[Fotostory] Projekt 086

  • Kapitel 5





    Seit Stunden stand Lex nun schon da und starrte aufs Meer hinaus. Es war ein ungewohnter Anblick für ihn, da sie erst vor einer Woche in dieses Haus eingezogen waren. Lex wollte eigentlich gar nicht aus dem alten Haus raus, aber er willigte Jims Plänen zu weil er wusste, wie sehr ihm dieses Haus an die Zeit vor vier Jahren erinnerte. Eine Zeit, in der Lex noch mitten in der Veränderung seines Körpers steckte. Wie oft hatte er nach Jim geschnappt und wie oft hatte er ihn in den Wahnsinn getrieben, weil er wieder mal das ganze Haus verwüstet hatte. Es gab Tage, da hätte Jim Lex am liebsten vor die Tür gesetzt und ihn sich selbst überlassen, aber die Gefühle die er nach und nach für Lex empfand, hielten ihn davon ab.





    „Sag, willst du dich umbringen?“
    Erschrocken fuhr Lex zusammen, war er so in Gedanken gewesen dass er ihn nicht gehört hatte?
    „Lass mich raten, du stehst die ganze Nacht schon hier oder?“
    Wie beiläufig drehte er sich um, sah kurz in die sorgenvollen Augen seines Mannes und schaute dann weg.
    Der Gedanke an das was ihm heute bevorstand, ließ sein Herz zerspringen. Wie sollte er nur die nächsten zwei Wochen ohne Jim auskommen? Noch nie waren sie länger als ein paar Stunden getrennt voneinander. Und jetzt direkt zwei Wochen?





    Auf einmal packten ihn seine Hände und zwangen Lex ihn anzusehen.
    „Lass den Kopf doch nicht so hängen, zwei Wochen die gehen auch vorbei. Du kannst doch jetzt nicht her gehen und die ganze Zeit Trübsal blasen, nur weil ich nicht bei dir bin. Denk bitte dabei auch an mich. Oder denkst du dass ich mich auf irgendwas konzentrieren kann, wenn ich weiß das du hier vor dich hin vegetierst?“
    Zaghaft lächelt er Jim an: „Ich werde das nicht überleben, das ist …“
    „Nein Lex, du kannst das. In zwei Wochen bin ich wieder hier, ich verlasse dich doch nicht. Verstehst du? Ich komme wieder. Und jetzt komm rein, sonst muss das Taxi gleich warten weil ich dich erst wieder verarzten muss. Du weißt doch zu viel Sonnenlicht bekommt deiner Haut und deinen Augen nicht.“ Energisch griff er nach Lex Hand und zog ihn hinter sich her in die Wohnung.





    Wo er Lex in seine Arme schloss und ihn mit dem von Lex so gehassten Dackelblick ansah.
    „Ja, ich gebe dir alles was du willst, aber hör auf mich so anzusehen, da wird mir immer ganz flau im Magen.“
    „Ich mache mir einfach Sorgen um dich, mir kommt es so vor als würdest du dich in letzter Zeit extrem hängen lassen. Ich mein, sieh dich doch mal an, wenn du so weiter machst bist du bald nur noch Haut und Knochen. Mittlerweile habe ich sogar schon Angst das ich dir was brechen könnte. Ja klar, ich weiß dass man dich nicht unterschätzen sollte, aber denk dran, du bist immer noch zur Hälfte ein Mensch und der braucht eben vernünftige Nahrung.“
    „Warum kannst du kein Schmied oder sonst was sein?“ in Lex Stimme lag ein leicht genervter Unterton.





    „Sei froh dass ich nur ein popeliger Pfleger bin, wäre ich das was sich meine Eltern erhofft hatten, würdest du oft nur noch schreiend weg ren ...“ er hielt inne und sah nach draußen, das Taxi war da, „Ich muss dann jetzt und weißt du was?“
    Erwartungsvoll sah Lex Jim an.
    Dieser beugte sich leicht zu ihm nach vorne und flüsterte ihm ins Ohr: „Wenn ich wieder komme gehört dein kleiner Hintern mir und ich gebe mich dann nicht mit einem Mal zufrieden.“
    Lüstern sah er Lex an, gab ihn noch einen zärtlichen Abschiedskuss und verschwand dann in das wartende Taxi dessen Fahrer schon ungeduldig am hupte.
    Traurig sah Lex dem wegfahrendem Taxi nach.





    „Jetzt beginnt also die Probe.“ sprach er voller Trauer zu sich selbst.
    Es dauerte eine gewisse Zeit bis Lex sich überhaupt mal von der Stelle bewegte und dann auch nur um sich was anzuziehen.


    Gegen Mittag wurde er von der Haustürschelle aus seiner Trance geweckt, eigentlich wollte er das Schellen ignorieren, aber seine innere Stimme drang ihn dazu an die Tür zu gehen.
    „Projekt 086 Codename Lex?“ mit diesen Worten wurde Lex angesprochen als er die Tür geöffnet hatte und nach draußen trat.
    „Woher weißt du …“ fassungslos hielt er im Satz inne, das war doch nicht möglich, „Name.“ presste Lex zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor.
    „Projekt 086 Beta Codename Sem.“



    Fortsetzung folgt ….






  • Kapitel 06





    „Wenn du hier bist um mich zurück zu holen, muss ich dich umbringen, denn ich werde nicht mehr zurück gehen.“ fuhr Lex den Jungen barsch an.
    „Ich bin doch selbst geflohen, gestern Morgen als mich dieser Amadeus zu den Treffen mit dieser Martiness mitgenommen hat und als die sich stritten habe ich mich aus dem Staub gemacht.“
    Immer noch skeptisch sah Lex sein jüngeres Ich an: „Das soll ich dir glauben? Es kommt eigentlich recht selten vor, dass mich einer bei meinen vollkommenen Namen anspricht, beziehungsweise kommt das nie vor, also was willst du?“
    „Rache, das will ich. Ich will mich an all denen rächen, die mir das hier,“ angewidert deutete er auf sich selbst, „angetan haben. Sie sollen leiden, wie ich es getan habe.“
    „Ist dir wer gefolgt?“ fragte Lex ihn, als würden sie über das Wetter reden.
    „Nein, die haben nicht bemerkt dass ich abgehauen bin.“
    Lex nickte kaum merklich und führte sein jüngeres Ebenbild ins Wohnzimmer, wo sich beide setzten und sich musternd ansahen.





    'Ich habe dir doch gesagt du bist nicht einzigartig, erinnere dich, ich habe dir damals gesagt, was die mit dir gemacht haben. Ich habe dir gesagt dass er existiert, aber warum soll man schon auf mich hören.' sprach Lex' innere Stimme wieder zu ihm.
    „Halt's Maul.“
    Erschrocken sah Sem auf: „Ich habe doch gar nichts gesagt.“
    „Ich habe auch nicht dich gemeint. Also sag, warum existierst du?“ kam es kaltherzig von Lex.
    Schüchtern sah er Lex an, all sein Mut war wie weggeblasen, die Aura des Misstrauens die Lex umgab, machte ihm Angst.
    'Er wird dir nichts tun. Vertrau ihm, dann tut er es auch' sprach ihm seine innere Stimme Mut zu.
    „Ich bin die Absicherung gewesen, falls du die Veränderung nicht überlebt hättest. Als du sechs warst, haben sie dein Potential gesehen und sich dafür entschlossen dich zu klonen. So hatten sie nicht nur die Absicherung, sondern auch den Vorteil dass wenn du die Veränderung überleben würdest, sie noch mehr von uns erschaffen konnten.“





    Wieder nickte Lex.
    „Wann haben sie dir das genverändernde Mittel gegeben?“ immer noch war seine Stimme kalt, aber in seinen Augen lag Güte und Vertrauen.
    „Ähm, das ist noch gar nicht so lange her. Sie wollten nichts riskieren nachdem du ausgebüchst warst.“ unauffällig wischte Sem seine schweißnassen Hände an seiner Hose ab.
    „Ich merke es, denn hättest du hast das schon eine Zeit lang intus, sonst würdest du jetzt nicht so schwitzen. Sieh mich nicht so verwundert an, ich kann es riechen. Das heißt also, du steckst noch mitten drin in der Veränderung. Na super und ausgerechnet jetzt muss Jim auf einer Fortbildung sein.“
    „Jim? Ist das auch einer von uns?“ neugierig sah Sem ihn an.
    „Nein, Jim ist derjenige der mich damals aufgepäppelt hatte und mittlerweile mein Mann.“
    „WAS? Du bist, du bist ähm, anders?“ stotterte Sem vor sich hin.
    „Und, ein Problem damit?“
    „Nein, nein gar nicht, es ist nur, dass mir jetzt einiges klar wird.“





    „Was denn?“
    „Dieser Amadeus hat immer davon geredet dass du unvollkommen wärst, Gen geschädigt. Jetzt verstehe ich das erst, das bezog sich darauf dass du … na ja anders bist. Er konnte dich nicht zur normalen Vermehrung benutzen, er wusste dass er dich nie dazu bekommen konnte, mit einer Frau zu schlafen. Nur warum er mich jetzt vollkommen nennt … das weiß ich nicht.“
    Nachdenklich sah Lex ihn an: „Kann es sein dass er meint, er hätte den von ihn sogenannten Gen-Fehler behoben?“
    „Ja,“ zustimmend nickte Sem, „das hat er gesagt. Er hätte den Fehler bei mir behoben. Aber das bildet er sich nur ein, beziehungsweise sagt er das zu anderen, denn er hat es ausprobiert. Er hatte ein Mädchen zu mir gebracht und mir gesagt, ich solle nicht nur meinen Vergnügen nach gehen, sondern dafür sorgen, dass sie schwanger meine Zelle verlassen würde.“
    „Und? Du hast sie nicht angerührt?“ hackte Lex nach.
    „Sie hat mir Angst gemacht, kam immer wieder auf mich zu und als sie, na ja, zu nahe kam hab ich sie, ähm, ich hab ihr das Genick gebrochen. Ich wollte das nicht, aber sie ließ mich ja keine andere Wahl.“





    „Du brauchst dich bei mir nicht zu verteidigen, da ich nicht anders gehandelt hätte.“
    „Weißt du eigentlich, dass dieser Amadeus auch nicht normal ist? Wir könnten das doch ausnutzen und ihn verführen und …“
    „Nein, nein und noch mal nein. Ich werde doch nicht freiwillig dahin zurück gehen und erst recht nicht werde ich mit dem alten Sack schlafen. Ich weiß ja nicht was du heute Morgen gegessen hast, aber es ist dir nicht bekommen. Nur mal zur Info, ich bin verheiratet und glücklich damit, ich werde da ganz gewiss nicht meinen Schatz mit so einer vertrockneten Pflaume betrügen.“ schon allein bei den Gedanken daran lief es Lex eiskalt den Rücken hinab.
    „Aber …“
    „Sem, vergiss es, ich mach da nicht mit. Überhaupt bei deiner ganzen Rache Nummer werde ich nicht mitmachen. Verbringe erst mal eine Zeit lang hier außerhalb deines Verlieses, dann reden wir mal wieder drüber und du wirst anders drüber denken. Und hör auf, auf die Stimme in dir zu hören. Ignoriere sie einfach, dann wirst du auch hassfrei leben können.“





    Schmollend verzog er seine Lippe nach oben: „Ohne sie hätte ich aber nicht zu dir gefunden.“
    „Mag sein dass sie da mal nützlich war, aber auch nur weil sie weiß, dass du zu schwach bist um dich zu rächen. Du hast sie einfach nicht unter Kontrolle, denn sie spricht die ganze Zeit mit mir und bedrängt mich dir zu helfen. Ich werde dir helfen, aber anders als du und sie es will. Denn ich habe Jim damals versprochen, dass ich keinem Menschen etwas an tun werde, was heißt, dass ich auch diesem alten Sack nichts tun werde. Hab du mal einen Menschen der dir alles bedeutet, dann verstehst du meine Denkweise.“
    „Darf ich denn wenigstens hier bleiben? Ich habe ja keine Familie, zu der ich kann.“
    „Klar kannst du hier bleiben, im Grunde genommen bin ich ja deine Familie.“



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    So, das war das letzte Kapitel als FS. Es machte mich jetzt schon seid Tagen verrückt das ich nicht so konnte wie ich wollte. Und dafür mich ein auf Sims 2 umsteigen nicht in die Frage kam ... freu mich jetzt schon auf dem Tag wenn ich es für immer von meinen Platten verbannen darf ... habe ich angefangen sie so zu schreiben wie ich es eigentlich immer wollte. Wer also weiterhin Interesse an Projekt 086 hat kann sie bei The World of Sem lesen. Wer aber Bilder erwartet braucht erst gar nicht deswegen vorbei kommen, wie gesagt ich habe es satt mit der Einschränkung durch die Bilder.
    Hoffe ihr Versteht meinen Entschluss.


    LG Sem :wink


  • Kann ich gut mit leben ...


    Cindy, es geht hier nicht darum, dass ich nicht Bilder machen kann, oder sonst was. Es geht darum, dass diese mich einengen, mir meine Fantasie verbauen. In mir steckt mehr als ein grottenschlechter Fotostory schreiber. Man soll gehen, wenn es am sinvollsten ist und das erscheint es mir im Moment.
    Ich möchte einfach mal weiter kommen, ohne den Zwang im Nacken "Du musst es so schreiben, dass du noch Bilder davon machen kannst."


    Ich hoffe das du das verstehst.


    LG Sem

  • Guten Morgen Sem, gut geschlafen ...
    Hab ich ja mal voll nicht dran gedacht :roftl
    Danke das du mich dran erinerst :knuddel ... ist ja schon fast peinlich das ich nicht selbst daran Gedacht habe.


    LG Sem

  • Guten Morgen Sem, gut geschlafen ...
    Hab ich ja mal voll nicht dran gedacht :roftl
    Danke das du mich dran erinerst :knuddel ... ist ja schon fast peinlich das ich nicht selbst daran Gedacht habe.


    LG Sem


    Bitte, bitte, gern geschehen :knuddel *Keks und Kaffee reicht*


    Du bist damit aber nicht allein, mich muss man auch öfter wachtrompeten. ;)


    <---Verpeiltheit in Person

  • Hi,
    hab gerade die Story gelesen und bin doch sehr neugierig, wie es weitergeht.
    Stellst du die Fortsetzung denn nun auch hier rein? Der Link, den du gepostet hast, will bei mir nämlich nicht.

    LG
    Whysha