VIELEN DANK mal wieder für eure Kommentare. Hat mich wieder super gefreut! Heute gibt es wieder eine längere Fortsetzung mit 14 Bildern. Hoffe sie gefällt euch! Hier ist sie:
Lana und Jen machten sich direkt auf den Weg und kamen schon eine viertel Stunde später auf dem Polizeirevier an. Sie parkten das Auto von Lanas Eltern auf dem Parkplatz. „Okay, bereit?“ fragte Jen bevor sie zum Eingang gingen. „Ja, ich bin bereit! Hoffentlich können die uns da helfen.“ „Na dazu sind die Bullen doch da!“ rief Jen und setzte sich in Bewegung. Trotz der Situation, in der sie sich befanden musste Lana leicht schmunzeln als sie Jen folgte. Ihre Austauschschülerin hatte in der kurzen Zeit anscheinend schon so gut Deutsch gelernt, dass sie sogar Ausdrücke kannte, die sie an bestimmten Orten besser für sich behalten sollte.
Das Polizeigebäude war schon alt und wirkte leicht nostalgisch als Lana und Jen den Eingangsbereich betraten. Wie in einem Hotel saß ein Beamter hinter einer Rezeption, an der sie ihr Anliegen vorbringen mussten:“ Was kann ich für Sie tun? Fahrraddiebstahl? Das wäre erster Stock zweite Tür rechts.“ sagte der Polizist mit monotoner Stimme. „Ähm nein, kein Fahrraddiebstahl. Vielmehr geht es um…ich bin entführt worden“, erklärte Lana. Die kleinen Augen hinter der Brille des Beamten zogen sich zusammen und wurden noch kleiner:“ Entführung? Ja…Moment. Dann ähm gehen Sie bitte zu meinem Kollegen Herrn Bux, Gang runter Zimmer 126!“ sagte er und schaute die Mädchen überrascht an. Eine Entführung war dem Mann in all seinen bisherigen Dienstjahren wohl noch nie untergekommen.
Lana und Jen folgten seinen Anweisungen, klopften an dem besagten Raum an und traten ein. Herr Bux war ein hochgewachsener Mann mittleren Alters der ihnen mit einer Handbewegung anbot sich doch auf die Stühle vor seinem Schreibtisch niederzusetzen. „Guten Tag“, sagte er zur Begrüßung und schaute von der einen zur anderen und wieder zurück. „Ja, ich bin gekommen, weil ich eine Entführung melden wollte“, erklärte Lana ein zweites Mal. „Eine Entführung?!“ Herr Bux war anscheinend genau so überrascht wie sein Kollege am Eingang. „Ja, ich bin vor zwei Tagen entführt worden als ich auf der Grünwaldstrasse nach Hause gegangen bin. Es war so um etwa 22.30Uhr…“, Lana erzählte die ganze Geschichte und der Polizeibeamte, wie auch Jen, die die Ereignisse in der Genauigkeit wie Lana sie jetzt vortrug selbst noch nicht kannte, hörten intensiv zu.
Als Lana geendet hatte tippte Herr Bux alle möglichen Daten in seinen Computer ein, wobei er immer wieder nachhakte und nochmals nach Lanas Namen und Adresse fragte. „Sie erwähnten vorhin den Namen Krusa, ist das richtig?“ „Ja, ich habe gehört wie die anderen beiden Männer über ihn geredet haben.“ „Die Sache ist die, Frau Janssen – Wir suchen schon länger einen Verdächtigen mit Namen Eduard Krusa. Es besteht der Verdacht, dass er in illegale Drogenhandel verwickelt ist. Wenn wir ihn haben, könnte die Möglichkeit bestehen an den Kopf der Bande ranzukommen. Ich möchte sie bitten ein Phantombild mit meinem Kollegen zu erstellen. Von Krusa und den anderen beiden Männern. Wäre das Ihnen recht?“ Lana nickte:“ Selbstverständlich. Ich mache alles, was Ihnen bei der Arbeit hilft.“
Nachdem Lana und ein anderer Kollege, der sich ihnen mit dem Namen Rempel vorgestellt hatte, die drei Phantombilder mit der Hilfe eines ausgeklügelten Computerprogramms erstellt hatten, wurden sie und Jen wieder gebeten auf dem Flur auf einen nächsten Beamten zu warten, der mit ihnen zum Ort der Entführung fahren sollte. „Schrecklich, wie wir immer hin und her geschickt werden, findest du nicht?“ fragte Jen genervt. Sie verbrachten nun schon fast zwei volle Stunden auf dem Revier. Lana nickte, schien Jen aber nicht richtig zugehört zu haben. Die Vorstellung zurückgehen zu müssen an den Ort an dem Jan und sie festgehalten worden waren ließ ihr einen Schauer den Rücken herunter laufen. Es war nicht, dass sie die Erinnerungen fürchtete, die dort zwangsläufig hochkommen würden, vielmehr befürchtete sie dort etwas zu finden, dass beweisen könnte, dass ihre Angst berechtigt und Jan tatsächlich etwas schlimmes zugestoßen war.
„Frau Janssen?“ hörte sie plötzlich eine tiefe Männerstimme. „Ja“, antwortete Lana und blickte hoch. „Mein Name ist Schröder. Ich würde nun gerne mit Ihnen zu dem Gebäude fahren, indem Sie und Herr Gerling festgehalten wurden. Meinen Sie den Weg dorthin finden zu können?“ Lana nickte und stand auf:“ Ich denke schon“, antwortete sie. „Sehr gut. Dann folgen Sie mir bitte.“ Lana und Jen standen auf und liefen hinter dem Polizisten her nach draußen, wo sie in einen Polizeiwagen einstiegen, indem bereits ein weiterer Beamter aufbruchsbereit am Steuer saß. Dann fuhren sie los und Lana lotste die Männer zur Hauptstrasse und dann in den Wald hinein.
Schließlich hatten sie das Haus tatsächlich gefunden. „Bitte fassen Sie nichts an, wenn wir gleich hineingehen! Wir werden später noch Leute schicken, die nach Fingerabdrücken suchen werden!“ sagte der Mann, der den Wagen gefahren hatte und schaute die beiden Mädchen an:“ Also dann wollen wir mal!“ fügte er entschlossen hinzu und ging vor zur Eingangstür.
Lana schauderte als sie die morsche Treppe hinab stieg, die sie noch vor kurzem zusammen mit Jan benutzt hatte um ins Freie zu gelangen. Diesmal musste sich Lana keine Mühe geben, dass das alte Holz nicht knarrte. „Alles in Ordnung?“ fragte Jen besorgt, die den angespannten Gesichtsausdruck in Lanas Gesicht bemerkt hatte. „Es geht schon“, antwortete sie leise. Wie tapfer sie war! Jen wusste nicht, ob sie in Lanas Situation die Kraft gehabt hätte an diesen Ort zurück zu kommen.

Die Eisentür zu dem Kellerraum war nicht versperrt und sie konnten problemlos eintreten. Ein merkwürdiger Geruch lag in der Luft, der Lana irgendwie bekannt vorkam. Sie rümpfte die Nase. Was auch immer es war, es roch nicht angenehm. Und dann sah sie es! „Oh mein Gott!“ rief sie erschrocken und schlug die Hände vors Gesicht. Auf dem kaputten, schäbigen Sofa lag Krusa, über und über mit Blut beschmiert. „Ist der etwa…?“ stotterte Jen, die, genau wie Lana, ganz bleich im Gesicht geworden war. „Ja, er ist tot!“ erklärte Herr Schröder. „Sieht nach Mord aus! Kopfschuss. Hatte keine Chance. Da ist man sofort hin!“ erläuterte der andere Polizist nüchtern. In Lanas Kopf pochte es und ein flaues Gefühl stieg in ihrem Magen auf.
Blitzschnell setzte sie sich in Bewegung. Sie konnte den Geruch von Blut und Tod und den Anblick des Entführers einfach nicht mehr ertragen. Sie rannte aus dem Raum und die Treppe hoch. „Bloß raus, bloß raus hier“, waren ihre einzigen Gedanken.

Endlich im Freien setzte sie sich auf einen kleinen Grashügel und atmete tief durch um die frische Luft des Waldes in ihre Lungen zu lassen und den Gestank, der sich in ihrer Nase festgesetzt hatte, loszuwerden. Kurze Zeit später kam Jen auf sie zu und stellte sich vor sie. „Lana, geht’s? Bist du okay?!“ rief sie besorgt. „Geht schon“, flüsterte diese. „War nur der Geruch und…“ „Pssst, schon gut, ich weiß, was du meinst“, antwortete Jen einfühlsam.
Plötzlich sprang Lana auf und fiel Jen in die Arme:“ Ich bin so froh, dass du mitgekommen bist, Jen! Ohne dich hätte ich das alles nicht überstanden!“ „Schon gut. Nicht der Rede wert“, antwortete diese und streichelte über Lanas Rücken. Sie waren mittlerweile echte Freundinnen geworden und Jen konnte gar nicht mehr verstehen, was sie vor Monaten, als sie angekommen war, gegen Lana auszusetzen gehabt hatte, dass sie sie so vehement abgelehnt hatte. Plötzlich kam Herr Schröder aus dem Gebäude und trat auf die beiden zu.
„Es tut mir sehr leid, was Sie dort unten sehen mussten!“ bemerkte er mehr in Lanas als in Jens Richtung. Sie sah immer noch nicht besonders gut aus, obwohl die Farbe in ihrem Gesicht zurückgekehrt war. "Mein Kollege war eben nicht sehr taktvoll."
Er klopfte ihr sachte auf die Schulter:“ Aber Sie haben uns sehr geholfen, Frau Janssen!“ meinte er und schaute sie eindringlich an. „Wir werden natürlich alles daran setzen, dass die Verbrecher möglichst schnell gefasst werden und natürlich, dass Jan Gerling gefunden wird.“ Lana nickte. Es war zwar kein großer Trost, aber immerhin würde die Polizei nun alles Mögliche in die Gänge leiten um Jan ausfindig zu machen. „Da gibt es aber noch etwas, Frau Janssen! Um ihre Sicherheit zu gewährleisten, werden wir Ihnen einen Polizisten zur Seite stellen, der darauf achten wird, dass Ihnen nichts passiert, bis die Entführer gefasst sind. Natürlich nur, wenn sie einverstanden sind.“ Lana dachte nach. Die Vorstellung, dass ihr jemand wie ihr eigener Schatten folgen würde kam ihr nicht sehr verlockend vor. „Ich weiß nicht…“ antwortete sie "Ist das denn wirklich nötig?" „Denken Sie an ihre Sicherheit. Die Typen suchen vielleicht nach Ihnen!“ Lana dachte kurz nach. Plötzlich vielen ihr Jans Worte ein, als sie sich verabschiedet hatten:“ Halte dich, solange die Typen noch nicht gefasst sind, nicht alleine auf, okay?“ hatte er gesagt. Sie hatte zugestimmt und ihm ihr Wort gegeben und wenn sie schon nichts anderes tun konnte würde sie nun wenigstens nach Jans Sinn handeln. „Okay, ich bin einverstanden!“ antwortete sie und nickte dem Beamten entschlossen zu.
So, das war mal recht viel Text. Ich habe mir beim Schreiben diesmal besonders viel Mühe gegeben. Ich hoffe die Fortsetzung hat euch gefallen. Würde mich über Kommentare von euch wie immer superdoll freuen. Also macht mich glücklich und schreibt 
Liebe Grüße
Rizi