Cosmicgirl- Vom anderen Planeten...

  • Ich machte mich auf in die Stadt, im Internet hatte ich kurz zuvor herausgefunden, wo ich in der näheren Umgebung einen Laden für die gewünschte Kleidung finden konnte.
    Mein Orientierungssinn war recht gut, weshalb ich den Laden auf Anhieb erreichte.
    Ohne nachzudenken riss ich die Tür auf und stolzierte hinein.



    Unschlüssig blieb ich in der Mitte des Raums stehen- ich hatte keine Ahnung, was ich suchte. Der Raum war voller bunter Stoffe und Tücher und erst jetzt wurde mir bewusst, dass ich keine Ahnung hatte, was man so trug, als Muslimin...
    Die Frau hinter der Kasse schaute mich skeptisch an. Ich konnte es ihr nicht verübeln, ich sah nicht gerade aus, als würde ich aus einem Land kommen, in dem an Allah geglaubt wird- und vor allem war ich kein Mädchen.



    Deshalb durchquerte ich schnell den kleinen Laden, um mich in der hintersten Ecke umzusehen, sodass ich wenigstens nicht so auffiel. Aus den Augenwinkeln konnte ich den misstrauischen Blick erahnen, den mir die Verkäuferin zuwarf.
    „Kann ich dir...“ begann sie ihre Frage, weiter kam sie jedoch nicht, denn die Tür öffnete sich und eine Frau kam herein. Sie schien die Frau hinter der Verkaufstheke zu kennen, denn diese fing sogleich ein Gespräch mit ihr an.



    Erleichtert, und ohne nachzudenken, schnappte ich mir die ersten zwei Tücher, die mir in die Hände fielen, und ging damit zur Kasse.
    Die Kassiererin schenkte mir einen weiteren, misstrauischen Blick, sagte jedoch nichts mehr, außer „Das macht 300 €“.



    Diese Zahl schockierte mich ein wenig, ich versuchte jedoch, es mir nicht anmerken zu lassen. Ich gab ihr meine Kreditkarte und verließ so schnell ich konnte den Laden, schmerzhaft daran denkend, dass ich nun nur noch 500 € auf meinem Konto hatte und es bestimmt noch billigere Tücher gegeben hätte. Trotzdem konnte ich noch gut hören, wie die beiden Frauen, noch während ich die Tür zumachte, anfingen über mich zu tuscheln...

  • „Ich bin wieder da!“ schrie ich während die Haustür hinter mir ins Schloss fiel. Keine Antwort. Ich spürte die Panik in mir aufsteigen-



    was, wenn Kaya zu nah ans Fenster gegangen war und gesehen wurde und sie nun schon im Labor darauf vorbereitet wurde, aufgeschnitten zu werden? Ich rannte die Treppen hoch und stürzte in mein Zimmer- vielleicht hatte sie es geschafft, mir eine Nachricht zu hinterlassen?

    Kaya saß immer noch am Computer und tippte wie bescheuert auf der Tastatur herum.
    „Hallo“ flötete sie. Ich verdrehte die Augen. Das war ja absehbar gewesen...wie hatte ich nur so überreagieren können, hatte ich erwartet, dass sie wie ein Hund die ganze Zeit schwanzwedelnd vor der Türe gewartet hatte, um an mir hochzuspringen, sobald ich die Schlüssel ins Schloss gesteckt hatte? Bei dieser Vorstellung musste ich lachen.



    „Was machst du denn da eigentlich?“ fragte ich sie, da sie auch auf mein grundloses Lachen nicht reagiert hatte. „Ich chatte mit ET“ antwortete sie mir begeistert.



    Ich betrachtete sie ängstlich von der Seite. „Ähm, Kaya?“ flüsterte ich. „Was?“ sie hörte mir nicht zu. Ich beschloss, einfach über ihrer Schulter mitzulesen, was sie schrieb


    ET: Ich bin neu auf diesem Planeten und kenn mich nicht aus...kannst du ihn mir zeigen?

    Kaya: Das würde ich gerne, aber ich bin auch neu. Von welchem Planten bist du denn?

    ET: Von der Venus, Baby

    Kaya: Aber da wohnt doch überhaupt niemand...

    ET: bist du dir da sicher?

    Kaya: ja klar...ich war da schon oft

    ET: lol du bist lustig, wie siehst du aus?

    Kaya: Ich hab schwarze Haare und Augen, grüne Haut...

    ET: rofl, ich kann nimmer... und wirklich? Schick mir mal ein Bild von dir...

    Das reichte mir. „Kaya, hör auf mit ihm zu schreiben!“ ich klang energischer als ich es gewollt hatte. „Wieso?“ Kaya schaute mich durch ihre großen Augen verblüfft an.
    „Hast du ein Problem damit, wenn ich andere Aliens kennen lerne?“ Ich schlug mir die Hand gegen den Kopf. „Kaya, glaub mir, er ist kein Alien.“



    Ich merkte, dass ich zu unsensibel gewesen war, denn sie funkelte mich schonwieder verdächtig wütend an. „Ach ja, und woher?“



    „Kaya, ET ist eine Figur aus einem Buch, wir haben den Film, wenn du möchtest, können wir ihn gleich zusammen anschauen. Aber bitte komm jetzt da weg...“ Ich wusste, das Kaya mir glaubte, allerdings war sie mal wider zu stolz, das zuzugeben... „und wenn schon! Ich finde, ET klingt sehr nett...und ich will mich weiter mit ihm unterhalten!“ konterte sie trotzig und begann wieder, auf die Tastatur einzuhauen.


  • „Kaya, er ist nicht nett, siehst du denn nicht, dass er nur...das er nur...“ Ich hielt inne und wurde rot. Wie sollte ich ihr erklären, was ihr neuer Freund tatsächlich wollte?
    Kaya schaute mich misstrauisch an und ich wechselte schnell meine Taktik. „Ich hab alles was wir brauchen, wenn du jetzt mitkommst, können wir dich noch heute Außenwelt-tauglich machen“ ich zwinkerte ihr zu und hielt ihr die große Tüte vor die Nase.



    Ich konnte den Kampf zwischen Stolz und Neugier regelrecht sehen, der sie in diesem Moment in Kaya abspielte.



    „Na guuut“ seufzte sie schließlich, schnappte mir die Tüte aus der Hand und stolzierte an mir vorbei durch die Tür in Richtung Wohnzimmer...



    Ich wollte ihr gerade folgen, da fiel mein Blick auf das noch immer geöffnete Chatfenster.

    ET: Kaya, noch da? Hey?

    Die Versuchung war zu groß...




    Kaya: Oh, mein Freund ist gerade endlich heimgekommen...machs gut, ciao!

    Fröhlich vor mich hin pfeifend, hüpfte ich die Treppen runter zu Kaya...

  • du böser, böser junge! :D

    das mit den Chatroom war echt genial.... :) bin schon gespannt, wie Kaya aussehen wird... :D

    ein alien, getarnt als muslimin... :roftl.... gibt's doch ziemlich selten...

    LG

  • jop finde ich auch xD
    ^^
    also..mal wieda sehr gut geschrieben und tolle bilder! xD
    bin auch schon gespannt,,...da im laden war ja eine, aber da ist das ganze gesicht offen!und die augn auch!also wie soll es denn dann bei kaya aussehn?! xD
    o.O

  • Hi! tut mir leid dass ich schon wieder so lange nix geschrieben hab :(
    aber jetzt sind ja ENDLICHFERIEN !!! und ich verspreche, dass es zu Weihnachten ein extra langes Kapitel gibt...

    @_zimtsternchen_ : :roftl, ja, ich bin auch schon gespannt ^^
    @kakadu=P: das ist eine gute frage...und einer der gründe, von dem ganzen schulstress abgesehn, wieso das diesmal so lange dauert :D

  • Hi miesi,

    es freut mich sehr zu hören, dass es bald wieder eine Fortsetzung gibt. Genau wie bei Innads und Chrissys "Immortelle" habe ich auch deine Story als "stiller Gast" mitverfolgt.
    Ich wünsche dir ein frohes Fest!

    LG,
    Scotty

  • @scotty: Es freut mich natürlich sehr zu wissen, dass noch jemand meine Geschichte liest =) ich hoffe du hattest auch schöne weihnachten... und jetzt...



    Kapitel 16: Anrufbeantworter

    Kaya zerrte die Beiden Stoffe aus der Tüte und hielt sie sich prüfend vor die Augen, rupfte an ihnen herum und machte nebenher Geräusche die klangen wie „Aha, mhm...“.
    Ich war mir nicht sicher, ob ich Angst haben, oder sie auslachen sollte.



    „100% Polyester. Naja, ist ja auch in Ordnung, wenn du nicht viel Geld für mich ausgibst...“ Ich schloss meine Augen und versuchte, mich nicht aufzuregen.
    Um nicht lauthals zu protestieren krallte die Fingernägel in das Sofapolster.



    Kaya hatte sich die Tücher um den Körper gezogen- wie sie so dastand...
    das hatte wirklich keinerlei Ähnlichkeit mit dem, was Aisha normalerweise trug...
    auch diesen Kommentar verbiss ich mir. Nochmal den Namen „Aisha“ zu verwenden, hielt ich im Moment für unklug.



    „Na, wie seh ich aus?“ Kaya betrachtete sich zufrieden in dem großen Spiegel.



    „Ähm...naja...also...schon ganz gut...“ „aber?“ sie klang schon wieder gereizt...wie schnell sie die Dinge in den falschen Hals bekam...



    ... „es sieht überhaupt nicht muslimisch aus...“ begann ich, und fügte- als ich Kayas Blick traf- schnell hinzu „aber natürlich auch sehr schick, einwandfrei!“,was sie zu versöhnen schien.
    „Und wie soll ich es deiner Meinung nach machen?“ sie zuckte hilflos die Schultern und schaute mich fragend an.
    „Naja...keine Ahnung...aber ich versuch mal was...“ sagte ich und lief auf sie zu. „Darf ich?“ fragte ich zögernd, mit dem Tuch in der Hand.



    Sie nickte. „Ja, klar...“ Vorsichtig wickelte ich ihr das Tuch um. Ich wollte ihr nicht zu nahe treten...



    Ich wollte ihr das Band hinter ihrem Rücken zusammenbinden, wobei ich ihre Hand leicht strich. Ich hielt inne, als sie meine Finger in ihre Hand schloss und mir in die Augen sah...

  • „Kilian, ich-“ in dem Moment ging der Anrufbeantworter los. Ich fragte mich schon seit längerem, ob ich nicht einen neuen kaufen sollte, da dieser anscheinend etwas gegen mich hatte.
    Gequält lächelnd wandte ich mich von Kaya ab und wollte gerade den Hörer abnehmen, als der Anrufer sich meldete und ich meine Entscheidung änderte...



    „Guten Tag, Kilian. Hier ist Achim Wagner, dein Klassenlehrer, falls du dich an mich erinnern solltest. Es ist ja schon länger her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben...“ die Stimme hielt inne, und das gleiche tat mein Atem. „Ich fände es schön, wenn du am Montag zu einem persönlichen Gespräch in meine Sprechstunde kommen könntest...“ die Stimme zögerte, als ob sie noch etwas sagen wollte, änderte dann jedoch ihre Meinung und beendete das Gespräch mit einem „Ich hoffe wir sehen uns dann, bis Montag, Kilian.“

    Ich stand ein wenig konfus da und betrachtete das Telefon. So oft hatte ich doch gar nicht gefehlt...es gab andere, ohne meine Gründe, die wesentlich öfter dem Unterricht fernblieben. Und meine Noten waren auch ordentlich, meine Versetzung war nicht mal ansatzweise gefährdet...



    „Das ist alles meine Schuld“ unterbrach Kaya meine Gedanken. Sie schaute mich an, ihr Blick war so tief und trotzdem leer, als wären ihre Augen schwarze Löcher.

    Diesen Blick hatte ich noch nie an ihr gesehn und es traf mich tiefer als alles andere, was seit dem Tod meiner Eltern passiert war. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass sie kein Mensch war.
    Und im gleichen Moment wurde mir bewusst, wie sehr ich sie mochte.
    „Das ist nicht war, Kaya“ widersprach ich ihr automatisch. Wie konnte sie nur so etwas sagen? Ohne sie war ich wie tot. „Seit du da bist, lebe ich wieder. Es ist doch nicht deine Schuld, wenn mein Lehrer so grundlos hohldreht“ ich ertrug es nicht, dass sie wegen mir litt.
    Der Hauch eines Lächelns zog sich durch ihr Gesicht und ich spürte, wie mein Bewusstsein zurückkam.



    „Ehrlich gesagt, versteh ich auch nicht, was er will... ich hab nicht so oft gefehlt und...es ist auch gar nicht seine Art, so zu sein...eigentlich ist er ganz cool“ ich erinnerte mich an die Zeit, vor dem Unfall. Herr Wagner war immer mein Lieblingslehrer gewesen, er war immer gut drauf, gerecht und konnte gut erklären. Und vor allem war er lustig. Und er mochte mich.

    Kaya räusperte sich leise, ich war schon wieder abgedriftet. „Na, und, wie seh ich den jetzt aus?“ fragte sie herausfordernd und drehte sich präsentierend zu allen Seiten.



    „Erstaunlich gut!“ antwortete ich verblüfft. Kaya grinste zufrieden. Ich tat es ihr gleich, denn wenn sie richtig hingehört hätte und das Wort „erstaunlich“ in Verbindung mit meiner verblüfften Stimme gehört hätte, wäre sie schon wieder sauer geworden.



    "Gut, dann kommen wir jetzt zum schwierigeren Teil"...seufzte ich. Ich hatte 5 Tuben Makeup gekauft. Die Frage war also nicht, ob wir es schafften, ihr Gesicht braun zu bekommen- die Kunst bestand darin, es braun zu bekommen, ohne dass es aussah wie Pampe.

    „Ich hab das mit dem „erstaunlich gut“ übrigens sehr wohl gehört“ erklärte mir Kaya naserümpfend, als sie sich auf dem kleinen Stuhl im Bad vor dem Spiegel niederließ.
    „Natürlich, wie konnte ich auch etwas anderes annehmen...“ ich zwinkerte ihr im Spiegel zu und lachte leise vor mich hin.

  • Hi miesi,

    klasse Fortsetzung! :applaus
    Bin echt gespannt, wie Kaya mit brauner Haut aussieht...:kopfkratz
    Bei dem sechsten Bild sieht es ja fast so aus, als hätte Kilian Angst vor Kaya :roftl
    Das letzte Bild im Badezimmer ist dir besonders gut gelungen (Ach, ich liebe deine Bilder! Das Foto in der letzten Fortsetzung, wo Kaya begeistert vor dem Compi sitzt und Kilian genervt die Hand vor den Kopf schlägt, ist einfach genial!). Kilian mit der Schere... noch mehr ab von Kayas Haaren und sie hat eine Glatze. Steht ihr bestimmt auch gut.

    Ciao,
    Scotty

  • bitte mach bald weiter!!!!l....:D
    Bin gespannt wie Kaya bald aussehen wird... >.< ich glaub mal, dass sie ein Kopftuch und gaaanz viel Schminke bekommt... :) oder eine Perücke?...:rolleyes

    Bitte beeil dich! Ich will nicht mehr warten!...:hua

  • Juhuu, es geht weiter! :applaus
    Macht nichts, wenn das Kapitel kürzer ist, besser als gar nichts.

    Bin schon sehr gespannt auf die braune Kaya... :rollauge

    LG,
    Scotty

  • Hi, tut mir leid dass ich es gestern nicht mehr geschafft hab... ich hab was vergessen, was ich in den Fotos gebraucht hab und das ist mir erst aufgefallen, als ich die Fotos machen wollte^^ dafür gibt es jetzt gleich 2 Kapitel auf einmal (weil die beide sehr kurz sind ;P)

    ach ja, ich hab noch nen denkfehler gemacht =( kaya hat die ganze zeit nen schlafanzug an...das sollte eigentlich nicht so sein^^ also im grunde ist es egal, aber es ist unlogisch dass sie nicht das rote gewandt anhat...dafür entschuldige ich mich schonmal :D

    17. Aus Kaya mach Fatima...



    „Kann ich jetzt endlich gucken?“ quengelte Kaya nun schon zum 10. Mal. „Jetzt warte doch!“ erwiderte ich und schüttelte grinsend den Kopf. „Kann dein Vater froh sein, dass ihr nicht mit dem Auto in den Urlaub fahren müsst...“ Kaya zuckte kurz zusammen. „Ja, ja wahrscheinlich...“ sagte sie abwesend und schwieg von da an.

    „Und...voilà! ich präsentiere... Fatima!“
    Tatsächlich war ich sehr erstaunt, wie gut mir die Sache gelungen war. Es sah richtig echt aus...

    Kaya betrachtete ihr Gesicht perplex im Spiegel. „Bin das...bin das wirklich ich?“



    Ich verstand gut was sie meinte. Das sah wirklich nicht mehr aus wie sie. Es war kaum möglich, ihre wahre Identität zu erraten...
    „nur was ist mit meinen Augen?“ Kaya drehte sich zu mir um. „Was machen wir mit meinen Augen?“
    Natürlich hatte ich mich dies auch schon gefragt. „Wie empfindlich sind Alienaugen?“
    Kaya zog eine Augenbraue hoch. „Worauf willst du hinaus, Kilian?“



    Ich stockte kurz- sie sagte meinen Namen nicht sehr oft- grinste dann und zog ein kleines Päckchen aus der Tasche. „Kontaktlinsen für das ganze Auge“ las Kaya stirnrunzelnd vor.
    „Super, oder? Die hab ich in dem kleinen Scherzartikelladen nur ein paar Häuser weiter gekauft.“ Kaya nahm mir die Packung ab und leerte sie auf dem Spülbeckenrand aus.
    „Und du glaubst, das merkt man nicht?“ ich schaute abwechselnd die Kontaktlinsen und Kayas Augen an. „Naja...doch... aber das ist ja nicht schlimm, du kannst ja ruhig sagen, dass du Kontaktlinsen trägst...“ ich war zuversichtlich. Das würde schon funktionieren...
    „Jetzt mach sie doch einfach mal rein!“ forderte ich Kaya auf.



    Sie nahm die kleinen Glasplatten zwischen die Finger und beugte sich vor den Spiegel.
    „Und das tut auch nicht weh, ja?“ sie sah nicht halb so zuversichtlich aus wie ich...



    „Na klar bin ich das, weißt du wie viele Menschen diese Dinger täglich benutzen?“
    Sie grummelte leise etwas vor sich hin was verdächtig nach „Mpf, Menschen“ klang, riss die Augen so weit auf wie sie konnte und... „Kilian...bist du dir auch ganz siche...“ „Ja natürlich, wer will denn unbedingt endlich was von der Erde sehen?“ unterbrach ich sie ungeduldig. Ich wollte ihr so viel zeigen, es gab so viel zu sehen, so viel zu erleben...
    Sie seufzte tief. „Schon gut...Augen zu und durch!..das heißt... wahrscheinlich klappt das mit geschlossenen Augen eher nicht.“

    Und tatsächlich- sie hatte es geschafft, die erste Linse war drin. „Und, tats weh?“ fragte ich amüsiert. „Nö... aber es fühlt sich komisch an“
    Eine Kontaktlinse später betrachtete sie sich im Spiegel.



    „Wow! Das sieht echt... ziemlich... menschlich aus! Ich hätte nie gedacht, dass das klappt...“ ich muss zugeben, dass durchaus Stolz in meiner Stimme mitschwang...
    „abwarten...geklappt hat es bisher ja noch nicht“ murmelte Kaya düster.
    Ich ignorierte sie. Es würde klappen, da war ich mir ganz sicher...
    „Und jetzt...das Kopftuch! Dann sind wir fertig...“
    Ich holte den zweiten Stoff aus der Tüte und wickelte ihn Kaya um den Kopf, so, wie ich mir eine Muslimin vorstellte... „ich finde, es sieht gut aus“, kommentierte ich mein Werk. „Das wird man dir schon abnehmen, komm einfach...niemandem zu nahe...“

  • Kapitel 18: Phase drei

    Kaya blinzelte ihr neues Ich im Wohnzimmerspiegel nun schon zum 20. Mal an und es fiel mir immer schwerer, ihr komisches Verhalten zu deuten. Ich hatte angenommen, dass sie sich freuen würde, endlich menschlich auszusehen und die Welt zu sehen, die ihr nun schon seit mehreren Tagen verschlossen geblieben war. Was bedrückte sie also? Wieso freute sie sich nicht?



    Völlig unerwartet begann Kaya zu sprechen, mit dem Rücken zu mir gewandt „Kilian, weißt du, du hast das toll hinbekommen und ich bin auch wirklich gespannt und...“
    Ich fühlte mich merkwürdig leer. Was sagte sie da? „Worauf willst du hinaus?“ sprach ich meine Frage laut aus. Wieso war die Zeit mit Kaya immer in diese drei Phasen eingeteilt? Die Phase eins, in der wir so viel lachten, die Phase, in der ich jedesmal glücklicher war als in meinem gesamten Leben davor, Phase zwei, in der wir zankten und uns wieder versöhnten, die zwar nicht so glücklich war wie Phase eins aber durchaus Spaß machte und einfach dazu gehörte...und Phase drei.



    Phase drei, in der ich angst hatte, die mich bedrückte, die jegliche Freude aus mir saugte und in der ich einfach nur leer war. Wenn Kaya leer war. Wenn ich nicht wusste, wieso Kaya leer war.
    Kaya drehte sich um und wandte mal wieder ihren „Durchbohr-Blick“ an...eigentlich nichts neues, aber er...durchbohrte... mich jedes Mal aufs Neue.
    Dann, ganz plötzlich, grinste Kaya breit. Für den Bruchteil einer Sekunde konnte ich genau sehen, wie ihr Mund noch vor ihren Augen lachte und die Leere sich noch so deutlich darin spiegelte, dass mir die Luft wegblieb. Schließlich fiel meine Anspannung ab und ich vergaß, was ich gesehn hatte.



    „Das sieht so toll aus Kilian, wirklich! Wann gehen wir los?“
    „Sofort wenn du willst!“ antwortete ich lachend und sprang auf...

  • :roftl :roftl
    Das sieht ja TOLL aus!! :applaus
    Die Kontaktlinsen sind das berühmte i-Tüpfelchen.
    Nun sieht sie wirklich aus wie ein... hm, nun ja... Sim! :D

    Die rosa Wolke, da fliegen ja Haarspitzen drin! Hat sie noch welche? :hua

    Bin schon gespannt auf die Fortsetzung!
    Liebe Grüße,
    Scotty

    EDIT: ERSTE!!!