige. Denn noch mehr Niederlagen konnte das junge Ehepaar nicht mehr verkraften.
      „Hi, Mom. Ich bin wieder zurück. Ich hab jemanden aus der Schule mitgebracht. Wir sind oben im Zimmer.“, hörte sie ihren Sohn Jonas rufen und die hastigen schritte die Treppe nach oben.


    Kate sah zur Treppe, doch leider waren die beiden schon weg. Wen hatte er wohl mitgebracht. Sie hatte ihm doch schon so oft gesagt, dass er vorsichtig sein sollte mit den Leuten, die er mitbrachte. Vielleicht wäre es besser nachzusehen, ob...




    „Da bin ich wieder. Ich hab ein paar Proben gesammelt. Ich bin im Keller.“, sagte ihr Ehemann kurz angebunden und verschwand wieder. Hoffentlich war eine Spur dabei.





    „Sag mal... du kannst das ja alles. Die ganzen Aufgaben... mein Gott bist du gut...“, staunte Lily und sah Jonas verwirrt an. Noch nie hatte sie jemand in Mathematik geschlagen. Sie war immer die beste der Klasse gewesen. Und den jährlichen Mathematikpreis hatte sie bisher auch immer abgeräumt. Offensichtlich war der neue noch eine Spur besser als sie. Sehr viel besser. Und so schnell...
    „Ehrlich, du brauchst doch gar keine Nachhilfe von mir.“
    „Stimmt.“, sagte er und lächelte sie an.


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    [SIZE=6]Die Simlinge von Riverview[/SIZE]
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  • „Ts... was erzählst du dann für einen Unsinn? Hör zu, ich... hab keine Zeit für so was...“

    „Komm schon. Ich... ich bin neu hier. Ich dachte einfach so könnten wir uns kennen lernen.“

    Lily sah ihn verwirrt an und lachte auf.

    „Was? Du... du und ich? Also... ich... ich weiß ja nicht... nein, vergiss es.“ Lily wollte aufstehen, doch plötzlich zog Jonas sie brutal zurück auf den Stuhl.

    „Was... lass mich los!“

    „Nein!“

    „Los lassen! Du Irrer!“ Pansich rüttelte sie an seiner Hand und riss sich schließlich los.

    „Du wirklich verrückt. Lass mich in Ruhe!“








    „Nein!!!“ Wütend sprang er auf, griff nach dem Baseball auf seinem Bett und warf ihn voller Wucht in Lilys Richtung. Die duckte sich und erschrak, als sie sich umdrehte.

    „Mein … Gott... Das... das ist ...“, schreien lief die junge Frau die Treppe runter.




    „Was ist los?“ Kate schrak auf und hastete zur Treppe, wo gerade Lily herunter eilte.

    „Ihr Sohn ist ein Spinner! Ein verdammter Freak!“

    Mit diesen Worten polterte die Haustür und Lily war abgehauen.

    Als Kate schließlich nach oben in das Zimmer ihres Sohnes ging wäre sie am Liebsten fast aus der Haut gefahren.








    „Bist du irre? Weißt du, was du da anrichtest? Sie könnte Verdacht schöpfen!“

    Beide starrten auf das baseballgroße Loch in der Wand, an der noch immer einige Stofffetzen des Balles hingen. Der Rest lag am Boden, oder zumindest das, was davon übrig war...








    „Du weißt, das du nicht so energisch sein kannst. Du bist anders!“

    Ja, wie konnte er das nur vergessen? Sein ganzes Leben, die ganzen 17 Jahre war er anders gewesen. Er war anders. Und jetzt würde Lily das Erlebte überall herum erzählen und... das durfte er nicht zulassen. Nein, sein neues Leben würde er nicht vermasseln. Nicht dieses Mal.














    „Ich danke Ihnen.“, zitterte die junge Asiatin und nippte an ihrem Tee.

    „Jetzt müssen Sie mir aber sagen, was Sie belastet. Sie sagten jemand würde Sie verfolgen. Aber wer?“ Jakob Winter sah die Frau fragend an, doch die schüttelte nur den Kopf.

    „Er ist mein Chef.“

    „Ihr Chef? … Hören Sie... gehen Sie erst einmal duschen. Sie sind ja voller Blut.“

    „Gut. Danke.“, zurückhaltend ging sie die Treppe nach oben.

    „Wie heißen Sie überhaupt?“

    „Bich... Bich Lin.“








    Was war ihr wohl zugestoßen? Einen Arzt wollte sie nicht und die Polizei schon gar nicht. Ts... er musste auch immer in die schwierigsten Frauen hinein laufen. Aber möglicherweise war das sein Schicksal.

    „Au...“ Er schrak auf. Bich hatte wohl Schmerzen. Vielleicht sollte er zu ihr gehen? Weinte sie etwas?

    „Bich? Geht es Ihnen gut?“ Doch er bekam keine Antwort.

    „Ach, Mist! Ich gehe einfach nach oben!“, murmelte er und ging die Treppe rauf. Es dampfte aus dem Badezimmer. Die Tür stand offen. Und dann wurde es still.

    „Sind Sie da? Hallo?“

    „Äh... ja.“

    Brauchte sie Hilfe? Oder... Jakob blieb fast die Spucke weg, als die Tür weit aufging und Bich nackt vor ihm stand.








    „Ich... ich...“

    „Kommen Sie. Ich mich bedanken.“

    „Bitte? Was? Aber... nein...“

    „Ich kann nur so bezahlen. Ich kannen das gut.“

    Jakob fasste sich wieder und schnappte sich das Handtuch.

    „Hier. Ziehen Sie sich an. Ich … will das nicht.“

    Erst jetzt bemerkte er die vielen, blutigen Wunden an ihrem Körper.

    „Sind sie eine Prostituierte?“

    Damit riss sie ihm das Handtuch aus der Hand und brach weinend auf dem Badezimmerboden zusammen.






    Ja, neues Leben ist etwas schönes. Die einen freuen sich über ihre Ehe, die jedoch nicht ganz aus Liebe eingegangen wurde. Andere sind bereit für ihr neues Leben zu kämpfen. Und dann sind da noch diejenigen, die ein neues Leben anfangen wollten, jedoch auf ganzer Linie abgerutscht sind. Eines jedoch haben all diese Menschen gemeinsam: Zum Aufgeben sind sie nicht bereit...










    „Hallo? Mom? … Verdammt... wieso ist das Licht jetzt schon wieder...“

    Verwundert stand Lily vom Sofa auf und ging umher. Knippste einige Male am Lichtschalter herum, doch nichts geschah. Sie musste ihre Mutetr anrufen, falls... Etwas knackte...
    "Ha...hallo? Ist da jemand? Hallo?"
    Das war der letzte Satz, den Lily sagen konnte, bevor sich die Hände mit den schwarzen Lederhandschuhen um ihren jugendlichen Hals schlangen und ihr langsam aber sicher den Atem raubten...








    In solchen Situationen wird uns bewusst wie fragil unser Leben ist. Die Frage, die wir uns jetzt stellen ist, werden wir überleben...

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  • Und schon geht es weiter. Ab nächster Woche werde ich aber nur 2 - 3 Folgen veröffentlichen können, weil ich ja arbeiten muss.^^


    Aber est mal die neue Folge:



    -riverview-
    Geheimnisse einer Kleinstadt



    folge 3: ein Morgen in Riverview...









    Es war ein grauer Dienstagmorgen, als bei Manuela Berg der erste Anruf des Tages auf ihrem Handy einging. Verschlafen legte sie das Gerät ans Ohr uns lauschte fast wie in Trance den hysterischen Worten des Mannes auf der anderen Seite der Leitung. Aber spätestens nach dem ersten Satz war Manuela hellwach. Schnell schlug sie die Decke mit dem Blümchenmuster weg und hastete ins Bad. So schnell sie nur konnte machte sie sich fertig, schlüpfte in ihre Klamotten, ohne vorher zehn Minuten unentschlossen vor ihrer Sockenschublade zu stehen und stopfte sich danach ein zähes Frischkäsebrötchen in den Mund.








    Es waren zwölf Minuten und 56 Sekunden vergangen, seit bei Manuela der Anruf eingegangen war. Sie war bereit. Bewaffnet mit Block und Stift und ihrem I-Pod stieg sie in ihren Wagen und fuhr zur Wellingtonstreet 12, wo heute ihr Arbeitstag beginnen sollte...




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    Vor genau einer Stunde und siebenundzwanzig Minuten war Maria Hellener heilfroh endlich wieder aus ihrem zweiwöchigen Hawaiiurlaub zurück zu sein. Spätestens jetzt war ihr klar, dass sie niemals wieder einen Urlaub mit den Damen aus ihrem Bridge-Klub machen würde. Und schon gar nicht zwei Wochen lang. Ihr Kopf fühlte sich immer noch wuschig an, wobei sie nicht sicher war ob es vom Langstreckenflug oder es von den tonnenweise Pina Coldas kam. Egal, was es war, sie war nur roh endlich am Horizont die Wellingtonstreet zu sehen. Doch genau an diesem Bild war etwas anders... etwas falsch.

    „Äh... die Straße ist irgendwie gesperrt.“, sagte die Taxifahrer, doch Maria hörte ihm nicht mehr zu. Irgendetwas sagte ihr, dass etwas geschehen war. Und ja, da... da stand ein Krankenwagen vor ihrer Tür und die Polizei... so viele Leute...

    Sie warf dem Taxifahrer ihre Geldbörse hin und rannte auf ihr Haus zu. Auch der Polizist konnte sie nicht davon abhalten die Veranda zu betreten und in ihr Wohnzimmer zu rennen.






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    Es war neun Uhr und sieben Minuten, als Rüdiger Himbert und seine Ehefrau durch einen schmerzvollen Schrei geweckt wurden. Verwirrt sah sich der Hobbygärtner um und beschloss dann erst mal die heimische Toilette zu besuchen. Nathalie hingegen schlüpfte in ihren Bademantel und ging vor die Tür. Sogar Nachbarin Neumann war auf ihrer Terrasse und schaute zur Wellingtonstreet, wo gerade ein Krankenwagen in Richtung Krankenhaus düste.

    Bis zu diesem Zeitpunkt wusste noch keiner, was genau geschehen war. Aber eines war sicher: Wenn ein Krankenwagen in Riverview rausfuhr, dann war das keine kleine Verletzung...








    Nelly schüttelte den Kopf. Sie hasste Krankenwagen und Krankenhäuser. Zu oft und zu lange war sie in welchen gewesen. Je länger sie darüber nachdachte, desto wärmer wurde ihr und sie spürte, wie ihre Schläfen anfingen zu pochen. Und dann schmerzte es. Sei schrie leise auf und hielt sich ihren Arm. Der brennende Schmerz zog sich langsam ihren Arm entlang. Es war Zeit.

    „Ich mach uns einen Kaffee, Schatz.“, rief Rüdiger von drinnen und riss Nelly aus den Gedanken.

    „Äh... ja... ja... schon klar.“

    Aus den Augenwinkeln sah Nelly, wie Frau Neumann sie erstaunt betrachtete. Und dann wurde ihr erst klar wieso. Schnell versteckte sie ihren Arm unter dem Bademantel, griff nach der Zeitung und verschwand im Haus.








    „Mit Milch oder ohne? Aber dir hat doch gestern auch die Präsentation von Silkes Buch gefallen, oder?“, fragte Rüdiger, der kunstvoll die verdreckte Kaffeemaschine bediente. Nelly jedoch hörte ihm kaum zu und ging schnurstracks auf das Badezimmer zu.

    „Äh... ich... klar.“

    „Aber ganz besonders die Stelle, wo ich vorkam fand ich sooo toll. Meinst du das wird verfilmt. Ich könnte dann doch mich spielen, oder? … Nelly?“

    Nelly Arm schmerzte so sehr, dass sie fast umgekippt wäre, doch sie fand Halt am Billy Ikea Regal.

    „Ist dir etwa... schlecht?“

    „Äh... ja.“

    Damit verschwand sie im Bad. Rüdiger griff nach den Tassen, doch bevor er sie mit dem dunklen Gebräu füllen konnte, wurde ihm etwas klar.








    Oh nein! Natürlich... Nelly war schlecht. Was... was sollte er denn jetzt nur tun? Damit kannte er sich doch nicht aus... Oh Gott, alles würde sich ändern.








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  • Es war kurz nach halb zehn, als der Direktor der Rivierview-Highschool beschloss den Unterricht am heutigen Dienstag ausfallen zu lassen. Wie sollten sie auch unterrichten, wenn die meisten Lehrer von der Tragödie ihrer Lieblingsschülerin noch unter schock standen. Und auch die Schüler, die Gewalt und Verbrechen eher aus dem Fernsehen kannten, fehlten die Worte. Jeder, ohne jede Ausnahme war geschockt. Wer konnte zu einer solchen Tat nur fähig sein?

    Während seine Mitschüler über diesen Sachverhalt grübelten, musste Jonas Walker sich eingestehen, dass er womöglich die Antwort auf all diese Fragen hatte.

    Aus diesem Grund war er auch heilfroh heute früher gehen zu dürfen. Es war bereits kurz vor zehn, als er nach Hause kam. Dort erwarteten ihn schon seine Eltern, die gespannt vor dem Fernseher saßen und die Lokalnachrichten schauten. Dort sah man die Reporterin Manuela Berg, die gerade von der schlimmen Tragödie berichtete.








    "So etwas ist doch schlimm, oder, Schatz?", sagte seine Mutter mit ruhigen Ton. Jonas konnte es kaum glauben.

    "Tu doch nicht so scheinheilig!", brüllte er und schlug dabei einen Stuhl um.

    "Junger Mann, beruhige dich!", wies sein Vater ihn streng an.








    "Ich denke nicht einmal dran mich zu beruhigen! Ihr habt ihr das angetan. Du hast sie umgebracht, Mutter!"

    Mit voller Wucht traf den Jungen ein kräftiger Hieb im Gesicht und er taumelte zurück. Wütend hielt sich sein Vater die Hand.

    "Sprich nicht so mit deiner Mutter! Sie hat es nur für dich getan! Du solltest etwas dankbarer sein."

    "Dankbarer? Du... du hast die umgebracht... ein armes Mädchen... ich wollte doch nur eine Freundin."

    "Das wissen wir ja, mein Sohn. Aber sie hat zu viel gesehen. Sie hätte gesprochen.", sagte seien Mutter immer noch ruhig und stand auf.

    "Wie kannst du nur so ruhig sein... das ist grausam..." Tränen schossen dem jungen Mann in die Augen.




    "... gerade erreichen uns neue Informationen. Offenbar sehen die Ärzte noch Hoffnung für das Mädchen..."

    Die beiden Eltern warfen sich besorgte Blicke zu.

    "Geh jetzt auf dein Zimmer."

    "Ihr werdet sie in Ruhe lassen! Hört ihr. Sie hat euch nichts getan!" Jonas hätte am liebsten irgendetwas zertrümmert. Nein, dieses Mal würden seine Eltern nicht so weit gehen. Auch wenn er wusste, dass sie dazu fähig waren. Sie würden alles tun um ihr Geheimnis zu bewahren.

    "Darüber reden wir später. Jetzt geh hoch."

    Widerwillig zog sein Vater den jungen Mann auf sein Zimmer und sperrte die gepanzerte Tür mit den Titanschließen zu.








    "Das könnt ihr nicht tun... das...", brüllte der junge, doch durch die schallisolierten Wände war kaum etwas zu hören.








    "Wir müssen es zu Ende bringen, Kate."

    "Ich weiß. Ich kümmere mich bald darum."










    Um 12 endet bekanntlich der Morgen und genau das war die Zeit, wo Rüdiger Himbert wusste, dass er es tun konnte. Er hatte schließlich keine andere Wahl. Es gab nur noch eine Frau, die ihm bei diesem Problem helfen konnte. Und die würde er jetzt anrufen...

    "Ja... ich weiß... es ist fünf vor 12... ich weiß... aber... ja, ich bin ein Idiot... ja, auch ein Versager. Ja... ich bin ein Nichtsnutz... Aber musst mir helfen... aha... ich weiß, dass ich nicht so schlau bin... aha... ja... gut, ich hasse dich nicht. Ich freu mich. Bis dann, Mama."










    Ja, der Morgen ist meistens aussagekräftig für den ganzen Tag. Hat man einen schlechten Morgen, so kann der ganze Tag gelaufen sein und wenn er gut war, kann man den Tag viel besser genießen. Doch was ist mit denjenigen, deren Leben an diesem Morgen fast ausgelöscht wurde. Oder mit jenen, die denken, dass sich ihr Leben von diesem Morgen an ändern wird. Und dann sind da diejenigen, die erst zum Mittag aufwachen...








    Jakobs Schädel brummte. Er öffnete die Augen. Das erste, was er sah waren drei Flaschen auf dem Nachttisch. Was war passiert? Doch genau diese Frage beantwortete sich von selbst, als er nach rechts neben sich sah... dort lag Bich und schlief.

    Oh nein... was hatte er getan?!




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  • Hui,da ist ja wieder massig viel passiert.Jetzt hab ich ein furchtbar schlechtes Gewissen,weil ich den armen Jonas verdächtigt hatte,aber der ist ja selbst ein Opfer,seiner abartigen Eltern,die ihren eigenen Sohn auch noch einsperren...
    So viele offenen Frage,auf deren Beantwortung man sehnlichst wartet.


    Das macht mir richtig Spaß, wen ich euch so in die Irre führen kann.^^



    Naja, leider habe ich mich in Jacob getäuscht; er ist doch schwach geworden. Naja, der Geist war willig, immerhin... Aber warum? Wie unverantwortlich von ihm! Ich mag solche Männer nicht!


    Tja, Jakob ist eben doch nicht der Traummann udn Gentleman. Aber er ist weider das arme Schwein.


    Ich oute mich hiermit einmal: Früher konnte ich mit FFS rein garnix anfangen... Deine vergangenen Riverview Geschichten haben mich jedoch so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich jetzt ganz verrückt nach FFS bin... *lol* Danke also...


    Dafür schreibe ich ja die Stories. Mich hat damals die Vielfalt der Sims2-Stories in ihren Ban gezogen. So kommt das eben...


    Na ja, weiter geht es im Text. Die Geschichte erzählt sich ja nicht von alleine.



    -riverview-
    Geheimnisse einer Kleinstadt



    folge 4: irren ist menschlich...









    Erare humanum est. Zwar war es schon über 25 Jahre her, seitdem Jakob Winter das letzte Mal über einer Lateinischen Klassenarbeit saß, und wieder einmal einsehen musste, dass er nichts, aber auch gar nichts übersetzen konnte, was vor ihm stand. So überraschte es ihn umso mehr, dass ihm gerade diese drei lateinischen Worte Erare humanum est, in seiner jetzigen Situation wieder in den Sinn kamen.

    "OK, alles klar. Es ist ja nichts passiert. Neben dir liegt nur eine Prostituierte, die du gestern aufgegabelt hast.", sagte er zu sich selbst und hoffte innerlich, dass die Worte ihn etwas Trost spenden würden. Doch wie das eben so war, half alles beten und betteln nicht. Er musste seinen Fehler eingestehen.

    Vorsichtig stieg er aus seinem Bett und versuchte die Asiatin dabei nicht zu wecken. Als er gestern zu ihr gesagt hatte, dass sie hier bleiben könne, hatte er nicht gerade in seinem Bett gemeint. Doch der Blick auf die leeren Alkoholiker ließen nichts wirklich gutes hoffen. Zumindest beruhigte ihn das aufgerissene Kondompapier, dass auf dem Boden lag. Ein schwacher Trost, wenn man bedenkt, dass man eine arme, verheulte Frau ausgenutzt hatte... aber hatte er das wirklich? Tatsächlich sicher konnte er sich nicht sein. Schließlich war sie diejenige gewesen, die nackt vor ihm im Badezimmer gestanden hat.








    "Sarah, ich hab ein Problem...", sprach er in sein kleines Handy hinein, als er schließlich in der Küche stand und ich einen Kaffee kochte.

    "Ich komme heute später zur Arbeit. ... Ja, was weiß ich... erzähl ihnen, dass irgendwo gestreikt wird. Das glauben die schon. Und wenn nicht, ... wen interessiert es schon. Mein Laden geht so oder so baden... Na ja, also du wirst nicht glauben, was mir gestern Abend passiert ist..."








    Während unser erfolgloser Architekt sich bei seiner Mitarbeiterin am Telefon ausheulte, wurde im oberen Geschoss des Hauses jemand wach. Und es war nicht wie sonst, wen sie in fremden, frisch bezogenen Betten aufwachte. Nein, dieses Mal war alles anders. Zum einen würde sie jetzt nicht nach unten gehen, Geld annehmen und mit dem nächsten Bus verschwinden. Und zum anderen... es war seltsam, dass sie das dachte, aber sie hatte das Gefühl, dass sich mit dem gestrigen Abend einiges in ihrem Leben geändert hatte. Ja, Bich Lin wusste es genau. Ab jetzt würde alles anders werden.

    Müde aber trotzdem mit einem Lächeln auf den Lippen setzte sie sich im Bett des Architekten auf und sah sich um. Es war schön hier. So hell und freundlich. Die großen Fenster waren eine willkommene Abwechslung zu den Kellerlöchern, in denen sie meistens ihre "Kunden" bedient hatte.








    Und selbst die Möbel strahlten etwas aus, dass Bich nur mit purer Lebenslust in Verbindung setzen konnte. Fast schon verträumt fuhr sie mit der Flachen Hand über das edle Holznachttischchen. Huh... was war denn das? Sie hielt inne, als ihr Blick auf die oberste Schublade fiel, die ein Stück weit offen lag.








    Sie vergewisserte sich, dass Jakob nicht doch im Raum stand und öffnete sie. Was darin zum Vorschein kam, war genau so erstaunlich wie beängstigend. Ein Revolver.

    Ihre Augen begutachteten das glänzende Gerät. Dabei fielen ihr einige rote Flecken auf dem Abzug auf... es war Blut. Aber...

    Jemand kam die Treppe hoch. Schnell schob sie die Schublade wider zu und legte sich hin.








    "Oh nein... nicht schon wieder so eine Verzweiflungstat..", hörte sie eine genervte Frauenstimme sagen, die kurz darauf die Decke wegzog.

    "Hey! Was tunen Sie? Lassen mich!", rief Bich und stieg aus dem Bett. Dabei fiel ihr nicht einmal auf, dass sie in Unterwäsche vor der Fremden stand.

    "Hör zu kleines, ich bin Eva. Jakobs Haushälterin, wenn man es so will. Eigentlich bin ich die Frau für alles in diesem Haus. Also lass dir von ihm dein Geld geben und zisch ab. Ich muss die Laken wechseln."

    "Aber er haben gesagt, ich kann bleiben wie lange ich mogen."








    "So, hat er das? Ach, du hast vielleicht nerven. Der Mann ist ein psychisches Wrack. Ein Wunder, dass er noch nicht von einer Brücke gesprungen ist, so wie... wie dieser Politiker... wie hieß der noch gleich... ach ja, Leopold von Werken. Was für ein Schnösel! Meine Schwester hat bei ihm geputzt. Das war ein Wrack. Glauben Sie mir, Jakob ist da ähnlich. Er hat den Verlust von Doris nicht ganz verkraftet. Und dann ist da noch Manuela, in die er verliebt war, jetzt aber nicht mehr mit ihm spricht. Und natürlich die Exfrau. Aber ich rede zu viel..."








    Verliebt... Bich merkte, wie sie die Lippen formte um das Wort auszusprechen... Offensichtlich war doch nicht alles perfekt, als sie heute aufgewacht war. Aber das würde sich sicher noch klären.


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  • Irrende Menschen gibt es wie Sand am Meer, oder wie Werkzeugkästen in Baumärkten. Jedenfalls war Jonas Walker davon überzeugt, als er den Werkzeugkasten unter seinem Bett hervor zog und anfing die Tür aufzubrechen, die ihn daran hinderte das Zimmer zu verlassen. Er war sich bewusst, dass zu der Uhrzeit seine Mutter und sein Vater nicht zu Hause waren. Sie waren wie üblich auf der Suche nach Proben. Sie würden erst in einer Stunde wieder hier sein um die gesammelten Proben im Keller zu analysieren. Er dankte Gott dafür, dass sein Vater alles andere als ein geschickter Handwerker war, wodurch er den Verlust seines Werkzeugkastens niemals gemerkt hätte. Um so ein größerer Handwerker schien Jonas zu sein. Es dauerte zwar ein Weilchen, aber mit Geduld und etwas mehr Muskelkraft als andere 17-Jährige schaffte er es die schwere Tür aufzubekommen. Er musste sich jetzt beeilen. Es war seien Schuld, dass Lily verletzt wurde. Gut, dass sie nicht tot war. Wie durch ein Wunder hatten die Ärzte sie retten können. Was jedoch nicht hieß, dass sie sicher war. Jedenfalls nicht, wenn es um seine Mutter ging.

    So schnell er konnte, kramte er sein Fahrrad aus der Garage und radelte zum Krankenhaus.








    Dabei achtete er stets darauf nicht seinen Eltern zu begegnen. Wenn sie ihn hier treffen würden, gäbe es sicher noch viel größere Schwierigkeiten für ihn. Aber er hatte es satt. 17 Jahre lang hatte er so leben müssen. Hatte sich verstecken müssen. Damit war jetzt Schluss. Einmal in seinem Leben würde er das Richtige tun und diesem Mädchen helfen. Er musste es einfach. Sonst... sonst würde er nie Freunde finden...

    Nun stand er im Fahrstuhl des Krankenhauses aus dem er eine wunderbare Sicht über das Außengelände des Krankenhauses hatte. Die nette Rezeptionistin hatte ihm gesagt, wo Lily sich befand. Er wusste gar nicht, was seine Mutter immer mit ihm hatte. Er konnte schließlich ganz nett mit anderen Menschen umgehen. Das war... Mist! Da unten war der Wagen seiner Eltern. Sie waren also hier. Er musste schnell handeln. Eigentlich hatte er ja noch nicht einmal einen Plan.








    Er musste sich konzentrieren... Moment... gaben seine Eltern gerade einem Arzt Geld? War das.. war das möglich? Er schärfte seinen Blick. Natürlich. Er kannte diesen Arzt. Er war kein gewöhnlicher Mediziner. Es war der selbe Mann ,der damals ...

    "Kann ich Ihnen helfen, junger Man?", fragte eine Krankenschwester, die plötzlich neben dem Jungen stand.

    "Äh... ich schaue mir nur ... die Leute da unten an. Ich dachte nur, ich hätte jemanden gesehen, den ich kenne."

    "Aus dieser Höhe? Wie willst du denn da ein Gesicht erkennen?"

    Ja, zu gerne hätte er auf diese Frage geantwortet. Aber das war nur ein Teil des Geheimnisses, dass er sein Leben lang mit sich trug. Ein Leben, dass er ändern wollte.

    "Wo finde ich Lily Hellener?"






    -----------------------------------------------


    Es wurde schlagartig kalt. Der Wind blies stärker und auch die Vögel flogen davon, als das Taxi vor der kleinen Bruchbude am Stadtrand anhielt. Es war etwas gewaltiges, etwas dermaßen schlimmes, das nur darauf wartete heraus zu kommen. Und als die Tür des Taxis sich öffnete und die feuerroten Prada-Schuhe auf den Wackligen Untergrund traten, war es wie ein Blitzschlag der auf einmal durch alle Gemüter fuhr.

    "Mama!", rief Rüdiger laut und lief auf die Frau zu die gerade Probleme hatte aus dem Taxi zu steigen. Er konnte seien Begeisterung nicht verbergen und wäre seiner Mutti am liebsten wie wild um den Hals gefallen. Doch er ließ es dieses Mal. Beim letzten Mal, hatte sie mit einer Prellung des Beckens im Krankenhaus gelegen. Das wollte er seiner Mutter dieses Mal ersparen.








    "Hallo, mein Junge. Nimm meine Koffer. Den Taxifahrer habe ich schon bezahlt. Ich hab ihm auch gleich Geld gegeben um sich ein neues Hemd zu kaufen. Der Mann trug ja noch Sachen, die waren aus dem letzten Jahrzehnt. Gott, bist du ..."

    "Groß geworden?"

    "... hm... nein, eher hässlich. Gott, geh zum Fristör, mein Liebster. aber ich regle das schon. Gleich morgen früh werden wir einen Termin vereinbaren."

    "Ach, es geht schon, Mami. Wirklich. Du weißt, ich will dein Geld nicht.", sagte Rüdiger und führte seine ältere Mutter ins Haus. Sie hatte sich kaum verändert. Die Haare toupiert, das Gesicht poliert und die Kleider nur ein mal getragen.








    "Gott, bin ich erschöpft. Wieso zur Hölle hat diese Stadt keinen Flughafen? Das ist ja eine Schande. Ich sag ja immer, wenn eine Stadt keinen Flughafen hat, werde ich sie niemals besuchen. Aber jetzt bin ich ja hier. Mach mir einen Espresso!"

    "Einen ... Ist das eine deiner Pilazius-Übungen?"

    "Pilates! Pilates heißt es! Und nein, das ist ein.. .ach, ein Kaffee ist auch gut. Aber nur mit wenig Zucker, und wenig Milch.. .ach, mach doch keinen. Du kannst das ja so oder so nicht."

    "Wie du meinst.", sagte Rüdiger und setzte sich zu seiner Mutter an den Tisch.

    "Gott, sag mal, bist du so was wie ein Dritte-Welt-Reality-Freak? Oder warum ist diese Bude so herunter gekommen?"

    "Du wolltest mich ja nie besuchen."

    "Ach du weißt, wie sehr Mami beschäftigt ist. Meetings hier, Pressekonferenzen da. Ich meine mein Magazin macht sich nicht von alleine."








    "Ich hab letztens einen Film im Fernsehen gesehen, da war auch so eine Frau, die Chefin einer Modezeitschrift war. Und na ja, die hat ihre Mitarbeiter voll fertig gemacht Das hat mich total an dich erinnert."

    "Der Teufel trägt Prada. War ehemalige Schlampe, die bei mir gearbeitet hat, die das Buch geschrieben hat. Mein Gott, ich hätte sie verklagen sollen."

    Da saß er nun wieder mit ihr. So schlimm sie auch war, sie war seien Mutter und er hatte sie lieb.

    "So Mama, du weißt ja, dass ich geheiratet habe."

    "Ja, ja...", sagte Silvia, so hieß sie übrigens, und lacht laut auf.

    "Du bist ja witzig. Als ich den Brief bekommen habe mit der Hochzeitseinladung hab ich mich erst mal totgelacht. Aber jetzt mal ehrlich, Junge, du kannst dir doch nicht ewig Frauen vormachen. Hat dir Doktor Brucker nicht geholfen?"

    "Nein, ich bin echt verheiratet. Sieh nur."

    Rüdiger zeigte auf das Hochzeitsfoto an der Wand.

    "Wirklich? Na... na... und es ist sicher nicht so, wie damals als du unseren Hund geheiratet hast, als du 10 warst?"

    "Nein, Mama. Ich liebe sie. Und sie liebt mich. Wir lieben uns."

    "Aha. Und ... warum bin ich jetzt hier?"

    "Na ja... gestern morgen, da hat sie auf einmal so Schmerzen gehabt, das habe ich sehen können. Und dann... dann hat sie gesagt ihr wäre übel und ist im Bad verschwunden. Ich glaube... ich glaube sie ist schwanger."








    "Oh Herr Gott, steh mir bei. Rüdiger. Wodka! Sofort!"






    Ja, ob wir uns irren wissen die meisten gar nicht. Da gibt es zum einen diejenigen, die denken, dass eine Nacht ein ganzes Leben verändern könnte.

    Dann gibt es diejenigen, die meinen, dass sie mit einem Werkzeugkasten und einem guten Willen sich befreien können.

    Und es gibt diejenigen, die im Ungewissen leben und nicht sicher sind, ob sie bald Vater werden. Und trotz dem, dass irren menschlich ist, müssen wir manchmal damit rechnen, dass es auch übermenschliches gibt...




    ---------------------------------------------




    "Er... er ist ausgebrochen..."




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  • -riverview-
    Geheimnisse einer Kleinstadt



    folge 5: ritter und drachen



    Wenn Männer behaupten Frauen wären das weichere Geschlecht, dann haben sie Nathalie Himbert noch nicht kennen gelernt. Sie war alles andere als weich oder gar schwach. Zu oft hatte es Situationen in ihrem Leben gegeben, wo sie sich hatte durchboxen müssen. Teils schmerzhaft, aber trotzdem gab sie niemals auf.
    Doch wie es mit dem mutigsten Ritter im Hof so war, gab es einen Drachen, vor dem sogar er angst hatte. In Nelly Fall war das ihr Schwiegermutter.




    "Mutter, darf ich dir meine Frau vorstellen. Nelly."
    "Nelly... äh... ja. Schön dich zu sehen. Ich bin Karin." Rüdigers Mutter lächelte die junge Frau an, lehnte sich zu ihrem Sohn und flüsterte:
    "Du hast gar nicht erwähnt, dass sie eine Lesbe ist."
    "Mutter! Nur weil sie kurze Haare... ach, egal, Schatz, willst du einen Tee?"
    Nelly winkte ab.
    "Nein, danke. Ich bin so fertig. Die Kinder haben mich heute wieder richtig auf Trab gebracht. Ich lag mich in die Wanne."
    Stolz lächelte Rüdiger seine Mutter an.
    "Sie ist Kindergärtnerin. Die beste, die es gibt."
    "So... dann ist es ja gut dass sie dich geheiratet hat. Da bringt sie schon mal Berufserfahrung mit."




    Karin lachte über ihren eigenen schlechten Witz. Nelly verschwand kopfschüttelnd im Bad. Rüdiger hatte nicht übertrieben, als er sie als verrückte Nervensäge beschrieben hatte. Aber sie war nun mal seine Mutter. Das mussten sie beide akzeptieren. Doch warum sie auf einmal hier war, wusste sie auch nicht. Sie hätte ja wenigstens zur Hochzeit kommen können.


    "Und, was machen wir jetzt, Mami? Ich meine wegen... der Schwangerschaft. Ich kann es gar nicht aussprechen, so spannend ist das.", flüsterte Rüdiger und freute sich wie ein Kleines Kind.
    "Glaub mir, dich aus meinem Körper zu pressen war kein Vergnügen. Du hast mich gequält. Aber was deine Frau angeht, ... ich werde mal mit ihr reden."




    "So... so ein richtiges Frauengespräch?" Rüdigers Augen strahlten vor Glück.
    "Äh... ja, so halb. Ich bin mir ja wegen der Lesbensache nicht ganz sicher."


    --------------------------------------




    Wenn es etwas gab, dass Kate Walker in ihrem Leben gelernt hatte, dann war es das Kämpfen. Doch jeder Kampf, je länger man ihn führte in einem Krieg endete. Und das schlimme an Krieg war, dass man damit nicht aufhören konnte.
    Und gerade hatte ihr jemand wieder den Krieg erklärt. Ihr eigener Sohn.
    Wo auch immer er war, sie musste ihn finden. Sie kannte ihn zu gut. Er war ein guter Junge. Zu gut für seine Situation. Sie durfte nicht zulassen, dass er etwas dummes tat. Zu viel stand auf dem Spiel...


    Schon als kleines Kind hatte Jonas Walker gerne Ritter gespielt. Mit seinen Playmobilfiguren hatte er sich die größten Schlösser gebaut und wie ein König über sein buntes Land regiert. Dabei spielte er sehr gerne mit dem weißen Ritter. Er war immer derjenige gewesen, der die holde Maid aus der Notlage befreit hatte. Und genau wie in seinem Spiel, übernahm Jonas jetzt im wahren Leben den Part des weißen Ritters.




    "Lily?", fragte er schüchtern und betrat das Krankenzimmer des jungen Mädchens. Das Lag in einem weißen Bett und las ein Buch. Es ging ihr also gut. Zum Glück. Am Hals zeigten sich deutliche Würgespuren. Und man konnte ihr schon mit ungeschultem Auge ansehen, wie sie gelitten haben musste. Er hasste seine Mutter dafür. Aber jetzt würde alles gut gehen. Davon war er überzeugt.
    "Wa... was machst DU denn hier?", rief Lily fast schon panisch und langte nach dem Notfallknopf neben ihrem Bett. Doch sie kam nicht an ihn heran.
    "Lily, beruhige dich! Ich werde dich retten!"
    "Mich retten?" Lily wusste nicht, ob sie darüber lachen sollte, oder so schnell wie möglich Hilfe holen sollte. Dieser Psychopath sollte ihr nicht zu nahe treten.
    "Ich habe doch gewusst, dass du da mit drin steckst!", rief sie und merkte, wie nah sie einem Tränenausbruch war. Die Angst war ihr ins Gesicht geschrieben.




    "Ich... ich war das nicht. Meine Mutter. Sie... sie wird versuchen dich ... weil du..."
    "Weil ich gesehen habe, was für ein Freak du bist? Du... hast diese Wand fast zertrümmert!"
    "Ich... ich kann dir jetzt darüber nichts sagen. Wir müssen hier weg. Dieser Arzt, er ist kein gewöhnlicher Art. Er kennt meine Mutter. Er wird..."
    "Jetzt mach mal halblang. Das... ist doch alles ein schlechter Scherz. Erst willst du, dass ich dir in Mathe helfe, obwohl du ein Genie bist, dann zertrümmert du mit Leichtigkeit eine Betonwand, ich werde daraufhin erwürgt und jetzt kommst du und sagst mir, deine Mutter und irgendein Arzt würden mich umbringen wollen? Du bist irre! Hilfe! Hilfe!!!", brüllte sie plötzlich wie wild los. Sie sollte aufhören zu schreien! Aus der Not heraus, sah Jonas nur eine Möglichkeit um seine Prinzessin vor dem Drachen zu retten:
    Er schlug ihr ins Gesicht. Schlagartig wurde es still. Jonas' Herz raste. OK, jetzt nur die Ruhe bewahren. Alles würde gut werden. Vorsichtig nahm er die Bewusstlose und legte sie in einen Rollstuhl, der im Raum stand. Dann deckte er sie mit einer Decke zu und schob sie langsam aus dem Raum.




    Irgendwie hatte er sich die ganze Rettungsaktion etwas anders vorgestellt. Zugegeben, die Prinzessinnen in seinen Geschichten waren anders. Sie wollten gerettet werden. Hier war es eher, als ob die Prinzessin zum Drachen mutiert war. Jetzt hieß es erst einmal unbemerkt hinaus zu fahren.
    "Ach, du bist aber nett. Fährst deine Freundin spazieren.", sagte die nette Krankenschwester, als er am Fahrstuhl wartete. Puh... Glück gehabt. Freundin... seltsam. Erst jetzt wurde ihm richtig bewusst, dass er dieses Wort noch nie in Bezug auf sich gehört oder gar benutzt hatte.
    Nachdem er sich an weiterem Personal vorbei gemogelt hatte, sein nettestes Lächeln aufgesetzt und mit der bewusstlosen imaginäre Gespräche geführt hatte, war er endlich draußen. Doch wohin?




    Ganz egal. Er musste sich beeilen. So schnell er konnte nahm er Lily in die Arme und rannte mit ihr los. Er hatte schon das perfekte Versteck...

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  • Die Klingel leutete. Normalerweise würde sofort einer ihrer Angestellten los rennen und den Besucher hinein bitten. Doch hier, bei Rüdiger zu Hause hatte Karin kein Personal. Sehr bedauerlich, wie sie feststellen musste. Auch ihr Sohn war nicht da. Ihm war eingefallen, dass er noch nach den Tomaten von Frau Meier sehen musste. Die hatte neuerdings irgend so eine Plage aus ihrem Afrikaurlaub mitgebracht. Und Nelly war joggen. Tja. Was also tun. Träge stand sie auf und ging zur Tür.








    "Guten Tag. Wir sind von der überkonfessionellen Kirche. Lebt eine Nathalie Teubner hier?", fragte der Mann im grauen Anzug und dem schmierigen Lächeln. Karin verdrehte die Augen. Wenn es eines gab, das sie hasste, dann waren es Vertreter. Gerade wollte sie die Tür wieder schließen, als die Frau an der Seite des Mannes sie aufhielt.

    "Wohnt sie hier? Das ist wichtig!"

    "Äh... ich kenne keine Natascha ... oder wen sie da genannt haben. Hier wohnt sie jedenfalls nicht. Und ich auch nicht! Das wäre ja gelacht, wenn ich in so einer schäbigen Hütte wohnen würde. Guten Tag!"

    Mit diesen Worten fiel die Tür ins schloss und die beiden "Vertreter" gingen zurück zu ihrem Wagen.








    "Aber sie muss hier leben. Sie hat geheiratet. Das wissen wir."

    "Hör zu, wir gleichen noch einmal die Daten ab. Vielleicht haben die einen Fehler gemacht.", sagte der Mann und beide brausten davon...

    Als sich Karin zurück auf die verdreckte Couch fallen ließ, ließ sie sich die Begegnung mit den beiden noch einmal durch den Kopf gehen. Nathalie? Welche Nathalie? Rüdigers Frau hieß doch anders... Nena oder so... nein, Nelly. Ja, Nelly. Ts... Idioten, sicher haben sie sich bei der Adresse vertan. Selbst Schuld, wenn man nicht einmal Karten lesen kann. Und selbst wenn, für solche Menschen gibt es ja diese Navigationssysteme. Nathalie.. .ts...

    Spätestens hier wird uns bewusst, woher Rüdiger seine, wie soll man sagen, seine Art hat. ...




    -----------------------------






    Während einige Prinzessinnen vergeblich ihr ganzes Leben darauf warten von ihrem Ritter gerettet zu werden, war das Märchen für Bich Lin bereits am Ende angekommen. Sie war sich sicher, es würde nicht mehr lange dauern und sie würde glücklich bis an ihr Lebensende werden... Wäre da nicht eine Person.








    "Guten Morgen... hä... hast du gut geschlafen? Ich meine, es war doch eine angenehme Nacht oder?", fragte Jakob und grinste die Asiatin an, die gerade die Treppe herunter kam.

    "Waren sehr gute Nacht. Danke."

    "Oh... ich... weiß, meine Betten sind weich."

    "Nicht nur dein Bett. Alles an dir."

    Jakob hatte gewusst, dass es schwierige werden würde Bich nach ihrem nächtlichen Herumgehopse, an das er sich eigentlich nicht wirklich erinnern konnte, entgegen zu treten. Sie war hartnäckig. Vielleicht sollte er einfach auf seine Haushälterin hören. Ihr einen hunderter zwischen die Brüste stecken und sie rauswerfen. So, wie er es die letzten Monate immer getan hatte.



    Doch irgendwie konnte er es nicht. Da war irgendetwas an ihr, das Jakob sagte, dass er sie nicht wegschicken sollte. Ob es nun ihre Wunden und ihre Vergangenheit waren, oder doch das üppige Dekolté konnte er jedoch nicht genau bestimmen.

    "Mach es dir gemütlich. Ich... ich muss dann mal ins Büro... hab noch Arbeit."

    Ja, Jakob Winter hätte nie gedacht, dass eine Prostituierte länger als eine Nacht bei ihm bleiben würde. Aber Jakob Winter hatte auch nicht daran geglaubt, dass sein Leben bald eine große Wende erfahren könnte. Eine Wende, die unerwartet einen Drachen herauf beschwört...








    "Hören du mich? Ja, ich habe einen gefunden. Bald wird es gut werden. Du wirst schon sehen."


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    Geheimnisse einer Kleinstadt




    folge 6: Antworten







    Es war bereits zwei Tage her, seitdem in Riverview ein junges Mädchen in ihrem Haus beinahe erstickt wurde. Damals schon hatten sich die Medien überschlagen. Jeder wollte wissen was passiert war und wer jetzt genau der Täter war. Doch ehe diese Frage beantwortet werden konnte, gab es bereist die nächste Eilmeldungen: Das Mädchen war aus ihrem Krankenzimmer verschwunden. Einige Schwestern sagten aus, sie hätten sie zusammen mit einem Jungen gesehen. Aber wo sie waren und ob sie noch lebten wusste bislang auch niemand.








    "Sie werden ihn finden und verhaften. Und spätestens dann wird es auffliegen. Wir werden alles verlieren." Kate schüttelte den Kopf.

    "All die Jahre haben wir abgeschuftet. Und wofür? Für diesen Drecksjungen? Dieses undankbare Kind! Er hat doch keine Ahnung, was wir alles durchmachen mussten. Er ist der Meinung er hätte keine Kindheit gehabt. Aber wir... wir hatten kein Leben!" Kate war der Verzweiflung nahe. Sie schlug auf den Tisch und ging in der Küche umher. So hatte sie sich ihr Leben in Riverview nicht vorgestellt.

    "Hey...", ihr Ehemann nahm sie in den Arm.








    "Wir werden eine Lösung finden. Versprochen! Ich werde ihn finden. Und dann werden unsere Probleme unwichtig."

    Was auch immer ihr Mann damit meinte, Kate wollte nicht daran denken. Es würde sie nur noch verzweifelter machen, als sie ohnehin schon war. Und zu ihrem Bedauern wurde ihr bewusst, dass ihre Arbeit jetzt noch schwieriger geworden war. Denn jetzt suchten sie schon nach zwei Dingen...








    Jonas streichelte ihre wunderschönen Wangen. Er hätte sie stundenlang so ansehen können. Sie war wundervoll. Doch ehe er diesen Gedanken weiter ausführen konnte, wurde Lily wach. Sofort riss sie sich los und stand von dem unbequemen Bett auf. Wo.. .wo war sie nur?

    "Du irrer!", brüllte sie und wollte weg rennen, doch Jonas hielt sie fest.

    "Du bleibst hier! Ich werde dich beschützen!"

    "Mich beschützen? Vor dir selbst? Bitte...", Lily fing an zu flehen. Tränen liefen ihr über die schneeweißen Wangen. Sie wollte nur weg von hier.

    "Nein. Ich lasse dich nicht gehen. Es wäre zu gefährlich. Du musst bleiben. Wir sind hier sicher."

    Lily sah aus dem kleinen Fenster. In der Ferne konnte sie einen dunklen Industriekomplex erkennen.








    "Hier wird uns niemand finden. Wir können hier zusammen glücklich werden."

    Bei diesem Satz rutschte Lily das Herz in die Hose. Ja, sie hatte Angst. Riesengroße Angst. Dieser Junge war wirklich nicht normal. Er war geisteskrank. Was auch immer seien Eltern mit ihm angestellt hatten, sie hatten ihn total zerstört.

    Jonas lächelte sie an und führte sie zu einer Couch, die in der Ecke stand.

    "Jonas, bitte... ich flehe dich an. Ich will nicht... ich habe angst."








    "Bei mir musst du dich nicht fürchten. Ich kann dich verteidigen. Ich habe die Kraft von drei ausgewachsenen Männern. Ich habe die Sehschärfe eines Teleskops und das Lungenvolumen ... ach, du wirst bei mir sicher sein."

    Lily bekam noch mehr angst, doch sie wusste, dass sie sich so oder so nicht gegen ihn wehren konnte.

    "Was... was haben sie mit dir gemacht?", fragte Lily schüchtern, doch Jonas legte ihr nur den Finger auf die Lippen.




    -----------------------------------








    Eva Neumann traute ihren Ohren nicht, als sie gerade dabei war das edle Treppengeländer zu reinigen. Hatte diese asiatische Nutte gerade durch das Telefon gesagt, sie hätte etwas mit Jakob vor? Zugegeben, Jakob war nicht gerade ein Freund von ihr, aber dass im eine daher gelaufene Prostituierte, die von ihm auch noch ein Obdach erhalten hatte, jetzt solche Spielchen spielte, ging ihr gewaltig gegen den Strich.

    "Hey, Püppchen! Sag mal, hab ich gerade richtig gehört?"

    Erschrocken drehte sich Bich zu der Haushälterin um.

    "Ich... ich nicht wissen, was Sie meinen..."








    "Jetzt hör mal zu, Kleines. Wenn du hier deine Spielchen treibst und ich mitbekomme, dass du was ausheckst, dann fliegst du hier schneller raus, als dir lieb ist." Bedrohlich baute sich Eva vor der Asiatin auf. Trotz der Gefahr, das diese plötzlich zu einer Kong Fu Attacke ausholte.

    "Sie müssen was falsch verstehen haben. Ich gesprochen haben mit meine Familie. Sie nur besorgt um mich. Ich angerufen und gesagt, dass gut gehen mir."

    Eva musterte die vermeintlich falsche Schlange genau. Irgendetwas sagte ihr, dass diese Frau nicht die Wahrheit sagte. Und was auch immer sie plante, ihr gar nicht gefallen würde.

    "Wenn mich entschuldigen, ich muss los."








    Schnell flitzte Bich aus der Tür und ließ Eva grübelnd zurück. Irgendwas war hier faul. Das konnte kein Zufall sein, dass eine arme Prostituierte so ganz unverhofft in die Arme eines relativ wohlhabenden Mannes fiel. Und natürlich hatte diese eine schreckliche Vergangenheit, so dass der reiche Mann ihr Schutz bot. Sie musste mit Jakob darüber reden...




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  • Ein Frauengespräch. Ts... Karin wusste noch immer nicht, wieso sie das für ihren vertrottelten Sohn eigentlich tat. Womöglich nur, weil sie die Reise als Dienstreise angegeben hatte und sie von der Steuer absetzen konnte. Denn einen anderen Grund gab es für die Mammongeile Frau aus ihrer Schickimicki-Welt so oder so nicht. Da half es sogar nicht, dass Rüdiger ihr einziger Sohn und wie sie immer vor ihm und auf jeder Familienfeier beteuerte, mit Ausnahme der Übernahme einer Chinesischen Investorfirma, der größte Fehler ihres Lebens war.

    Und nun stand sie hier in der Küche ihres Sohnes und ihre Schwiegertochter im Bad. Gleich würde sie herauskommen und dann würde sie die Schwangerschaft einfach ansprechen. Je schneller sie das hinter sich hatte, desto schneller würde sie zurück in ihr geliebtes Büro kommen. Doch als nach fast einer halben Stunde die Frau Schwiegertochter noch immer nicht das Bad verlassen hatte, wurde Karin ungeduldig. Sie hämmerte an die Badezimmertür.








    "Hey, bist du bald fertig?" Doch nichts geschah. Keine Reaktion. Verwirrt legte Karin die Hand an den Türgriff und zu ihrem Erstaunen hatte Nelly nicht abgesperrt.

    "Geht es dir..." Erschrocken fuhr Karin zurück, als sie die junge Frau zusammengesunken auf der Kloschüssel liegen sah. Die schrack auf und versuchte mit allen Mitteln den länglichen, grünen Gegenstand an ihrem Arm zu verbergen.








    "Raus hier! Sofort raus!"

    Karin hastete hinaus. Doch auch wenn sich die junge Frau angestrengt hatte den Gegenstand zu verbergen, hatte Karin trotzdem erkannt, worum es sich dabei handelte. Es war eine Spritze.

    "Sie müssen Rüdigers Mutter sein.", hörte sie auf einmal eine Stimme vom Eingang her sagen und drehte sich um. Dort stand eine dunkelhäutige, ältere Dame, die Karin anlächelte.








    "Guten Abend, ich bin Silke Obermeier. Ihr Sohn schickt mich, damit wir uns kennen lernen."

    Na super! Das war also die berühmte Verrückte Schnalle, die ihr Sohn so toll fand. Die hatte ihr gerade noch gefehlt.

    Silke sah sich um und kam näher an Karin heran.

    "Sagen Sie, haben sie herausgefunden, ob Nelly jetzt schwanger ist, oder was?"

    "Äh... also ... um ehrlich zu sein, denke ich nicht, dass sie schwanger ist. Sie hat womöglich ein ganz anderes Problem..."








    ----------------------------------






    Ja, Antworten wollen wir alle haben. Die einen suchen nach dem Grund für eine verlorene Kindheit. Die anderen nach neuem Leben. Und dann gibt es diejenigen, die die Antwort zu glauben wissen, sie aber noch nicht preisgeben konnten...








    Es war und bereits Abend geworden. Wo blieb Jakob nur so lange? Normalerweise müsste er doch jeden Moment kommen. Eva saß ungeduldig im Wohnzimmer. Bich war oben im Schlafzimmer, was der Haushälterin nicht gerade ein gutes Gefühl verschuf. Nervös stand sie auf und ging in die Küche. Ein Tee wäre jetzt genau das Richtige. Sie nahm einen Becher aus dem Schrank, suchte sich ihre Lieblingsteesorte aus und drehte sich zum Wasserkocher. Doch als sie diesen einschalten wollte, klingelte ihr Handy, das im Wohnzimmer lag. Schnell schaltete sie den Wasserkocher ein und rannte zu ihrem Telefon. Dann geschah das Unfassbare. Kaum hatte sie drei schritte gemacht, da ertönte ein ohrenbetäubender Knall.








    Erst war es ein lautes Zischen und Knallen, dann ein diabolisches Poltern. Und ehe sie einen weiteren Wimpernschlag machen konnte, traf sie bereits eine heftige Wucht am Rücken und schleuderte sie durch das komplette Wohnzimmer, durch die Fensterscheibe auf die Terrasse. Überall war Rauch und Feuer. Es roch nach verbranntem Holz und Gummi. Und als Eva versuchte wieder aufzustehen, wurde ihr bewusst, in was sie sich da verstrickt hatte. Anscheinend wollte jemand nicht, dass sie noch mehr Antworten erhielt...




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    Geheimnisse einer Kleinstadt




    folge 7: brennende neuigkeiten







    Es war eine sternenklare Nacht. Mancher Spaziergänger würde sie sogar als die schönste Nacht seit Jahren bezeichnen. Die Luft war frisch, klar und wohl duftend. Auch die Stille dieser Nacht war berauschend. Kaum Verkehr, bloß das Leise Rascheln der Bäume und die interessantesten Geräusche, die die Natur zu bieten hatte füllten die wunderschöne Nacht.




    Eine dieser Spaziergänger war Manuela Berg. Die junge Reporterin war gerade erst von der Arbeit gekommen, hatte ihren wagen in der Garage abstellt und hatte sich zu einem nächtlichen Spaziergang aufgemacht. Die letzten Tage waren hart gewesen. Sie hatte kaum geschlafen. Es passierte nicht oft, dass ein junges Mädchen in einer solchen Kleinstadt misshandelt wurde. Und dann auch noch ihr mysteriöses Verschwinden. Zu gerne hätte Manuela sich noch länger mit dem Fall befasst, jedoch hatten ihre Vorgesetzte andere Pläne. Manuela sollte erst die Monatskolumne beenden. Den Fall Lily übernahmen ihre Kollegen.
    Es war zum schreien. Gerade dieser Stress war es, der ihr Kraft gab. Zumindest war sie durch die viele Arbeit abgelenkt. Abgelenkt von... Jakob. Und von dem, das vor einigen Monaten geschehen war. Sie spürte wie der Brechreiz sich langsam vom Magen her die Speiseröhre hoch bewegte. Sie hatte eine Frau erschossen.





    Ihr Herz raste und auf einmal fühlte sich diese vermeintlich wunderschöne Nacht nicht mehr so gut an. Sie griff instinktiv in ihre Tasche und zog einen kleinen, ausgeschnittenen Zeitungsartikel heraus. Vom vielen öffnen war er bereits ganz zerknittert und drohte auseinander zu fallen. Sie wusste nicht mehr wie oft sie diesen Artikel schon gelesen hatte.
    "Frau wird von Steinlawine erschlagen. Ihre Leiche ist kaum zu identifizieren."
    tränen liefen Manuela über die Wangen, als sie das verpixelte Gesicht von Doris Atltburgh sah. Es war alles ihre Schuld. Jakob hatte sein ganzes Erspartes für sie ausgegeben. Er hatte bluten müssen, damit sie nicht ins Gefängnis musste. Was er getan hatte, konnte Manuela noch immer nicht ganz begreifen. Er hatte so viel riskiert. Seine Karriere, die schließlich alles für ihn bedeutet... Er... er war ein guter Mensch. Zu gut für sie, deswegen war sie auch...
    Dann, urplötzlich, wurde die stille Nacht laut. Für Sekunden brach die Hölle auf Erden aus. Das Geräusch war so laut und durchdringen, dass sogar der Boden vibrierte. Es war eine Explosion.


    -----------------------




    Zur selben Zeit. drei Straßen weiter, saßen Rüdiger, seine Mutter und Silke zusammen und grübelten. Diese Nacht war einfach perfekt zum Grübeln, dachte sich Rüdiger, der die Sterne durch das kleine Wohnzimmerfenster betrachtete. Er wusste, diese Nacht war etwas besonderes.
    "... müssen wir dir sagen, dass du leider nicht Recht hattest, mein Schatz.", sagte Silke zu Rüdiger und legte ihre Hand auf seine. Der Zuckte zusammen und kehrte aus seiner Gedankenwelt in die Realität zurück.
    "... äh... und was soll das jetzt heißen? Ist Nelly jetzt schwanger oder nicht?" Rüdiger sah abwechselnd Silke und seine Mutter an. Man sah Silke an, dass sie es sich schwer tat. Rüdiger war doch so nett und unschuldig. Sie konnte es nicht übers Herz bringen ihm diese schlechte Neuigkeit zu überbringen. Ganz anders sah das jedoch seien Mutter:
    "Junge, deine Ehefrau, Gott, das klingt so falsch. Na ja, sie ist nicht schwanger. Wir denken eher, dass sie abhängig ist."
    Rüdigers Gesicht blieb versteinert.




    "Äh.. .was?"
    "Na... also... mein Gott, Junge, deine Perle ist ein Junkie! Die zieht sich Stoff rein. So ist das!"
    Silke konnte förmlich spüren, wie das Messer in Rüdigers weiche Herz gestoßen wurde. Seine Mutter war aber auch so schonend wie eine Beipass-OP ohne Narkose.
    "Rüdiger, Schatz. Hör zu, ich kenne da jemanden. Er kann ihr sicher helfen. Er ist Spezialist für so etwas." Silke versuchte so aufmunternd wie möglich zu wirken, doch an der versteinerten Art des jungen Mannes war es unschwer zu erkennen, dass das Schiff bereits den Eisberg gerammt und am versinken war.
    "Und... er könnte ihr wirklich helfen? Ich meine... wie... warum... eine Nelly?"
    Ein fünf jähriger Junge saß auf einmal vor ihnen Winselnd und dem Tränen nahe. Er sah aus, als hätte seien Mutter ihm gerade einen Monat lang Fernsehverbot erteilt.





    "Der Mann muss ein Profi sein. Dr. Walker. Er ist neu hier eingezogen. Ihn kann man sogar Googlen.", sagte Karin und Rüdiger nickte stumm.
    Rüdiger hatte gewusst, dass die Ehe nichts einfaches war. Aber er erinnerte sich an den Schwur, den er Nelly gegeben hatte. Wie in guten und in schlechten Zeiten. Bisher hatte er sich nicht richtig vorstellen können, was der Pfarrer damit ausdrücken wollte, doch jetzt wurde es ihm bewusst. Nelly brauchte Hilfe. Und er würde alles tun um...
    Und dann, urplötzlich brach die Hölle auf Erden ein. Ein lauter Knall erfüllte das ganze Trailerhouse. Bilder fielen von den Wänden und der Fernseher ging aus.
    Sofort starrte Rüdiger hinaus in die eben noch so friedliche Nacht. Es war eine Explosion.


    -------------------------------




    Beruhigend wirkte die Nacht auch auf den ehemaligen Stararchitekten Jakob Winter. Zu lange hatte er in seinem Büro gesessen. Er wollte nicht wieder zurück. Irgendetwas sagte ihm, dass es ein Fehler war die junge Asiatin bei sich leben zu lassen. Es war nicht wirklich etwas bedrohliches, dass er fühlte. Es war eher sein Kopf, der eine Barriere aufbaute. Es ging wohl einfach darum, dass wieder eine Frau bei ihm war. Eine Frau, mit der er geschlafen hatte. Wie hatte er das nur tun können? War er wirklich so verzweifelt?
    Wäre bloß sein Herz so klar wie diese wundervolle Nacht, dachte er sich und setzte sich auf eine Parkbank. Er konnte sich nicht länger etwas vormachen. Er vermisste sie. Er vermisste Manuela.
    Es tat ihm weh. Er hatte alles für sie getan. Er hätte auch noch viel mehr getan, wenn er es könnte. Aber sie war nicht geblieben. Sie hatte sich von ihm abgewendet.
    "Scheiße!", schnaufte er und warf einen Stein in ein Gebüsch.
    Dann, urplötzlich ertönte ein Donnern und Poltern. Schlagartig wurde es heller.




    "Heiliger Strohsack...", wisperte er und betrachtete wie sich in Zeitlupe vor seinen Augen eine Wolke aus Feuer und Staub in den Himmel wuchs. Das war eine Explosion.

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    [SIZE=6]Die Simlinge von Riverview[/SIZE]
    [SIZE=4]Eine Kleinstadt und ihre Geheimnisse [/SIZE]


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  • Es war keine schöne Nacht für die junge Bich Lin. Zusammengekauert saß sie auf Jakobs Bett. Die Fenster hatte sie zugezogen. Angst war das einzige, das sie in dieser Nacht spürte.








    Aber es wunderte sie nicht, dass sie sich so fühlte. Viele Nächte hatte sie so verbracht. Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr um Jahr. Es war ein Teufelskreislauf, der nicht zu enden schien. Egal, was sie auch versuchte zu tun, sie hatte es nicht geschafft aus ihrem alten Leben zu fliehen. Und nun, da sie bei Jakob war und eigentlich sicher war, musste sie feststellen, dass es ihr genau so schlimm ging. Die Angst ließ sich nicht so leicht besiegen. Denn sie wurde gesucht. Und ihr war klar, dass man sie früher oder später finden würde. Gut, dass sie jetzt Jakob hatte, mit seiner Hilfe würde sie es schaffen. Ganz sicher.

    Die Asiatin wollte sich gerade hinlegen, als es Knallte. Die Wände wackelten, Scheiben zersprangen und dann, im nächsten Augenblick sah sie bereits die Wand neben sich zusammenfallen. All das geschah so schnell, dass sie das ohrenbetäubende Poltern nicht mehr registrierte. Aber eines war klar: Es war eine Explosion.




    ------------------------------




    Ja, es war eine sternenklare Nacht. Eine schreckliche Nacht, wie sich herausstellte. Junge Ehen wurden mit einem mal in der Krise. Junge Frauen sorgten sich um ihre Zukunft und zwei Spaziergänger wurden auf tragische Weise ... zusammengeführt.








    "Hallo?", rief Manuela verzweifelt und versuchte durch den dichten Rauch etwas zu erkennen. Doch sie bekam keine Antwort. Fink sprang sie über den kleinen Zaun und rannte an Jakobs Swimmingpool entlang zur Gartentür, in der Hoffnung jemanden zu finden. Und tatsächlich. Da lag jemand.








    Es war ein grausiges Bild. Eva Neumann lag auf den schmutzigen Fliesen. Glassplitter steckten überall in ihrer Haut. Manuela wurde schlecht. Ihr ganzer Körper zitterte. Schon wieder lag eine tote Frau vor ihr. Und schon wieder war es hier, in Jakobs Haus...

    "Mein Gott! Eva!" Jakob stand geschockt hinter Manuela und traute seinen Augen nicht.








    "Wir müssen Sie hier wegschaffen! Wer weiß, ob noch etwas explodiert!", rief Manuela, die sich gefasst hatte und zog die Frau zur anderen Seite des Gartens, dort, wo man einigermaßen gut atmen konnte.

    "Wir konnte das nur passieren?" Jakob war außer sich. Er sah sein Haus in Flammen. Doch es war nicht nur das Haus, das da verbrannte, es war mehr als das. Es war ein ganzes Leben. Es fühlte sich an, als wäre das das Ende.




    Ja, es war eine wirklich schreckliche Nacht. Die schrecklichste Nacht, die Riverview seit langem erlebt hatte. Bleibt die Frage, ob man noch mehr Nächte erleben würde ...

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  • -riverview-
    Geheimnisse einer Kleinstadt




    folge 8: spiel auf risiko


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    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif][/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Lassen mich los! Lassen mich los!“ Die Schreie der jungen Frau waren ängstlich und sprachen Bände darüber, welche Qualen sie durch diese Person durchlebt haben musste. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Sei still, du Hure!“, brüllte der Dicke sie an. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Bitte! Lassen mich gehen!“ [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Bringt das Weib endlich zum Schweigen!“, brüllte er weiter und holte zum Schlag aus, hielt jedoch kurz vor dem Gesicht der Frau inne. [/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif][/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Nein, das ist es nicht wert. Diesmal bist du zu weit gegangen, du Hure!" [/FONT]




    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Zwei Stunden zuvor. [/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif][/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Jakob stand wie aufgelöst vor seinem Haus, das zum Teil in Flammen stand. Wie in Trance musste er zusehen, wie die Weiße Wandfarbe von der Hitze absprang und sich die Fensterscheiben verformten. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Mein Gott! Jakob! Da oben!“, rief Manuela, die genau so fassungslos neben ihm stand und deutete auf das Schlafzimmerfenster im Obergeschoss. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Bich!“, stieß Jakob aus und fand sich sofort in der Realität wieder. In einer furchtbaren Realität. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Ich muss da hoch!“ [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Ohne weiter nachzudenken hastete der Architekt los, stürmte in das brennende Haus. Der Qualm war so dicht, dass er kaum das ende seiner Stiefel am Boden erkennen konnte. Aber glücklicherweise hatte er dieses Gebäude selbst gebaut und selbst eingerichtet. Er kannte jeden Winkel des Hauses. Und so kam er auch unbeschadet an der Treppe an. Wiedereinmal bewährte sich die Stahltreppe, kam ihm flüchtig in den Kopf. [/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif][/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Flink übersprang er beim Hochsteigen einige Treppen und bahnte sich den Weg in sein Schlafzimmer. Die Hitze wurde nun unerträglich. Und schreckliche Geräusche schlossen nicht aus, das das Gebäude jeden Moment zusammenstürzen konnte. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Bich!“, rief er, als er die zierliche Gestalt am Boden liegen sah. Sie war gegen das Fenster gelehnt, so als ob sie versucht hätte dadurch zu entkommen. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Sie hustete. Als sie ihn mit ihren schwachen Augen ansah, zeigte sich ein erleichetrres Lächeln auf den schmalen Lippen der Frau. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Jakob... da bist du ja. Du hast uns gerettet." [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Uns? Jakob war verwirrt, hatte aber keine Zeit sich weiterhin darüber Gedanken zu machen. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Dann ging alles relativ schnell. Er öffnete das Fenster, nahm Bich auf die Schulter und sah dann nach unten. Dort konnte neben den wagen Umrissen von Manuela auch den Pool sehen.[/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif][/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Ja, der Pool! Und dann sprang er. [/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]------------------------------------------[/FONT]




    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif][/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Lily sprang auf. Sie hatte angst. Was dieser Junge mit ihr vorhatte, konnte sie nicht verstehen. Er war nicht normal. Aber nicht nur im körperlichen Sinne. So einen psychisch labilen Menschen hatte sie selbst in Fernsehen noch nie gesehen. Und der Gedanke daran, dass sie mit ihm hier fest saß, trug nicht gerade zu ihrer Beruhigung bei. Es gab jetzt nur noch eine Chance für sie: abhauen. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Doch das war leichter gesagt, als getan. Zwar schlief er tief und fest, aber er hatte sich strategisch vor der Tür hingelegt. So dass sie die nicht öffnen konnte. Was also tun? [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Ihr Blick fiel auf das Fenster. Super, hätte sie bloß auf ihre Mutter gehört und weniger Cookies gefressen, würde ihr Hintern da sicher durch passen. Aber so. Keine Chance. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Es gab also nur den Ausweg durch die Tür. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Vorsichtig und so leise wie möglich stieg sie aus dem alten Bett. Es Quietschte. Lily hielt den Atem an und sah zu Janas hinüber. Der machte ein leises Geräusch, schlief aber immer noch tief und fest. Puh... Glück gehabt. [/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif][/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Behutsam schlich sie sich auf Zehenspitzen zu ihm. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie eine Schuhe trug. Sie war Barfuß. Nicht gerade praktisch, wenn man vor einem Psycho fliehen wollte. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Sie beugte sich über ihn, und drückte die Türklinke nach unten. Gut. Die Tür war nicht verschlossen, denn sie ging einen Spalt weit auf. Fahles Mondlicht schien durch den kleinen Spalt. Jetzt musste sie ihn nur noch bewegen. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]So leise sie nur konnte ging sie in die Hocke und griff ihn an den Beinen. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Seltsam. Wenn er schlief wirkte er wie ein kleines Kind. Von Bedrohung war keine Spur mehr zu sehen. Er war der Frieden selbst. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Jetzt nahm sie tief Luft und zog den jungen Mann einige Zentimeter von der Tür weg. Jonas schlief immer noch. Hoffentlich ging das gut. Jetzt konnte sie die Tür so weit öffnen, dass selbst ihr beleibter Hintern durchpasste. Ohne weiter zu zögern hüpfte sie los und lief auf der Tür. Doch dann, wurde sie brutal nach hinten gezogen. [/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif][/FONT]


    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Bleib hier!", rief Jonas, der plötzlich wach war und sie am Bademantel festhielt. Panik stieg in Lily hoch. Sie nahm all ihre Kraft zusammen und kämpfte gegen seinen Griff an. Es gab nur eine Lösung: Sie öffnete den Bademantel. Jonas fiel nach hinten und Lily rannte los. Wohlgemerkt war sie Barfuß und in Unterwäsche. [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]So schnell ihre Beine sie nur tragen konnten sprintete die junge Frau durch das alte Industriegebiet. Sie musste schneller rennen. Er würde sie einholen. Er war schneller als sie, er war stärker als sie, er hatte mehr Kondition als sie... [/FONT]
    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Das Fahrrad! Ihr Blick fiel auf Jonas Fahrrad, dass an einem alten Fabrikgebäude stand. Schnell schwang sie sich auf den Sattel und fuhr davon, in der Hoffnung, dass Jonas sie nicht kriegen würde. Wo sollte sie jetzt hin? Nach Hause, oder irgendwo abtauchen? [/FONT]



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    [SIZE=6]Die Simlinge von Riverview[/SIZE]
    [SIZE=4]Eine Kleinstadt und ihre Geheimnisse [/SIZE]


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  • [FONT=Futura Lt BT, sans-serif][/FONT]




    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Jakob tauchte auf. Das Wasser war eiskalt, fühlte sich auf seiner heißen Haut jedoch angenehm an. Er zog Bich Lin an den Rand des Beckens und rief Manuela zu. Mittlerweile hatten die Flammen bereist das halbe Haus in ihrem Besitz genommen. Sie mussten schleunigst hier weg. eine Gestalt tauchte aus dem dichten Rauch aus. Sie griff nach Bich und zog sie mit einem Ruck aus dem Pool. Jakob wollte sich gerade bedanken, als er einen heftigen Tritt ins Gesicht bekam. Ihm wurde schwarz vor Augen und er spürte wie ihm das Blut in den Kopf schoss, als er unter Wasser gedrückt wurde. [/FONT]




    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Jakob!", schrie Manuela, die mitangesehen hatte, was geschehen war. [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Da war ein Mann. Er war breit gebaut, doch mehr konnte sie nicht mehr erkennen. Man hörte wie die Türen eines Autos zugeschlagen wurden und kurz darauf ein lautes Motorengeräusch und quietschende Reifen. [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Jakob!", schrie Manuela lauter und bückte sich zum Pool hinunter. Er lag im Wasser. Gekonnt griff sie nach ihm und zog ihn heraus. Er hustete stark, als Manuela ihn vom Grundstück zog. [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Es dauerte nicht lange, da erlangte er das Bewusstsein wieder. [/FONT]




    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Was... was ist mit Bich?" [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Da... da war so ein Mann...", antwortete Manuela geschockt und merkte, wie unwirklich ihr die ganz Situation vorkam. Was auch immer geschehen war, sie wusste, dass sie nun ein Teil davon war. [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Ich muss ihr helfen." Jakob stand wieder auf und hielt sich den Kopf. [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Was sind das für Leute, Jakob?" [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Keine Ahnung, aber sicher haben sie etwas mit der Explosion zu tun. Ich habe jetzt keine Zeit. Wo sind sie lang gefahren?" [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Sie... du kannst denen doch nicht hinterher fahren. Die machen dich alle!" Manuela sah den Architekten mit dem besorgtesten Blick an, den sie drauf hatte Sie hätte nie gedacht, dass sie jemals wieder um Jakob besorgt sein würde. Na ja, sie musste auch gestehen, niemals gedacht zu haben, dass sie heute eine Leiche sehen und im Garten eines brennenden Hauses stehen würde. [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Hör zu, Jakob. Die Feuerwehr ist unterwegs. Und auch die Polizei." [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Was? Nein, keine Polizei!"[/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Was ist los mit dir, Jakob?" [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Bich hat gesagt, dass sie keine Polizei will." [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Mein Gott, Jakob. Du bist im Moment nicht gerade in der Position um auf ihre Wünsche einzugehen. Sie ist schließlich entführt worden." [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Jakob überlegte. Seine Kleidung triefte vom Chlorwasser. Ihm wurde kalt. In der Ferne rollten bereits die Einsatzwagen der Feuerwehr an. [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Komm jetzt, wir gehen zu den Nachbarn bis Hilfe eintrifft. Du musst ins Warme." [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Nach kurzer Überlegung willigte er ein und ließ sich von Manuela zu den Nachbarn schleifen, die bereits am gaffen waren. [/FONT]




    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]Ja, wir gehen alle Risiken ein. Die einen um ihr eigenes Leben zu retten. Und wieder andere kämpfen um das Leben anderer. Doch die Gründe für diese Entscheidungen sind meist verwirrender als die ganze Situation selbst...[/FONT]




    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif][/FONT]




    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Warum willst du sie überhaupt retten? Und was wollte sie von dir?", fragte Manuela und reichte Jakob eine Tasse warmen Tee. Im Hintergrund schoss bereits Wasser aus den Schläuchen der Feuerwehrmänner. [/FONT]

    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Ich weiß nicht... sie sagte, zu mir: Danke, dass du unser Leben gerettet hast. Sie sprach in der Mehrzahl... ich glaube sie ist schwanger. Von mir." [/FONT]




    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif][/FONT]




    [FONT=Futura Lt BT, sans-serif]"Was? Aber... das... das ist doch unmöglich..." [/FONT]


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    Geheimnisse einer Kleinstadt




    folge 9: ungewissheit







    Viele Menschen werden tagtäglich von ihr geplagt, der Ungewissheit. Für manche ist die Ungewissheit über den Ausgang eines Fußballspieles ein Grund zum verzweifeln. Für Schüler das Abschneiden in einer Klassenarbeit und für sorgende Ehemänner, wenn sie nicht wissen, was mit ihrer Liebsten geschehen ist...




    Es war Mitternacht. Von der Kirche tönte das dunkle Glockenspiel, als Rüdiger die Straße entlang ging. Lily, seine Mutter und Silke waren zu Bett gegangen. Er hatte nicht schlafen können. Die ganze Sache mit Lily hatte ihn mehr mitgenommen, als er selbst angenommen hatte. Warum hatte sie ihm nichts erzählt? Er war ihr Ehemann. Er liebte sie und sorgte sich um sie. Wie hatte sie ihm das nur antun können?
    Silke hatte vorgeschlagen, dass sie im Moment nichts zu ihr sagen sollten. Sie würden sie morgen zu Doktor Walker bringen. Dann würde schon alles gut gehen. Es war ein seltsames Gefühl nicht zu wissen, was los ist. Er kannte dieses Gefühl nur zu gut. Wenn eines seiner Pflanzen im Garten von irgendwelchen Parasiten befallen waren, konnte er oft tagelang nicht schlafen ehe er eine Lösung hatte. zugegeben, diese Analogie passte nicht wirklich, aber der Gedanke an seinen Garten ließ ihn durch atmen.




    Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er nur sehr wenig über Lily wusste. Sie war eine Frau, war in Sunset Valley aufgewachsen und arbeitete als Kindergärtnerin. Ihre Lieblingsfarbe war gelb und sie mochte Tomaten. Was sie auch mochte waren kleine Marzipanherzen. etwas, dass sie beide gemeinsam hatten.
    Aber das sie Drogen nahm... das hatte er sich nie denken können. Er dachte an die Zeit, als er sie im Datingforum kennen gelernt hatte. Sie hatten lange gechattet und sich dann irgendwann getroffen und verliebt. Das war die schönste Zeit im Leben des Gärtners gewesen. Eigentlich war sie das auch bis vor zwei Stunden auch gewesen. Aber dieser Vorfall hatte irgendwie alles verändert. Er hatte angst.




    Rüdiger wollte sich gerade auf eine Parkbank setzen, als aus dem Gebüsch etwas heraus geschossen kam. Doch, was er da sah, verschlug ihm die Sprache. Wow... träumte er etwa?





    Lily raste an dem dicken Typen an der Bank vorbei. Ihr Herz spielte verrückt und gleichzeitig zitterte sie am ganzen Leib. Wäre es bloß nicht so kalt, dann wäre es nur halb so schlimm, dass sie in Unterwäsche Fahrrad fuhr. Aber sie durfte jetzt nicht langsamer werden. Sie traute sich kaum nach hinten zu sehen. Er würde sie einholen, das wusste sie. Also strampelte sie noch schneller. Sie wollte nur noch nach Hause. Zu ihrer Mutter. In Sicherheit.
    Sie bog in die Straße, in der sie lebte und steuerte ihr Haus an. Alle Lichter waren erloschen. Es war niemand mehr wach. Sie sprang vom Fahrrad, ließ es auf das feuchte Gras fallen und lief zur Tür. Seltsam. Sie war nicht abgesperrt.




    Sie öffnete die Tür und trat ein. Alles schien normal zu sein, als sie das Licht einschaltete. Es fühlte sich gut an wieder zu Hause zu sein. Doch das Gefühl der Angst saß ihr immer noch im Nacken. Um so mehr war sie darauf erpicht in das Schlafzimmer ihrer Mutter zu gehen und sie endlich wieder in die Arme schließen zu können.






    Im selben Moment, einige Straßen weiter, klingelte bei Familie Walker das Telefon. Kathe wachte auf. Sie warf ihr Buch zur Seite und hastete zum Hörer. Hoffentlich war es Jonas, dachte sie. Als sie jedoch abhob, erwartete sie eine dunkle, aber nicht unbekannte Stimme.
    "Guten Abend, Frau Walker. Ich bin es, Doktor Brooker."
    "Ah... Doktor. Und, wie sieht es aus?"


    "Alles bestens, ich habe meinem Patienten die Medizin verschrieben. Sie kam wie erwartete zu mir. Sie konnte durch die ganze Ungewissheit wegen ihrer Tochter keine Ruhe finden. Aber, das Problem hat sich jetzt gelöst. Sowohl meiner Patientin, als auch ihres, Frau Walker."
    Kathe war erleichtert. Endlich mal etwas, das klappte.
    "Meine Patientin wird seelenruhig einschlafen. Und hoffentlich das mitnehmen, was sie eventuell von ihrer Tochter erfahren hat."
    "Sehr gut, Doktor. Das Geld werde ich sofort überweisen."
    "Es ist mir immer wieder eine Freude mit Ihnen Geschäfte zu machen. Schließlich sind sie meine treuesten Kunden."
    Als Kathrin Walker den Hörer auflegte und das Telefonat beendete, wusste sie, dass das nicht das einzige war, das in dieser Nacht zu Ende ging...

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  • "Mutter? Mutter!" Lily trat zögernd in das Schlafzimmer ihrer Mutter. Was war nur los? Sie reagierte nicht. Lily schrie lauter. Doch nichts. Sie reagierte nicht.

    "Mom! Bitte! Wach auf! Ich bin es! Lily!"

    Dann fiel ihr Blick auf den Nachttisch. Tabletten lagen verstreut auf dem edlen Holz.

    "Mutter!" Schnell stürmte Lily ans Bett und sah den Körper panisch an. Lebte sie noch?

    Verzweifelt und mit Tränen in den Augen versuchte sie einen Puls zu fühlen. Die versuchte es am Hals, an den Handgelenken und wieder am Hals... doch nichts... absolut nichts.

    Dann schrie sie aus voller Kehle und brach in Tränen aus.

    Nein, sie durfte nicht tot sein... sie... sie musste leben!




    Verzweifelt schlug sie auf den toten Körper ein. Sie versuchte sie zu reanimieren, aber alles blieb erfolglos. Ihre Mutter war tot.








    "Lily...?" Jonas trat vorsichtig in den Raum. Als er das aufgelöste Mädchen sah, bekam er selber Angst. Doch anstatt, dass sie wieder weg lief, lag sie einfach nur da und weinte. Jetzt war alles egal. Nichts war mehr wichtig. Lily hatte alles verloren, was ihr im Leben wichtig gewesen war. Was auch immer jetzt geschah, es konnte nicht mehr schlimmer werden.










    "Diese verfluchte Schlampe!", brüllte Jonas auf einmal los, als er das Privatrezept neben den Pillen liegen sah. Wütend starrte er das kleine Stück Papier an und konnte es kaum fassen.

    "Doktor Brooker... ich wusste es. Meine Mutter ist das für verantwortlich!"

    Für einen Moment hörte Lily auf zu weinen.

    "Wa... was? D... deine Mutter?"

    "Ich habe es gewusst! Mir war so klar, dass sie so weit gehen würde um es zu vertuschen! Aber damit ist sie zu weit gegangen."

    "Warum hat sie das getan? Warum???" Aufgelöst stand Lily vor Jonas und konnte sich nicht mehr auf ihren Beinen halten. Von Schmerzen geplagt fiel sie in Jonas Arme und krallte sich an ihm fest.








    Ironie des Schicksals. Zuerst hatte sie ihn gehasst und nun... nun war er der einzige, zu dem sie noch Vertrauen hatte. Irgendwie...

    "Damit ist meine Mutter zu weit gegangen..."






    Ja, wir alle fürchten die Ungewissheit. Doch was passiert, wenn ein Sohn die Wahrheit über seine Eltern herausfindet? Was auch immer geschah, der Sohn war sich sicher, das ihn die Ungewissheit nicht mehr plagen würde...




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    Geheimnisse einer Kleinstadt




    folge 10: gesucht, gefunden



    Es viel außergewöhnliches in Riverview. Da gab es den sprechenden Hund von Frau Walter, der jedoch nie etwas sagte, Oswald Smith, der wie er selbst sagte, einmal den Atlantik mit einem Bananenboot überquert hatte und... eine Praxis auf einem Hausboot.








    "Dr. Walker. Therapeutische Medizin... Das ist gar kein Steuerberater!" Nelly sah Rüdiger verstört an. Sicher hatte ihr trotteliger Liebling wieder einmal etwas verwechselt.

    "Äh... also.. also ja, wie soll ich sagen?"

    "Mensch, Junge! Jetzt kannst du das Spiel aber auch sein lassen. Ts... was hab ich nur falsch gemacht, mit dir? Also, Nelly, wir wissen, was mit dir los ist und wollen dir helfen.", sagte Karin gelassen und drückte die Zigarette an der Reling ab.

    "Mutter, du darfst den Glimmstängel nicht in den Fluss werfen. Da leben doch Fische. Wenn du denen was tust? Und du weißt wie gerne ich angle."

    "Aber du tötest sie doch auch?!"








    "Nein, niemals. Ich lasse sie dann schnell wieder frei." Rüdiger lächelte. Nelly hatte die Fassung zurückgewonnen und stemmte die Hände in die Hüften.

    "Seit ihr wahnsinnig? Silke... gerade von dir hätte ich erwartet, dass du ihnen diesen Unsinn ausredest. Ich... ich hätte Probleme. Sei doch albern. Ihr kennt mich doch!", lachte Nelly nervös.

    "Ach, Nelly. Wir wollen dir doch nichts böses. Wir wollen das zusammen mit dir klären." Silke versuchte nicht zu kindlich mit ihr zu reden. Doch Rüdigers Art steckte sie irgendwie an.

    "Ach... jetzt hört mal zu! Wenn ich Probleme habe, dann kann ich die selber lösen, klar?! Ihr... Ts..."

    Plötzlich öffnete jemand die Tür. Alle drehten sich zu dem Mann im Anzug um und lächelten. Nur Nelly blieb verbissen. Aber je länger sie diesen Mann ansah, desto merkwürdiger kam er ihr vor. Irgendwie hatte sie das Gefühl ihn irgendwo her zu kennen. Aber nur wo? Hatte er ein Kind in ihrem Kindergarten? Oder war er mit ihr im Buchklub? Nein...








    "Kommen Sie doch erst einmal herein. Tut mir übrigens Leid, wegen dem Boot.",begann Doktor Walker "Aber meine Praxis wird gerade erst renoviert."

    "Das macht doch nichts. Wir sind nur froh, dass Sie meiner Frau helfen wollen."

    "Natürlich. Nehmen Sie doch Platz."

    Der Therapeut deutete in einen gemütlichen Raum, in dem allerhand Sitzmöbel standen.

    "Wow...", staunte Rüdiger, dessen Augen strahlten, als er die schöne Einrichtung sah.

    "Sie glauben gar nicht, was uns dieses Wow monatlich kostet!" Eine junge Frau trat in den Raum und gab jedem höflich die Hand.

    "Das ist meine Frau, Kathrin!"








    "Ts... Sie haben wohl noch nie ein richtiges Bötchen gesehen. Ich kann Ihnen sagen, die Dinger können Sie arm machen. Sagen Sie, haben Sie Scotsch?" Rüdigers Mutter grinste in die Runde, wobei Silke und Nelly simultan die Augen verdrehten.

    "Was denn? Meine Kehle ist so trocken!"

    "Ich lasse Sie dann mal alleine. Bis dann."

    Damit verließ Kathrin den Raum und machte sich auf den Weg in den Bauch des kleinen Schiffes.








    "Wie kann ich Ihnen denn helfen?"

    "Meinen Sie mich? Also mir geht es gut. Vielleicht sollten sie meine Begleiter mal untersuchen, die haben mich schließlich für verrückt erklärt.", meinte Nelly.

    "Wir haben den Verdacht, dass sie Drogen nimmt. Wir haben eine Spritze gefunden."

    "Was?" Nelly sah alle entsetzt an.

    "Hören Sie, Nathalie, das können wir alles klären. Sie müssen nur Vertrauen haben. Ich bin nur hier um Ihnen zu helfen, denken Sie daran..."






    Ja, Ärzte können beruhigend klingen. Sie können einem Dinge erzählen, die einen Mut und Hoffnung machen. Denn sie wollen nur helfen... oder?








    Kathrin Walker stutzte. Konnte das sein? Sie ließ das Testprogramm erneut durchlaufen. Ihre Finger lagen feucht auf der Maus. Das... das war doch unmöglich! Sie hatten endlich Erfolg! Positiv! Die Probe war positiv! ein Stein fiel ihr vom Herzen. Bald würde alles anders werden. Alles würde besser werden.

    Mit einem lächeln auf den Lippen schaltete sie den Bildschirm aus und ging nach oben. Dort angekommen, klopfte sie, entschuldigte die Gäste und flüsterte ihrem Mann die alles entschiedenen Worte ins Ohr.

    "... Nathalie ist es! Sie hat das, was wir suchen."








    Rüdiger fühlte sich gleich viel besser. Er konnte nicht ganz sagen ob es dieser Arzt war, oder einfach die Tatsache, dass er mit Nelly über das Problem sprach. Feststand, dass er ich besser fühlte. Nelly würde es bald besser gehen. Da war Rüdiger sich sicher. Und außer dem liebte er Schiffe. Obwohl er nicht schwimmen konnte. Aber seine Mutter hatte ihm oft genug klar gemacht, das das nicht schlimm wäre, denn Fett schwimme ja bekanntlich immer oben.

    Seine Mutter war eben eine Klasse für sich.

    "Doktor Walker... können wir dieses ganze Gerede nicht lassen und zum wichtigen Teil übergehen? Verschreiben Sie ihr einfach ein paar Pillen und fertig. Darf man hier rauchen?" Rüdigers Mutter schüttelte den Kopf, sie hatte genug von dieser Therapie. Und sie hasse sich dafür, dass sie eingewilligt hatte mitzukommen.

    Doktor Walker sah lächelnd zu seiner Frau und nickte.

    "Wir sollten eine Pause einlegen. Zumindest sie. Nelly und ich werden ein kleines Privatgespräch halten. Das ist effektiver."

    "Bitte... Ich sage es nicht noch einmal: Ich nehme keine Drogen! Versteht mich denn niemand?", verzweifelt versuchte Nelly sich zu verteidigen.

    "Komm schon, Schatz. Geh mit ihm mit."

    "Ich brauche das nicht!"




    Ja, Rüdiger hatte gedacht, dass er eine gute Lösung gefunden hatte. Das Ehepaar Walker hingegen war sich sicher, dass ihre lange Suche endlich ein Ende hatte...








    Plötzlich spürte Nelly einen harten, kalten Gegenstand, der gegen ihren Rücken gepresst wurde. Doktor Walker beugte sich zu ihrem Ohr und flüsterte:

    "Sie kommen jetzt stillschweigend mit. Wenn Sie einen Mucks von sich geben, töte ich Sie."

    Nellys Herz rutsche in die Hose. Sie wurde bleich im Gesicht und schluckte.

    "Äh... ich ... ich gehe schon mit. Das ... das ist keine schlechte Idee.", stotterte Nelly und Rüdiger lächelte fröhlich.

    "Oh, sehr gut. Bald wird alles gut werden! Ich weiß es!"




    Genau dasselbe hatte sich Kathrin Walker auch gerade gedacht... Bald würde alles anders sein.


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    [SIZE=6]Die Simlinge von Riverview[/SIZE]
    [SIZE=4]Eine Kleinstadt und ihre Geheimnisse [/SIZE]


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  • -riverview-
    Geheimnisse einer Kleinstadt




    folge 11: im dunkeln stochern...










    Ally und Brad Thomas waren kein gewöhnlichen Menschen. Ihr Leben lang waren sie bereits auf der Suche. Zunächst auf der Suche nach einem geeigneten Beruf, dann nach einem geeignetem Partner und nun... nach einer Person, die alles verändern könnte.

    Es war noch nie einfach gewesen auf der Suche zu sein. Doch dieses Mal schien es noch viel schwieriger zu werden, als bisher. Das war zumindest der Gedanke, als die beiden von der älteren Dame am Trailerhouse mit dem Namensschild: R. und N. Himbert abgewiesen wurden.

    Nathalie. Sie suchten diese Nathalie. Aber wer war sie nur? Wie sah sie aus? Nirgends konnten sie etwas über sie in Erfahrung bringen. Es war zum Haareraufen.








    Sie durchsuchten das Internet, durchforsteten die Personaldateien vieler Unternehmen und landeten schließlich hier in Riverview. Doch auch, als sie sich überall in der kleinen Stadt umsahen und umhörten. Aber niemand wusste etwas genaues über sie. Wer auch immer diese Nathalie war, sie war gut darin nicht aufzufallen.








    Als Brad und Ally jedoch an diesem wundervollen Tag vor dem Haus mit dem Schild "Familie Walker" standen, hatten sie schon den Verdacht, dass sie hier endlich eine Antwort finden würden.




    "Es scheint niemand da zu sein, Brad"

    "Hm... sieh mal die Tür... jemand hat sie aufgebrochen." Brad betrachtete die Schrammen an der Tür und drückte dagegen. Sie ging auf.








    "Hallo? Jemand zuhause?", fragte Ally vorsichtig und tastete sich in das kalte Haus.

    "Schau dir das an... da liegt eine Bedienungsanleitung für einen Resequenzer..." Beide sahen sich besorgt an.

    "Wer braucht bitte einen Genetikapparat in der Vorstadt?"

    "Ally, da unten brennt Licht.", sagte Brad und deutete auf die offenstehende Kellertür.

    "Gehen wir runter."

    Langsam gingen sie die enge Treppe nach unten. Was sie dort jedoch erwartete, brachte die beiden aus dem Staunen nicht mehr heraus.

    "Das ist unmöglich!"

    Auf dem gesamten Kellerboden und an den Wänden waren Fotos mit Namen verstreut. Es war die gesamte Nachbarschaft von Riverview.

    "Ich glaube, wir sind nicht die Einzigen, die nach ihr suchen."

    "Das ist sehr beunruhigend. Wir müssen herausfinden wer sie ist. Vielleicht geben uns die Fotos darüber Aufschluss." Brad machte sich sofort an die Arbeit und durchwühlte die vielen Bilder.








    "Brad, ich glaube ich weiß wer sie ist. Hier... da ist gerade eine E-Mail angekommen. Sie wurde von einem Programm geschickt. … hm... Anscheinend war es so eingerichtet, dass wenn die DNA-Probe korrekt ist, hier sofort eine Benachrichtigung erscheint. Sieh nur... diese Walker-Leute haben sie also gefunden."

    "Bleibt nur die Frage, wo sie sich jetzt befinden!?"

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  • Jakob hatte die ganze restliche Nacht kein Auge zu bekommen. Nicht die Tatsache, dass sein teures Eigenheim binnen Stunden zu wertloser Asche verpufft war, machte ihm zu schaffen, es war viel mehr der Gedanke daran, dass binnen weniger Tage sich sein Leben so rasant geändert hatte.

    Wenigstens gab es einen Lichtblick, der die Situation ein kleines Bisschen aufhellte; seine Haushilfe Eva schwebte außer Lebensgefahr.

    Er hätte es sich nie verzeihen, wenn ihr etwas zugestoßen wäre. Er verdankte ihr zu viel. Nach Doris' tragischem Tod und ihrem durchdachten Verschwinden, hatte er eine starke Schulter gebrauchen können. Gut, Eva war jetzt nicht gerade die warmherzigste aller Frauen, sie war nicht einmal die netteste, oder gar die verständnisvollste, aber sie hatte etwas an sich, dass Jakob nur bei wenigen weiblichen Wesen bisher bemerkt hatte: Inneren Frieden und Zufriedenheit.








    „Jakob! Jakob! Du wirst es nicht glauben!“ Manuela kam in die Küche gelaufen. Diese ganze Situation war so absurd. Erst vor einem halben Jahr hatten sich die beiden den Rücken gekehrt. Sie wollten sich nicht mehr sehen, weil das, was sie verband, mit einer schrecklichen Tat zusammen hing.

    Und nun, am morgen nach der Zerstörung seines Hauses, waren sie wieder ein Team. Ein seltsames Team, das dazu noch eine seltsame Aufgabe verfolgte: Die Rettung einer eigentlich völlig fremden Prostituierten, die ganz plötzlich in Jakobs immer kleiner werdendes Leben geplatzt war. Die aber eine solche Ausstrahlung hatte, dass Jakob nicht anders konnte, als ihr zur Hilfe zu kommen. Nicht zuletzt war die Tatsache wichtig, dass sie möglicherweise ein Kind von ihm erwartete. Wobei Manuela das für äußerst fragwürdig hielt.

    Jakob sah zu Manuela, die ihm eine große Landkarte und einige Fotos vor die Nase warf.

    „Sieh nur, das sind Aufnahmen, die eine Überwachungskamera im Industriegebiet gestern Nacht gemacht hat...“








    „Das ist ein schwarzer Pickup...“ Jakob überlegte und Manuela zeigte ihm ein weiteres Bild.

    „Ein Nachbar hat gestern gesehen, wie genau dieser schwarze Wagen gestern während des Brandes von deinem Haus weggefahren ist. Das müssen die Kerle gewesen sein, die Bich entführt haben. Ganz sicher!“ Manuela war in ihrem Element. Sie war zwar nicht die beste Köchin, Haushälterin, Geliebte und Freundin, aber Journalistin war sie durch und durch. In diesem Metier machte ihr niemand so schnell etwas vor. Und wenn sie sich hinter eine Story klemmte, dann ruhte sie nicht ehe sie alles darüber herausgefunden hatte.

    „Dann los! Worauf warten wir noch?“, fragte Jakob, der bereits aufgesprungen war.








    „Na … auf den Anruf der Versicherung?! Schließlich ist gestern Abend dein Haus explodiert und ausgebrannt!“, meinte Manuela skeptisch.

    „Die haben meine Handynummer. Los, wer weiß, was die der Frau angetan haben.“ Jakob war willig Bich zu helfen. Diese Frau hatte etwas an sich. Eine Kraft, die er nicht zu erklären vermochte. Ihr zu helfen war das einzig Richtige, was er tun konnte.

    „Na gut, dann los. Mein Wagen steht vor der Tür. Es ist ein altes Fabrikgebäude, wo die Fremden ausgestiegen waren.“








    Ja, viele Menschen stochern ihr Leben lang herum. Manche haben nach langer, beschwerlicher Suche endlich Erfolg. Andere jedoch kommen schneller ans Ziel. Aber ob die erstocherten Informationen wirklich nützlich sind bleibt eine ungelöste Frage; eine gefährliche Frage...




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