[Fotostory] Die Wahrheit ist schwarzweiß

  • Liebe Leser nach PC Formatierung und Kampf mit meinen Grafikchipsatz ist er jetzt endlich da - der neue Teil! Danke für eure Geduld und ich hoffe ihr habt Spaß.


    Lidsi danke für dein liebes Kommi hoffe ich zerre nicht wieder an deinen Nerven, oder doch...


    Edit: (peinlich im chipsatzstress voll übersehen, sorry)


    @ Rivendell: Danke für dein Lob! Hoffe doch ist nicht nur spannend sondern bleibt auch so. Also lass dich überraschen

    25.



    Mein Opa und mein Vater brachen auf um Janet und Rick abzuholen. In dem Moment, als die Tür zufiel brach in der Küche das Chaos aus. Meine Mutter überließ Shanice den Herd und rannte noch mal wie ein aufgescheuchtes Huhn durch jeden Raum. Sie wollte wohl sicher gehen, dass wirklich alles so war, wie sie es geplant hatte. Shanice stand am Herd und rief ihr hinterher: „Hadiya, du spinnst!“, und rührte grummelnd in der Soße rum. Wenn Shanice eines hasste, dann Kochen. Beim dritten Mal, als meine Mutter an der Küche vorbei rannte, rief Shanice nicht, sondern schrie meine Mutter an: „Wenn du jetzt nicht sofort in die Küche kommst, dann lasse ich die verdammte Soße anbrennen! Dann kannst du dein perfektes Abenddinner vergessen!“ Meine Mutter blieb sofort stehen und holte tief Luft. „Das wagst du nicht!“ „Wetten, dass! Willst du es darauf ankommen lassen?“, bellte Shanice aus der Küche. Es blieb ihr nichts übrig als wieder selber an den Herd zu gehen.





    Aber Shanice war noch lange nicht fertig. Kaum hatte meine Mutter wieder den Löffel in der Hand, meckerte Shanice weiter. „Das ganze ist so albern. Warum machst du dich selber so fertig? Mir wäre das doch so was von egal, ob alles an seinem Platz steht. Ob jeder Staubkrümel entfernt ist. Die sollen froh sein, dass sie hier wohnen können. Außerdem machst du mich mit der Rennerei nervös.“ „ Mir ist es aber nicht egal.“, zischte meine Mutter zurück. „Dein Problem, nicht meins. Und komme ja nicht auf die Idee Kunami an den Herd zu stellen. Ich pass auf!“ Trotzig setzte sie sich an den Küchentisch. Die Luft in der Küche hätte man schneiden können. Ich wagte aber nicht mich von der Stelle zu rühren. Dieser Tag war so spannend, denn die konnten sich ja nicht den ganzen Abend nur anschweigen. Wenn ihnen etwas rausrutschte war ich es, die es als Erste hörte. Und ich brannte nur darauf in diesem Puzzle weiter zu kommen. Ich guckte auf meine Uhr, sie müssten jetzt so langsam auf dem Weg zum Ausgang sein.



    Am Kochtopf bahnte sich wieder die nächste Katastrophe an. Meine Mutter fuchtelte wie wild mit einem Lappen herum und versuchte einen dicken Fleck Soße zu entfernen. „Vergiss es, den kriegst du nicht mehr raus.“ Shanice stöhnte und betrachtete das Übel aus sicherer Entfernung. Meine Mutter verwischte den Fleck durch ihre Hektik nur noch mehr und es wurde Zeit dazwischen zu gehen, bevor sie wieder völlig ausrastete. Ich nahm ihr den Lappen aus der Hand. „Mama geh dich lieber umziehen. Soll ich mitkommen oder das Essen bewachen?“ Shanice kicherte und meine Mutter kämpfte mit den Tränen. „Oder willst du das Essen bewachen, Shanice?“ „Um Himmels willen, nur das nicht.“, schluchzte meine Mutter und Shanice grinste in die Soße. „Gut, dann ziehst du dich jetzt um, ich gucke nach dem Essen und Shanice kann dich ja ein bisschen beraten.“ Meine Mutter nickte und ging hoch ins Schlafzimmer. Shanice wollte hinter ihr her. Ich packte sie am Arm und zischte ihr zu: „Beruhigen, nicht aufregen.“ Ich zückte den Kochlöffel und hypnotisierte die Soße.



    Im Schlafzimmer dauerte es eine Ewigkeit, bis das richtige Outfit gefunden wurde. Ich schwitzte über den ollen Kochtöpfen und betete, dass nix schief ging. Ich stellte die Flammen alle ganz klein. „Wird schon schief gehen, Kunami“, dachte ich mir und erschrak selbst bei dem Gedanken. Nein, schief gehen durfte es auf gar keinen Fall.


    Kurz nachdem Shanice und meine Mutter wieder herunter gekommen waren, öffnete sich die Haustür. Mein Vater kam mit zwei dicken Koffern herein und ging zielstrebig hoch zum Gästezimmer. Dann folgte ein stark gebräunter Mann, mit breiten Schultern und schwarzen Haaren, durch die Tür. Bepackt mit zwei Koffern und die Gesichtszüge verrieten gleich, dass er zur Familie gehörte.



    Wenn ich nicht wüsste, dass er älter als Papa war, sie wären glatt als Zwillinge durchgegangen. Rick polterte gleich mit den Koffern die Treppe rauf. Oben angekommen, hörte ich, wie er sich mit meinem Vater unterhielt. Ganz locker und es wurde gelacht. Meine Mutter sagte kein Wort, sie stand steif da. Mein Opa und Janet kamen mit dem restlichen Gepäck herein. Auch die beiden ließen uns im Flur stehen und brachten erst einmal die Sachen nach oben. Shanice rannte nach oben um die beiden zu begrüßen. Meine Mutter rührte sich nicht vom Fleck. Ich war in der Zwickmühle. Hochlaufen oder unten bleiben. Bevor ich mich entscheiden konnte, setzte sich der Trupp oben in Bewegung. Rick machte auf mich einen sympathischeren Eindruck als Janet. Rick, Shanice und mein Vater kamen gut gelaunt und schnatternd die Treppe runter. Janet jedoch, war still und sichtlich angespannt. Könnte aber auch der lange Flug sein. Augen und Ohren offen halten, Kunami. Wir gingen ins Esszimmer und meine Mutter servierte erst mal etwas zu trinken. Ich half ihr mit den Gläsern.




    Janet und meine Mutter begannen sich nach und nach zu beobachten. Ja, es schien so, als ob zwei Raubkatzen nur auf eine Regung der anderen warteten. Alle unterhielten sich untereinander, nur Janet und meine Mutter wechselten nicht ein Wort. Was war da passiert, dass sie sich noch nicht einmal eine Begrüßung abringen konnten? Zu meinem Erstaunen hatte meine Mutter weniger Schwierigkeiten den einen oder anderen Satz zu wechseln. Zwar auch etwas gefroren, aber man unterhielt sich wenigstens.


    Während unsere Besucher eine Runde mit Papa und Opa durch den Garten machten, deckten Shanice und ich den Tisch. Meine Mutter füllte das Essen in die Schalen und verteilte sie gleichmäßig auf die Tafel. Das festliche Dinner konnte nun starten. Shanice war wie aufgedreht und konnte nicht genug davon bekommen, sich mit Rick und Janet zu unterhalten. Mein Vater wirkte entspannt und meine Mutter und Janet warteten immer noch auf den Sprung zum Angriff. Mein Opa und mein Paps hatten sich schon vor einer Woche eine ausgefeilte Sitzordnung überlegt, um meine Mutter und Janet so weit wie möglich auseinander zu setzten. Wenn Blicke töten könnten, an den Faktor hatten sie nicht gedacht. Sie ließen sich keinen Moment aus den Augen. Wie eine Katze vor dem Mauseloch... die Augen meiner Mutter wurden auf einmal kleiner. Shanice fragte Rick und Janet in dem Augenblick nach ihrer Farm in Bahri. Natürlich fingen die beiden an zu erzählen. Ihre Versuche Erdnüsse anzubauen waren noch in vollem Gange. Es liefe aber nicht so gut, wie die Baumwolle. Am meisten Spaß hätten sie aber an ihrem kleinen Wildpark mit Zebras, Giraffen, Mongalla - Gazellen und seit kurzem, einer kleinen Elefantenherde.



    „Shanice, du musst dir die mal anschauen kommen. Es ist fantastisch sie in der Parkanlage zu beobachten. Rick hat erst kürzlich Land dazugekauft.“ Janet geriet ins Schwärmen „Und vergiss auf keinen Fall deine Kamera. So nah bekommst du sie nicht wieder vor die Linse.“ Shanice lachte. „Ohne meine Kamera gehe ich nirgends hin.“ „Wir planen ein Gästehaus zu bauen, um ein paar Touristen aufzunehmen. Ist jedenfalls sicherer, sich noch ein anderes Standbein zu schaffen, als nur auf die Landwirtschaft zu setzen. Die letzte Dürre hat uns ziemlich zugesetzt. Aber Touristen kommen immer ins Land und mit einer attraktiven Anlage, wäre es eine gute Altersinvestition.“ „Wenn es soweit ist, mache ich euch die Fotos für die Prospekte und Internetseite“, trompetete Shanice euphorisch. „Am besten machen Bryan und du es gemeinsam. Wie wäre es?“ Janet guckte meinen Vater erwartungsvoll an. Man hätte jetzt eine Stecknadel fallen hören können. Eine erdrückende Stille lag im Raum. Meine Mutter fixierte Janet mit einem bitterbösen Blick und mein Vater rutschte nervös auf seinem Stuhl herum. „Och komm schon, Bryan...“, maulte Janet. „Ich glaube nicht, dass daraus was wird Janet.“ „Du kannst doch nicht dein Leben lang, wegen Hadiya, Geburtstage und Hochzeiten fotografieren.“ Diesmal wurden Janets Augen kleiner. „Ich mag mein Leben so wie es ist, akzeptiere es.“ „Nein, ich akzeptiere es nicht! Bryan, lass dich nicht weiter von IHR bremsen. Du hast bessere Möglichkeiten. Fang endlich an und leb deinen Traum aus!“ Meine Mutter war kurz vor dem Platzen, das sah man ihr an. Aber es schien sie zu interessieren, was mein Vater dazu sagte.






    „Janet, ich sage es dir zum letzten Mal, höre auf dich in unser Leben einzumischen. WIR sind glücklich! ICH mag meinen Beruf hier!“ Es war wieder einen Moment totenstill. Janet rang nach Luft. Rick legte ihr die Hand auf den Mund und schüttelte den Kopf. Als er sie wegnahm, zischte Janet Rick an: „Du weißt auch, dass es eine verdammte Lüge ist! Ich habe keine Lust mehr mit Heuchlern und Lügnern an einem Tisch zu sitzen. Spielt alleine heile Welt und lasst euch von ihr einwickeln!“ Sie schmiss ihre Serviette wütend auf ihren Teller und warf meiner Mutter einen Blick, zu der abfälliger und gemeiner nicht sein konnte. Dann rauschte Janet aus dem Raum und hinterließ uns noch ein Türknallen der Extraklasse. „Was war das?“, fragte ich vorsichtig. Ich gab ihnen ja immer die Möglichkeit das Ganze endlich zu lüften. Nur machte niemand davon Gebrauch. Zumindest bis jetzt. „Kunami, weißt du...“ fing mein Onkel an. Er fasste sich an die Stirn, strich einmal über sie rüber und guckte mich wieder an.



    „ Mein Schatz,...“, wurde er von meinem Vater unterbrochen. „... Shanice und ich haben beide Fotographie studiert.“ Ich nickte. „Doch wenn du dir die Karrieren von uns anguckst, sind sie total verschieden. Shanice reist um die Welt und macht Bilder für viele verschiedene Auftraggeber. Tja, und ich? Ich bin hier und hab mein kleines Atelier. Janet versteht es nicht, dass ich es vorgezogen habe hier zu bleiben, um meine Tochter aufwachsen zu sehen und viel Zeit damit verbringe bei euch zu sein.“ „Aber warum giftet sie Mama dann so an?“ „Sie macht deine Mutter dafür verantwortlich, dass dein Vater einen anderen Weg eingeschlagen hat. Aber die kriegt sich auch wieder ein Kunami, keine Bange.“, brummte mein Onkel. Die Runde löste sich langsam auf. Mein Opa, Rick und mein Vater setzten sich rüber ins Wohnzimmer. Shanice, meine Mutter und ich räumten den Tisch ab. Die beiden wollten den Rest in der Küche allein fertig machen. Im Wohnzimmer herrschte Smalltalk, um den Abend rumzubekommen. Ich beschloss nach oben zu gehen. Als ich an der Küchentür vorbei ging hörte ich meine Mutter sagen: „ Hab ich’s dir nicht gesagt, kaum da und sie fängt Streit an.“ Dann war es auch wieder in der Küche still. In meinem Zimmer kraulte ich Cara hinter den Ohren. Antaris lag zusammengerollt in seinem Körbchen. Ich hatte das Gefühl, dass dies nicht der einzige Grund war, warum Janet so ausgerastet ist. Ich notierte mir Teile von dem, was sie allen an den Kopf geworfen hatte. Lügner hatte sie gesagt...

  • Wie schön! Es geht weiter :megafroi

    :eek: Omg! Was ist bloß mit Janet und Hadiya los? Die beiden Frauen können sich wohl absolut und überhaupt nicht ausstehen, wie es aussieht.

    Und es fällt mir echt schwer zu glauben, dass Janet nur wegen Bryans Beruf so sauer ist. Es ist doch wohl seine Sache, dass er sich für seine Familie entschieden hat und dabei sein wollte, wenn seine Tochter aufwächst. Das zeugt doch von einem schönen Charakter, dass dieser Mensch nicht selbstsüchtig und egoistisch seinen Traum, ohne Rücksicht auf andere, verwirklicht hat.
    Zu einer glücklichen Beziehung gehören immer 2 und manchmal heißt es eben auch Opfer bringen, trotzdem muss es jeder Mensch vor sich selbst verantworten, was er bereit ist aufzugeben und was nicht. Und er hat vielleicht auf sein Herz gehört. Oder, :misstrau wurde Hadiya vielleicht absichtlich schwanger? Und wenn, ist es doch auch Sache der beiden, oder etwa nicht?
    Hatte Bryan vielleicht früher eine Beziehung mit Janet?? Ist zwar jetzt seeehr weit hergeholt, aber warum regt sich diese Frau so auf??? Hat sie Rick dann nur als seinen Ersatz genommen?? Hmmm, hier könnte ich jetzt noch stundenlang spekulieren.
    :kopfkratz Ich finde es auf jeden Fall sehr merkwürdig, dass sie sich darüber mehr aufregt, als seine eigenen Geschwister, Rick und Shanice.

    Schon alleine ihr Ausbruch bei Tisch, als sie meinte alle wären Lügner und Heuchler........tstststs........da steckt wohl noch wesentlich mehr dahinter, viiiiiel mehr wahrscheinlich und deshalb erwarte ich schon wieder mit größter Spannung deine nächste FS.

    GLG Lidsi


  • [FONT=&quot]Hmm mit schnell Fortsetzen wurde leider nichts. Falscher Hack zum falschen Add on und weg war der Downloadordner zum spielen. Bevor ich nicht wusste welcher Hack die ursache war hab ich mich nicht getraut den FS Ordner reinzupacken. Aber jetzt geht es wieder und ich hoffe das bleibt auch lange so.


    @ Lidsi:[/FONT] [FONT=&quot]du schreibst so herrliche kommis aber sei mir bitte nicht böse wenn ich nicht drauf eingehe. Viele Geheimnisse noch für Lidsi unterm Zauberhut hab. Lese mit Begeisterung dein nächstes Kommi. Danke Dir.


    @ Rivendell: Danke das du doch kurz Zeit hattest für mich. Freu mich über jeden Kommi und ist er auch noch so klein.


    [/FONT]

    [FONT=&quot]26.
    [FONT=&quot][/FONT][/FONT]


    [FONT=&quot]
    [/FONT] Shanice hatte damals Recht gehabt: Sie schafften es nicht mal 24 Stunden in einem Haus zu sein, ohne sich zu zoffen.
    Mein Vater und Rick ertränkten den Raum mit Smalltalk über Politik- und Wirtschaftsthemen. Pfeiferauchend gab mein Opa hin und wieder einen Kommentar darüber ab. Was zuvor im Esszimmer passiert war, darüber verlor keiner auch nur ein einziges Wort, als ob Janets Wutausbruch überhaupt nicht stattgefunden hätte. Da mich diese Themen so gar nicht interessierten, hoffte ich auf eine interessantere Unterhaltung in der Küche. Shanice und meine Mutter räumten die Spülmaschine und lagerten die Reste des „perfekten Dinners“ in den Kühlschrank ein. Shanice ließ es sich nicht nehmen, der Soße noch einen flotten Spruch mit auf den Weg zu geben, bis sie dann entgültig Quartier neben dem Gemüse bezog. Meine Mutter warf ihr erst einen bösen Blick zu, ließ sich dann aber doch von Shanice Lachen anstecken. Auch hier kein Wort über Janet. Es war zum Verzweifeln. Alle taten so, als gäbe es sie gar nicht. Stattdessen fingen sie eine Diskussion über Schauspieler an. Im Wohnzimmer immer noch Politik und der knackige Po von Brad Pitt in der Küche als Thema Nummer 1. Spiel, Satz und Sieg für die eingeschworene Bande – vorerst! Ich schlurfte die Treppe hoch und wollte in mein Zimmer. Doch ich blieb wie vernagelt vor dem Gästezimmer stehen. Janet telefonierte gerade lautstark mit jemandem. Lauschen war nicht die feine englische Art, aber vielleicht die Möglichkeit, zu einem weiteren Teil des Rätsels. Sie war stocksauer, sehr laut und ich war mir totsicher, dass sie mich nicht an der Tür gehört hatte. Ich drehte mich langsam um, denn die Treppe sollte ich besser doch im Auge behalten.





    „ ... doch GENAU SO war es. Die lügen hier, dass sich die Balken biegen! ...Gina, das ist nicht der Punkt! Kunami tut mir leid. Irgendwann muss sie es doch mal erfahren.“
    Ich wagte kaum Luft zu holen. „ ...Würdest du es an ihrer Stelle nicht wissen wollen? ... Das ist nicht meine Aufgabe?!! Das ist doch nicht dein Ernst. Wenn die beiden zu feige sind, dann ist das meine Aufgabe. Gina, ich fliege nicht eher nach Hause, bis die Kleine die Wahrheit kennt...“

    Der Staatsfeind Nummer 1 von meiner Mutter war mir grad unheimlich sympathisch. Doch bevor ich weiter lauschen konnte, hörte ich Rick unten im Flur. Er verabschiedete sich und wollte nun schlafen gehen – langer Flug, langer Tag und ich hatte jetzt ein Problem. Wohin jetzt, dass keiner mich bemerkte? Die Pflanze im Flur war nicht dicht genug zum Verstecken. Das Badezimmer! Ich schlüpfte schnell hinein und konnte die Tür gerade noch anlehnen, bevor Rick oben angekommen war. Das war knapp. Geschieht mir recht, was machte ich auch für einen Mist. Kam mir vor, wie in einem Krimi. Kaum hatte Rick die Tür vom Gästezimmer geschlossen, wurde es auch für Sherlock Kunami wieder interessant. Ich beschloss einen zweiten Lauschangriff zu starten.

    „ Kannst du mir mal erklären, was das unten eben sollte?“ Seine Stimme klang energisch. „Das weißt du doch genau, mein Schatz. Du steckst mit Bryan unter einer Decke und meinst ich muss da mitziehen. Da hast du dich aber geschnitten, mein Lieber.“ Da war er wieder dieser zickige Ton in ihrer Stimme. „Janet, das ist alleine Hadiyas und Bryans Entscheidung. Nicht deine!“ Rick wurde lauter, aber senkte gleich wieder die Lautstärke. Er hatte wohl Angst, ich könnte was hören. Wenn die beiden wüssten...



    „Die beiden sind Feiglinge. Das weißt du genauso gut wie ich.“ „ Und wenn schon Janet, auch das geht uns nichts an. Es ist ihr Leben und ihre Entscheidung. Warum willst du das nicht kapieren...“ Janet fiel Rick in den Satz. „ Hast du auch einmal an Kunami gedacht? Nur ein einziges Mal?“ „ Ja, habe ich, Janet. Ihr geht es gut und nur das zählt. Also reiß dich zusammen. Sonst bekommen wir Zoff miteinander. Wir haben es den beiden versprochen, also halten wir uns auch daran. Ist das jetzt klar?“ Janet sagte nichts darauf und Rick wiederholte es: „Ist das klar?“ „Ja, es ist klar. Ich geh jetzt duschen, wenn du erlaubst, großer Meister.“ „Was soll das denn jetzt? Werd bloß nicht komisch.“, brummte Rick und für mich wurde es allerhöchste Zeit zu verschwinden.

    [FONT=&quot]In meinem Zimmer ließ ich mich erst mal auf meinen Schreibtischstuhl plumpsen. Das war knapp gewesen. Was, wenn sie die Tür zu früh aufgemacht hätte? Ich spürte etwas Schweres auf meinen Knien. Antaris hatte seinem Kopf auf meine Knie gelegt. Er wollte sich seine Dosis Streicheleinheiten abholen. Heute ist er wirklich durch den ganzen Rummel zu kurz gekommen. Ich musste lachen, als er mit seiner Pfote meinen Knöchel anstupste, als wolle er sagen: „Worauf wartest du denn noch?“ Nach einer ausgiebigen Kuschel- und Spielrunde mit Antaris fuhr ich meinen PC hoch. Vielleicht hatte ich ja Glück und einer meiner Freunde war noch da.


    [/FONT] Blackgirl:
    Hi, Jo! Noch Lust zu quatschen?

    SuperJo:
    Mit dir doch immer! Hast Karina gerade verpasst. Wie war´s?

    Blackgirl:
    OMG Shanice hatte Recht! Die saßen kaum alle an einem Tisch, waren noch nicht mal 30 Min, da ging der erste Zoff schon los.

    SuperJo:
    Wer hat angefangen?

    Blackgirl:
    Janet. Sie war auch die Erste die wutschnaubend das Zimmer verlassen hatte.

    SuperJo:
    [FONT=&quot]Du bist nicht zu beneiden Maus, weißt du das? Hast du wenigstens was herausgefunden, was dich irgendwie weiterbringt?



    [/FONT] Blackgirl:
    Erst der Zoff unten, dann konnte ich eben ein Telefonat belauschen. Janet hat mit einer Gina gesprochen. Und anschließend eine Unterhaltung von Janet und Rick. Auf jeden Fall bin ich der Dreh und Angelpunkt des ganzen Rätsels, dass ist 100% sicher. Und ganz ehrlich, ich krieg langsam Angst.

    SuperJo:
    Hmm, langsam mit den jungen Pferden. Ich weiß nicht, was du da belauscht hast, aber ich fürchte wir werden das heute nicht mehr auf die Reihe bekommen, Licht in dein Chaos bringen . Meine Ma war eben hier drin und dreht mir gleich den Saft ab, wenn ich nicht gleich die „Kiste“ ausmache. Davon mal ab, dass ich den alten Rechner von meinem Dad heute bekommen hab und es keine „Kiste“ ist. Egal, bringt dich nicht weiter. Bitte nicht totgrübeln Maus, gibt nur hässliche Falten. Wir bequatschen das morgen mal mit Karina nach der Schule.


    Blackgirl:
    Glückwunsch zum neuen PC! Ja, es ist bestimmt besser, wir reden morgen in Ruhe drüber.

    SuperJo:
    Hey, und keine Angst haben, hörst du? Nichts wird so heiß gegessen, wie´s gekocht wird. Wir kommen schon noch auf die Lösung. Schlaf gut und träum schön.

    Blackgirl:
    Danke, du auch.


    Nicht drüber grübeln... war gar nicht so einfach. Piep! Mein Handy riss mich aus meinen Gedanken. Eine Sms: >>Hoffe es geht dir gut. Vermisse dich gaaanz doll! Hab dich lieb, Enyama<<

    Es tat gut etwas von ihm zu hören. Ich hätte ihn heute ja gern bei mir gehabt. Wann wohl der Tag sein würde, an dem ich ihn meiner Mutter vorstellen konnte? Wenn ich ihm jetzt schreiben würde, dass es mir nicht gut ging, er würde sich Sorgen machen. Flunkern wäre aber auch unfair. Ich schrieb ihm zurück: << Nach deiner SMS geht’s mir schon viel besser. Vermisse dich furchtbar... hab dich lieb, Kuss Kunami<< War nicht geflunkert und er konnte nicht wissen, dass ich mich am liebsten verkriechen würde.

    [FONT=&quot]In der Schule liefen die Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür auf Hochtouren. In ein paar Tagen war es soweit. Nach der Schule trafen wir uns auf dem Schulhof. Karina hatte Fabian mitgebracht. Sie wollten anschließend noch in die Stadt bummeln gehen. „Ist das echt ok für dich, wenn Fabian dabei ist?“, Karina wirkte unsicher. „Na klar! Und nun mach nicht so ein Gesicht uns setz dich endlich.“ Ich begann zu erzählen, was ich gestern belauscht und beobachtet hatte. Meine Mutter und Janet, die wie Raubkatzen umeinander schlichen, der Zoff am Tisch, das Telefonat und zu guter Letzt das Gespräch. „Verstehst du jetzt, Jonas? Es geht 100% um mich. Ich bin das Problem.“ „Das war ja von Anfang an klar, dass es was ist, wovon du nix wissen sollst!“ Jonas versuchte das Ganze zu entschärfen. „Ja Jonas, aber ich versteh den Satz von Rick nicht: „Ihr geht es gut und nur das zählt“. Was soll das wieder? Janet scheint da ja anderer Ansicht zu sein.“ „Vielleicht hat das Ganze aber auch ne andere Bedeutung. Zählen wir doch mal auf, was du bisher alles herausgefunden hast.“ Karina bekam wieder ihre tiefe Denkfalte auf der Stirn und Jonas nickte ihr zu.[/FONT]


    [FONT=&quot]„Der Trouble fing an, als dein Opa ankündigte, dass ihr Besuch aus Afrika bekommt. Deine Mutter drehte durch, als du angefangen hast Fragen zu stellen, warum es ihr nicht passt, dass die beiden kommen.“, fing Jonas an und Karina machte weiter. „Als deine Eltern merkten, dass du nicht locker lässt, der Streit im Wohnzimmer, dass sie dir ES irgendwann sagen muss. Und die Erkenntnis, dass Janet provozieren würde.“ „Musikhausaufgabe Thema Afrikanische Musik und sie dreht durch, dann die Beichte, dass sie Depressionen hat. Dein Opa und deine Tante, die versprechen mussten, ES auch nicht zu erzählen. Dann das Auffordern deiner Tante, Janet nicht aus den Augen zu lassen, wenn sie da ist.“ Ich machte weiter. „Erzählungen von Janet über die neuen Pläne der Farm in Afrika, Aufforderung, dass mein Vater und meine Tante Fotos machen sollten. Dann der große Zoff, dass meine Mutter ihn an seinen Träumen hindern würde. Dann das Telefonat, dass Janet erst dann geht, wenn ich ES weiß. Rick, der Janet an ihr Versprechen erinnert, ES mir nicht zu sagen. Leute, das macht alles keinen Sinn! Mein Kopf platzt gleich...“



    [/FONT] [FONT=&quot]„Für mich macht das schon Sinn.“ Ich schreckte auf und guckte Fabian an. „Klar geht es um etwas, was du nicht wissen sollst. Aber in erster Linie geht’s wohl um etwas, was damals in Afrika abging. Deine Mutter rastet an Punkten aus, wo es um Afrika geht. Such nicht bei dir selber. Wo bist du geboren, Kunami?“ „Hier.“ „Waren sie mit dir mal in Afrika?“ „Nicht, dass ich mich noch erinnern kann.“ „Also, vielleicht waren deine Eltern vorher in Afrika. Und das musst du herausfinden. Wann sie da waren und was sich dann abgespielt hat. Dann bekommst du vielleicht auch raus, was die Träume damals von deinem Vater waren, warum er sie über Bord geworfen hat und warum Janet das Ganze nicht akzeptieren kann.“ „Klingt logisch. Warum sind wir nicht eher drauf gekommen?“ Karinas Denkfalte entspannte sich wieder. „Am besten versuchst du dir die beiden einzeln zu schnappen und fragst sie über Afrika aus und nebenbei über frühere Besuche deiner Eltern.“, schlug Jonas vor. „Kannst das aber auch bei deinen Eltern versuchen.“, fügte Fabian hinzu und ich schüttelte den Kopf. „Die werden blocken, so oder so. Aber vielleicht komme ich bei Janet weiter. Rick ist zu beherrscht, um was auszuplaudern.“



    [/FONT] „Wer könnte denn noch Fotos und Andenken von den Besuchen haben? Wer würde so was aufheben?“ Fabian brachte echt frischen Wind ins Ganze. „Shanice vielleicht, aber ob sie mitspielen würde...“ „Einfach versuchen, mehr als schief gehen kann es doch nicht, oder?“, versuchte Jonas mir Mut zu machen. „Ich versuch es mal.“ „Und wenn du was rausgefunden hast, setzten wir uns wieder zusammen.“, schlug Fabian vor, zwinkerte mir zu und warf Karina ein Küsschen zu. Die beiden waren so süß.

    [FONT=&quot]Wir wollten uns gerade verabschieden, als plötzlich unsere Lehrerin auf uns zu kam. „Wie schön, dass wir uns noch treffen, Kunami.“ Oh weh, schnell mein Sündenregister rauf und runter gehen. Hatte ich irgendwas vergessen oder verbockt?




    [/FONT] „Kunami, ich hab da mal eine Frage. Kommt jetzt echt kurzfristig. Es geht um das Buffet für den Tag der offenen Tür.“ Ein Glück, mir fiel ein Stein vom Herzen, hätte ja auch eine „Kunami, du bist so unkonzentriert Standpauke“ werden können. „Worum geht es da genau? Ich mein Jack und Julia sind für die Organisation zuständig.“ „Ja, sicher sind sie das. Es geht aber um was anderes. Deine Mutter kommt doch aus Afrika und da wir noch kein(en) richtiges Highlight haben, dachte ich, sie könnte vielleicht etwas Afrikanisches für uns kochen oder backen. Kannst du sie bitte einmal fragen?“ Afrikanische Küche, na bravo! Ich nickte kurz ab und meinte, ich werde sie mal fragen. Innerlich aber kannte ich die Antwort schon und, dass es sinnlos ist, danach zu fragen. Meine Lehrerin verschwand zufrieden und ich hatte nun ein Problem mehr. „Auch das noch. Ich brauch die gar nicht erst zu fragen.“ „Warum nicht?“, wollte Fabian wissen. „Meine Mutter hat, solange ich denken kann, NIE was Afrikanisches gekocht. Warum sollte sie jetzt was für die Schule kochen oder backen?“






    „Weißt du was seltsam ist?“, murmelte Karina und setzte ihren Gedankengang weiter fort. „Sie kommt aus Afrika. Sie ist aber kein bisschen stolz darauf.“„Wie meinst du das jetzt?“ Jonas stand wieder vor einem Fragezeichen. „Na überlegt doch mal, in vielen ausländischen Familien werden Traditionen und vor allem aber, die heimische Küche, mitgenommen. Klar, sie passen sich an, aber gekocht wird immer zwischendurch anders. Und Kunamis Mutter scheint sich aber komplett umgestellt zu haben. Und ich glaube nicht, dass alles was sie afrikanisch kochen oder backen würde, ihrem Mann oder Schwiegervater nicht schmecken würde.“ „Frag sie doch mal. Dann warte ab was passiert. Vielleicht gibt es dabei wieder die eine oder andere Überraschung.“, schlug Jonas vor. Mir war übel bei dem Gedanken. Sie würde wieder ausrasten. Eigentlich sollte ich mit den dreien wetten, dann würde ich haushoch gewinnen. „Na gut, ich frage sie. Ich weiß aber jetzt schon, dass das nichts wird.“ Wir nahmen uns zum Abschied in die Arme und ich fuhr mit Jonas, mit dem Bus, nach Hause. „Wenn irgendwas ist, ich bin zu Hause, dann ruf mich an!“, rief Jonas mir beim Aussteigen nach.

    Wie der heutige Nachmittag wohl aussehen würde? Ich schloss die Tür auf und eine gespenstige Stille lag im Haus. Ich begann nach Überlebenden zu suchen. In der Küche lag ein zerbrochener Teller vor dem Kühlschrank. Im Wohnzimmer war keine Menschenseele und im Garten auch nicht. Ich ging die Treppe hoch und wurde im Flur fündig. Mein Vater saß vor der Schlafzimmertür und wollte meine Mutter dazu bringen, die Tür zu öffnen. „Wo sind denn alle?“ „Kunami! Ähhm, dein Opa ist mit Janet und Rick in die Stadt gefahren. Ist noch Essen von gestern abend da. Mach es dir bitte warm.“ „Was ist mit Mama?“ „Hat sich mit Janet gestritten und hat sich eingeschlossen.“, flüsterte er mir zu. Ich ging in die Küche, fegte die Scherben auf, ärgerte mich, dass ich das verpasst hatte und wärmte mir das Essen. Ich griff zum Telefon und rief Shanice an. Ich fragte sie, ob ich am Freitag bei ihr übernachten konnte. Die beste Gelegenheit, sie über Aktion Afrika auszufragen.

  • Aaah, eine Fortsetzung! :D
    Ich würde jetzt spontan behaupten Kunami ist Janet's Tochter. So! :P
    Ob ihr Vater ihr wirklicher Vater dabei ist, weiß ich nicht. Keine Ahnung ^^
    Du schreibst echt super, das ist besser als die 3??? ;)
    Bin wirklich gespannt was hier noch alles aufkommt...

    [LEFT][SIZE=4][SIZE=3]Only a[/SIZE][/SIZE][SIZE=3] »[/SIZE][SIZE=4][SIZE=3]Vampire[/SIZE][/SIZE]«
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    [/LEFT]
    [right][SIZE=3]can love you forever [/SIZE]:luvlove [/right]



  • @ Lidsi: [FONT=&quot]du schreibst so herrliche kommis aber sei mir bitte nicht böse wenn ich nicht drauf eingehe. Viele Geheimnisse noch für Lidsi unterm Zauberhut hab. Lese mit Begeisterung dein nächstes Kommi. Danke Dir.[/FONT]



    Bin ich mit Sicherheit nicht :kuss!

    Aber da deine FS soviele Geheimnisse birgt und du wohl auch noch einige für mich/uns parat hältst, komm ich schon auf die wildesten Ideen.

    Als ich vor zwei Tagen gemütlich an deiner FS las und an die Stelle gelangte, wo sich Kunami so über die SMS von Enyama freute, der einzige positive Lichtblick an diesem Abend, dachte ich, mich hauts vom Stuhl, als mir dieser furchtbare Gedanke durch den Kopf schoss.:erschreck

    Um Kunamis Willen hoffe ich, dass sich dieser Verdacht nicht bestätigt.
    Und iiiiiiiiiiiiigitt!!!!! Wenn ich mich recht erinnere haben die beiden auch schon :hug!!!!! Oh, nein!!! :anbet Bitte, bitte!!! Sag mir, dass ich falsch liege und die beiden nicht Brüderchen und Schwesterchen sind! Gedanken schnell wieder verwerfen muss. Bin schon sowas von gespannt auf deine nächste FS! Kann kaum erwarten, wie es weitergeht!!

    GGLG Lidsi

  • @ BloodyPassion: Danke für das Kompliment. Echt spannender als die 3 ??? fühle mich geschmeichelt


    Lidsi:

    Zitat

    Aber da deine FS soviele Geheimnisse birgt und du wohl auch noch einige für mich/uns parat hältst, komm ich schon auf die wildesten Ideen.

    Immer raus damit! ich liebe verrückte Ideen. Danke dir!



    27.


    Shanice wunderte sich nicht, dass ich mal eine Nacht Reißaus nehmen wollte und sagte mir sofort zu. Jetzt musste ich mir nur überlegen, wie ich ihr am besten ihre Afrikaerinnerungen entlocken könnte.
    Aber eine unangenehme Unterhaltung hatte ich ja noch vor mir. Meine Mutter hatte sich im Schlafzimmer, wegen eines Streits mit Janet, eingeschlossen. Der mit Sicherheit ungünstigste Moment sie zu fragen, ob sie was Afrikanisches für die Schule kochen würde. Ich ging in mein Zimmer und musste beim Anblick der Schlafzimmertür lächeln. Mein Vater hatte es doch geschafft, dass sie ihm die Tür geöffnet hatte. Ein kleiner Funke Hoffnung stieg in mir hoch, dass er ihre Laune auch wieder in den Griff bekommen würde.
    Als ich meine Tür öffnete, saß Antaris zur Begrüßung direkt dahinter. Cara saß auf dem Kratzbaum und putzte sich. Ich griff nach der Leine und Antaris hüpfte aufgeregt und schwanzwedelnd vor mir hin und her. „Auf geht’s Kumpel! Drehen wir ne Runde um den Block“, rief ich ihm zu. Beide sausten wir die Treppe runter, direkt in die Arme von Rick.



    „Huch, was kommt denn da angesaust?“ Mit uns Wirbelwinden hatte er nicht gerechnet. Ich musste laut loslachen. Rick grinste und plötzlich standen auch Janet und mein Opa in der Tür. „Ihr scheint euch ja köstlich zu amüsieren.“ Ein Lächeln ging auch durch Opas Gesicht, dem die angespannte Stimmung im Haus auch mächtig an die Nieren ging. „War grad auf dem Sprung nach draußen. Antaris braucht ein bisschen Auslauf. Ich bin eben mit Rick fast zusammengestoßen. Wie war es in der Stadt?“ „Herrlich, aber die Herren haben ja keine Ausdauer. Ich wäre gerne noch in der Stadt geblieben.“, schwärmte Janet und Rick stupste mich am Arm an und sprudelte los. „Ehrlich? Drehst eine Runde durch die Nachbarschaft? War schon ewig nicht mehr hier unterwegs. Hast du etwas dagegen, wenn ich mitkomme?“






    Natürlich hatte ich nichts dagegen. Eine gute Gelegenheit Rick näher kennen zu lernen. In der Nachbarschaft traf Rick viele Bekannte. Keine Möglichkeit mit ihm in Ruhe zu sprechen. Ich änderte meine Route spontan und ging aufs kleine Wäldchen zu. Da würden wir bestimmt eine Bank zum Pausieren und Plaudern finden. „Sag mal, wie lange warst du nicht mehr hier?“, ich ließ mich auf die nächste Bank plumpsen und warf Antaris ein Stöckchen. Sofort rannte er los. Rick setzte sich neben mich. „Lass mich mal überlegen, ist bestimmt schon 10 Jahre her.“ „Kann mich gar nicht mehr dran erinnern.“ „Kein Wunder, ich war in der Zeit bei Shanice. Wir haben uns nur einmal ganz kurz gesehen.“ „Was macht ihr eigentlich so auf der Farm und wo war das noch mal?“





    Rick musste grinsen, fing dann aber zu erzählen an: “ Unsere Farm ist in Bahir. Das liegt im Sudan. Wir bauen dort Erdnüsse und Hirse an. Einen kleinen Wildpark haben wir vor 3 Jahren angefangen aufzubauen. Janets ganzer Stolz ist die kleine Elefantenherde. Letztes Jahr haben wir begonnen das Haus weiter auszubauen.“ „Für die Touristen?“ „Ja, genau. So sehr du dich auch anstrengst. Das Klima ändert sich, die Dürren nehmen zu und ich will nicht irgendwann vor dem Nichts stehen.“ „ Klingt vernünftig. Sag mal, Janet und du, habt ihr Kinder?“ „Nein, noch nicht, aber ich hoffe bald.“





    „Papa war aber schon mal bei euch?“ Rick grinste noch breiter und guckte mir direkt in die Augen. „Kunami, was wird das für ein Verhör? Ist es nicht vielleicht besser du legst die Karten direkt auf den Tisch?“ Ich zögerte etwas, Rick aber behielt mich fest im Auge. „Ich höre? Was willst du wissen?“ „Ich finde das alles so seltsam. Papa und du ... ihr versteht euch doch so gut, aber seht euch so selten. Und ich kenn meinen Onkel kaum. Habt ihr euch denn nicht öfter mal besucht? Ich mein 10 Jahre, du meine Güte, das ist so lang her.“ „Ach so, stimmt wir sehen uns real nicht oft. Aber wir schreiben und telefonieren viel.“ „Das ist doch nicht das Gleiche. Wie lange ist es her, dass Papa mal bei dir in Afrika war?“ „ Wenn du es genau wissen willst, genau 14 Jahre.“ „Alleine oder mit Mama?“ „Mit deiner Mutter.“ „14 Jahre? Dann warst du hier vor 10 Jahren. Himmel, die Abstände werden ja immer größer. Wann seht ihr euch das nächste Mal, in 15 oder 20 Jahren?“ „ Will ich nicht hoffen, Kunami.“ „Ich auch nicht. Ich hab jetzt exakt wie viele Tage Zeit, meinen Onkel kennen zu lernen?“ Diesmal fixierte ich Rick mit festem Blick. „ Genau 21 Tage bzw. 20, denn einer ist schon futsch.“ „Kann ich dich noch was fragen?“ „Klar Kunami, immer raus damit!“ „Warum streiten sich Janet und meine Mutter immer? Und bitte sag mir nicht, ich soll sie selber fragen.“



    Das Lächeln wich einer ernsten Mine. „Oh weh, das musste ja kommen. Was soll ich dir sagen, es gibt Menschen, die sind sich auf Anhieb unsympathisch. Dazu gehören deine Mutter und Janet. Bryan und ich können machen was wir wollen, die beiden werden nie aufhören sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Aber was sollen wir machen, wir lieben unsere Frauen und es ist gar nicht so übel, wenn sie Tausende von Kilometern getrennt sind.“ Na toll, eine Antwort aber eine die sowas von allgemein war und nur einen Funken an Wahrheit besaß. Ja, er hatte sich voll im Griff. Würde ich ihm alles sagen, was ich schon herausgefunden hatte, er würde mir eine Erklärung hinlegen, die genau so oberflächlich wäre. Davon ab, dass ich bei ihm nicht viel weiterkam, wollte ich ihn unbedingt näher kennen lernen. Wir gingen danach noch eine kleine Runde durch den Wald und er erzählte mir noch ein wenig über seine Farm in Bahir. Zu Hause angekommen, saß meine Mutter mit Janet, meinem Vater und Opa im Wohnzimmer beim Tee. Klar, dass sie wissen wollten, wie unser kleiner Spaziergang gelaufen sei. Komischerweise sagte Rick nichts von unserer Unterhaltung, sondern schwärmte von Antaris und der Landschaft. Konnte ich ihm vielleicht doch trauen?


    Die Laune war gut. Die Gelegenheit meine Mutter auf das Anliegen meiner Lehrerin anzusprechen. Ich nahm meinen Mut zusammen. „Mama, ich soll dich was von meiner Klassenlehrerin fragen:“ „Worum geht es?“ Sie guckte mich an und ich hoffte, dass sie nicht danach an die Decke gehen würde. „Wir machen am Donnerstag doch den Tag der offenen Tür. Und meine Lehrerin hat noch kein Highlight für das Büffet.“, tastete ich mich vorsichtig an die unvermeidliche Frage heran.



    „Und jetzt soll ich was backen? Einen Kuchen?“ „Nicht ganz,... sie hat mich gefragt, ob du nicht eventuell etwas Afrikanisches kochen oder backen könntest.“ Es war raus. Die bisher so freundlichen Gesichtszüge wichen aus ihrem Gesicht. Meine Mutter holte Luft und verzog kurz die Mundwinkel und gab mir die kurze und knappe Antwort: „Nein, da muss sie sich was anderes einfallen lassen.“ Eine Last fiel von mir ab. Sie blieb ruhig. Doch hatte ich mich da leider zu früh gefreut. Janet guckte sie verstört an. „Hadiya, das ist jetzt nicht dein Ernst.“ „Doch Janet! Und es bleibt dabei!“ „Stimmt, es bleibt dabei, dass du nichts kochst. Kunami, sag deiner Lehrerin, sie bekommt ihr Highlight. ICH koche es morgen mit dir.“ Ich versuchte mich im Sofa zu verstecken. Warum saugten mich die Sofakissen nicht einfach auf?



    Janet und meine Mutter standen sich gegenüber und diesmal keiften sie sich auf afrikanisch an. Meine Mutter beendete es kurzerhand mit dem Satz: „Aber nicht in meiner Küche!“, und rauschte türknallend aus dem Wohnzimmer, direkt wieder ins Schlafzimmer. Der Tag war gelaufen. Rick warf Janet böse Blicke zu. Janet giftete Rick an. Mein Opa saß im Trümmerfeld und versuchte ebenfalls, sich vom Sofa verschlucken zu lassen. Mein Vater versuchte vergebens die Stimmung wieder aufzuhellen. Es war einfach nur grauenhaft.



    Ich räumte das Schlachtfeld und setzte mich in den Garten. Nach einer Weile merkte ich, wie sich jemand zu mir setzte.„Alles okay mit dir?“

  • Liebe Musical-Katjes!

    Ich freu mich riesig, dass es hier immer wieder weiter geht. Deine Story ist noch immer sehr geheimnisvoll und deine Figuren und Situationen sind mit viel Liebe zum Detail und sehr gutem Blick für Charakteristisches dargestellt.

    Hab gerade nicht so viel Zeit, um alles nachzulesen, hoffe aber bald wieder ganz up-to-date hier zu sein. Bin schon recht gespannt, was dieser Verwandtenbesuch so alles mit sich gebracht hat (nach den Kommis nach wird es ja turbulent). Und zu welchen Schlüssen und Spekulationen es mich anregt...(Ergebnis wird hier abgeliefert, Ehrenwort)

    Ich wünsche Dir noch einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles Gute dafür natürlich!

    [center]I scream, you scream, we all scream for ice cream [/center]

    [center]I still want to find a real good book and never have to come out of it.[/center]

  • Ich sehe schon, liebe Katti, du willst bzw. kannst noch nichts verraten. :(

    Okay, ich bleibe jetzt aber trotzdem mal bei meiner Vermutung. ;)

    :kopfkratz Was mich jedoch sehr irritiert, ist die Tatsache, dass Hadiya so absolut nichts Afrikanisches zubereiten möchte, weder für ihre Lieben noch für die Schule.

    Und, dass der liebe Onkel nichts Konkretes antwortet, das habe ich mir auch schon gedacht, schließlich hat er ja seiner Frau schon klar gemacht, dass es nicht deren Sache ist, alles aufzuklären. :rolleyes

    Die Idee, dass Janet mit Kunami kocht, fand ich eigentlich ganz prima, frage mich aber, warum Hadiya etwas dagegen hat. Hat sie Angst Janet könnte etwas verraten? Denn ganz ehrlich, nur weil ich gerne chinesisch oder brasilianisch esse, wandere ich ja auch nicht gleich aus, :p also was sollte beim Zubereiten einiger traditioneller Speisen schon so Tolles passieren, dass es Kunami nach Afrika ziehen würde? Ich glaube auch nicht, dass Janet plaudern würde, wenn z.B. Bryan, Shanice, der Opa oder Hadiya persönlich, in der Küche anwesend wären.

    Da macht sie so einen Aufstand,("nicht in MEINER Küche!") wegen ihrer Tochter, die sie aus irgendeinem Grund vor irgendetwas zu beschützen versucht, merkt aber nicht, wie sehr sie ihr damit wehtut. :misstrau

    Freue mich schon sehr auf die nächste FS! :)

    GLG Lidsi :knuddel

    Einmal editiert, zuletzt von Lidsi ()

  • Josijusa Schön mal wieder was von dir zu lesen *freu* Warte gespannt auf dein Ergebnis


    Lidsi Ja, alles sehr merkwürdig, nicht wahr? Bin gespannt welche Theorien du noch im Kopf hast *zwinker*



    Ich hoffe Ihr seid alle gut ins Jahr gerutscht. Viel Spaß beim neuen Kapitel.



    28.


    „Nichts ist okay, alles was ich hier mache geht voll nach hinten los“ „Stimmt doch gar nicht.“ Die ruhige Stimme meines Vaters tat gut. „Doch, hätte ich meiner Lehrerin gleich `ne Absage gegeben.“ „Spatz, es ist nicht deine Schuld, dass die beiden sich bei jeder Gelegenheit an den Kragen gehen.“ „Warum denn dann? Wenn ich es nicht bin?“ „Die beiden können sich nicht riechen, die würden sich noch streiten, wenn beide beim „Mensch ärgere dich nicht“ sich dieselbe Farbe Spielfiguren ausgesucht hätten. Wenn die nicht streiten, sind die krank.“





    „Es ist so anstrengend hier, die letzen Wochen. Mama hat sich so verändert. Ich versteh das nicht, Papa.“ „Es wird bald wieder besser. Halte durch, Süße!“
    Halte durch! Von wegen, ich warte nicht ab, bis Janet und Rick wieder abreisen. Sich die Lage normalisiert. Alle weiter „Alles weiß Bescheid, nur Kunami nicht“ spielen konnten. 20 Tage bleiben zur Lösung des Rätsels und ich würde es schaffen. Ich musste es schaffen!


    Mir fiel ein, dass ich noch niemandem den Übernachtungsplan vom Freitag erzählt hatte. Dies war der richtige Moment. „Papa, ich wollte am Freitag bei Shanice übernachten, ist das okay? Shanice hab ich schon gefragt, sie ist einverstanden.“ „Ist in Ordnung, ich klär das mit deiner Mutter.“



    Er rutschte zu mir herum. „Aber mal was anderes, Kunami. Sonntag hast du Geburtstag. Hast du schon was mit deinen Freunden geplant?“ „Nein Papa. Und so wie das hier im Moment abläuft, habe ich auch keine Lust jemanden einzuladen. Ein falsches Wort, ein falscher Blick und die beiden gehen wieder aufeinander los.“ „Hmm, stimmt schon, wäre nicht toll für deine Freunde das Klima hier. Aber gar nicht feiern, finde ich auch nicht gut.“ „Besser so, als Mord und Totschlag.“ Das konnte er sich echt abschminken. Dann lieber keine Geburtstagsparty. Ich bin doch nicht lebensmüde. Noch einmal so eine Überraschung, wie bei der Musikarbeit, wollte ich auf keinen Fall. „Ich finde aber, dass du feiern solltest, wenn nicht hier, dann woanders.“ „Ach Papa, wo soll man denn jetzt auf die Schnelle noch was organisieren. Ich weiß doch gar nicht, ob alle Zeit haben.“ „Warte es ab, mein Schatz und lass Papa mal machen!“ Sinnlos ... er hatte es sich in den Kopf gesetzt. Blieb mir nur warten, was er wieder aushecken würde. Ich hoffe Jonas hat dann kein Tennisturnier.



    Nach dem Abendbrot drehte ich noch eine Runde mit Antaris. Ich war überrascht, dass ich fast am Ende meine Spaziergangs, einen winkenden Enyama an der Straßenecke vorfand. „Was machst du denn hier?“, ich fiel ihm gleich um den Hals. Ich hatte ihn furchtbar vermisst. „Dir geht’s nicht gut. Kann ja leider nicht zu dir nach Hause kommen.“ Womit hatte ich mich verraten? Meine SMS gab nichts zum Anlass, dass er sofort kommen musste. Oder etwa doch? „Erzähl mal, wie ist es gelaufen mit deiner Familie?“ „Nicht gut, viele Streitereien.“ Enyama zog mich fest an sich und gab mir einen Kuss. „Genau das hab ich befürchtet.“




    Es tat gut, dass er da war. Ich erzählte ihm von den Streitereien und dem afrikanischen Kochen, das mir morgen noch mit Janet bevor stand. „Warum hast du mich nicht gefragt? Wir hätten was im Jungendzentrum kochen können.“ „Tut mir Leid, daran hab ich gar nicht gedacht.“ „Schon gut. Nur ist das Ganze jetzt ziemlich verzwickt für dich. Hätte ich dir gerne erspart. Aber eigenartig ist das schon, dass die beiden sich so ankeifen.“ „Ja und ich will endlich den Grund rausfinden. Es muss einen Grund geben.“ „Bestimmt gibt es den. Aber denk auch ein bisschen an dich. Du setzt dich da viel zu sehr selbst unter Druck.“ „Kann sein Enyama, aber ich habe nur diese eine Chance.“ „Ich bin immer für dich da, vergiss das nie. Ein Anruf und ich steh in 20 Minuten vor deiner Tür.“




    „Weißt du, was das Schlimmste ist?“ „Kann es noch schlimmer kommen?“ Enyama guckte mich mit seinen großen braunen Augen an. „Mein Vater hat sich in den Kopf gesetzt, dass ich am Sonntag meinen Geburtstag feiern soll. Ganz ehrlich, hab ich da wenig Lust zu. Und ich wüsste auch nicht, wo ich feiern sollte. Zu Hause auf keinen Fall.“ „Aber ich wüsste was. Das Jugendzentrum ist Sonntagabend total voll, aber Fayes Eltern haben einen Kleingarten. Ich könnte sie mal fragen, ob du dort feiern könntest.“ Keine üble Idee.“ „Ich treffe heute Abend noch Faye und sobald ich weiß ob es klappt, schicke ich dir eine SMS.“



    Ich kuschelte mich noch ein Weilchen in seine Arme. Doch leider musste ich wieder nach Hause, bevor man mich vermisste. Er hatte recht, das Kochen mit Janet hätte ich mir ersparen können, Aber vielleicht hatte er die Lösung für meine Geburtstagsparty. Ich freundete mich schon mal mit dem Gedanken an, doch eine Feier zu geben, weit weg von meiner stressigen Familie. Zu Hause angekommen, rauschte ich zu meinem Vater ins Arbeitszimmer und erzählte ihm von Enyamas Idee. Er fand sie genauso gut, wie ich. Und das Beste meinte er, wäre, dass ich zusammen mit Enyama feiern konnte. Das nervte mich ja so, dass ich mich über Enyama nur mit meinem Vater und Opa unterhalten konnte. Wie gerne hätte ich Mama meinen Traumprinzen vorgestellt. Wenn alles 100% sicher wäre, wollte sich Papa dann um das Essen und die Getränke kümmern. Vielleicht würde es doch eine supertolle Geburtstagsparty werden. Ich telefonierte noch mit Karina. Sie hatte Zeit und würde Fabian mitbringen. Ich probierte mein Glück nun bei Jonas. Wochenende war so eine Sache bei ihm. Seine Tennisturniere fanden ja immer nur an Wochenenden statt. So auch an dem diesem. Jonas fragte aber seinen Vater, ob er ihn vorher abholen könne. Sonst käme er mit seinem Vereinsbus. Ich hatte Schwein, sein Vater hatte nichts dagegen und so könnte Jonas noch zu meiner Feier nachkommen. Jetzt konnte ich beruhigt ins Bett fallen. Die beiden und Enyama waren die Wichtigsten auf meiner Party.


    In der Schule lief alles auf Hochtouren, die ersten Proben mit Kostümen begannen. Die Frisuren und Make up wurden ausprobiert. Meine Lehrerin war zufrieden, dass sie ein Highlight fürs Büfett hatte und ich bekam die Magenschmerzen, wenn ich nur an den Küchenzauber nachher zu Hause dachte. Ich wünschte die Schulzeit ginge nie vorbei, aber wie es immer kommt, wenn man sich so etwas wünscht ... eher Schluss. Ja, die Lehrer meinten, wir hätten alles so toll im Griff, wir könnten ruhig schon früher gehen. Als ich von der Schule kam, wurde ich von Janet gleich in der Küche empfangen. „Kunami, gut dass du schon kommst. Alle ausgeflogen, wir sind ganz allein hier.“ Ganz allein, das traf sich ja dann gut. Projekt Afrika, die Zweite. Aber mulmig war mir trotzdem. „Wo sind denn alle?“ „Deine Eltern zum Großeinkauf. Rick besucht einen Freund und dein Opa ist mit deinem Hund unterwegs.“ „Wieso das? Ist doch mein Job.“, fragte ich erstaunt. Janet lachte: „Liegt wohl daran, dass er dir einen Gefallen tun möchte. Oder daran, dass er einfach mal was anderes um die Ohren haben will.“ „Das kann sein. Was wollen wir denn kochen?“



    „Bruats mit Schafskäse!“ Janet lachte, als sie mein Fragezeichen im Gesicht sah. „Und was ist das?“ fragte ich vorsichtig. „Yufkateigtaschen mit Schafskäsefüllung, ganz einfach und super lecker. Die Zutaten hab ich schon besorgt.“ „Na dann, auf geht’s ...“ allerdings klang ich nicht grad motiviert. „Ich hab mich allerdings gewundert, dass deine Mutter von den Gewürzen so gar keins im Haus hatte. Was macht sie denn so normalerweise an afrikanischen Gerichten?“ „Gar keine.“ Diesmal guckte mich Janet an, als käme ich von einem anderen Stern. „Du nimmst mich auf den Arm.“ Ich schüttelte den Kopf. „Kein Maisbrot? Keine Baghrir? Noch nicht mal Bananenkuchen?“ Ich schüttelte wieder den Kopf. „Na, da hast du was verpasst. Wird Zeit, dass sich was ändert.“ „Darf ich dich was fragen Janet, bevor wir anfangen?“, wieder guckte sie mich an, als käme ich von einem anderen Planeten.



    „Kunami, frag einfach, du musst mich doch nicht erst um Erlaubnis fragen. Frag mir Löcher in den Bauch, aber frag mich bloß nicht mehr so einen Stuss. Versprochen?“ Ich nickte. Janet war total locker. Was hatte Mama bloß gegen sie? „Sag mal, warum streitet ihr immer?“, platzte es aus mir heraus. Janet blieb ganz ruhig. „Das kann ich dir sagen. Deine Mutter hat nicht ein Funken Rückgrat. Sie verleugnet alles, was mit ihren afrikanischen Wurzeln zu tun hat. Weißt du Kunami, ich liebe mein Heimatland Afrika. Aber deine Mutter hat ja noch nicht mal den Mumm, dir etwas über dein Heimatland und dessen Traditionen beizubringen.“



    „Mein Heimatland? Da musst du dich irren. Ich bin in Deutschland geboren.“ „Na, das halte ich aber für ein Gerücht. Ich würde sie aber noch mal genauer danach fragen. In unsern Adern fließt afrikanisches Blut. Hat sie dir wenigstens afrikanisch beigebracht? Na, ich sehe es schon an deinem Gesicht, das hat sie ja gründlich vermasselt. Jetzt aber ab zum Kühlschrank, der Yufkateig ruft.“ Ich war durcheinander, war es das, was ich nicht wissen sollte? Aber wo man geboren wurde, war doch im Grunde egal. Janet wollte gerade zum Kühlschrank, als meine Mutter plötzlich in der Küche stand. „Was macht ihr hier?“, fragte sie im strengen Ton. „Das, was du nicht zustande bringst, Hadiya ... mit deiner Tochter afrikanisch kochen.“ „Und ich sagte dir gestern, nicht in meiner Küche und auch nicht, mit meiner Tochter. War das so schwer zu kapieren?“ Die Luft brannte...


  • Liebes Kattilein.....du lässt mich also weiter spekulieren :kopfkratz.

    Nun ja, nachdem es ja meine Vermutung wäre, dass die beiden Geschwister sein könnten, weiß ich nicht, ob ich mich gerade darüber freuen soll, dass die beiden rumknutschen :misstrau....ja, ich weiß...darauf gehst du bestimmt nicht ein.

    Dann guck ich mal weiter in Richtung Tantchen Janet, welche sich ja wahnsinnig einfühlsam über Hadiya auslässt. Sie kann es wohl einfach nicht lassen. Aber ich denke nicht, dass das sehr sympatisch rüberkommt bei Kunami, wenn Janet so über ihre Mutter spricht.
    Auch, wenn die Mutter Fehler macht, sie ist eben Kunamis Mutter und ich glaube nicht, dass es für das Mädchen angenehm zu hören ist, dass ihre Mutter kein Rückgrat hat....:angry

    Ich freue mich schon sehr auf deine nächste FS, bin auch schon sehr gespannt, ob wenigstens alles reibungslos auf der Geburtstagsparty abläuft. Aber irgendwie stelle ich mich bereits auf die nächste Überraschung ein. :knuddel

    GLG Lidsi

  • So, nun hab ich mich heute vormittag durch deine ganze FS gearbeitet und mein Fazit ,ich bin begeistert.Mein Kommi wird vielleicht etwas lang ausfallen,aber ich muss auch viel schreiben nach 5 Seiten FS.Das einizg negative, was mir auffällt und das ist auch wirklich das einzige,deine Schrift ist etwas klein und manchmal ist sehr viel Text zu lesen.So, das wars an negativer Meinung.Deine Fotos sind toll und deine Sims einsame Spitze,man kanns nicht anders sagen.Kunami, ihre Mutter,ihrer Tante und Enyama sind ja so wunderschön, ganz begeistert bin.Ich liebe Kunamis Opa, der ist so nett,da sehn ich mich direkt nach meinem eigenen lieben zurück, der schon lange tot ist.Was ihrer Mutter wohl in Afrika zugestossen ist, dass sie alles Afrikanische ablehnt, nicht einmal ihren Freund darf Kunami nach Hause bringen.Ich rate jetzt einfach mal in den blauen Himmel hinein,ihre Mutter wurde vergewaltigt und die wissen nicht, ob Kunamis Vater vielleicht gar nicht ihr Vater ist, die Mutter hielt es nicht mehr inAfrika aus und will nie mehr dorthin zurück.Deshalb zieht sie sich vielleicht auch nie etwas aufreizender an und vielleicht hat sie schlimme Narben ,wurde misshandelt obendrein, deshalb die starken Schmerztabletten, weil die Narben immer noch schmerzen. Nun alles reine Mutmaßungen!Aber ich finde es nicht ok, dass sie Kunami nicht aufklären über alles, was auch immer vorgefallen ist, sie ist alt genug und die Ungewissheit ist noch viel schlimmer für sie.Das Verhalten ihrer Mutter ist nicht ok und die ganze Familie muss sich nach ihr richten,die sind mir alle etwas zu devot,aber Janet ist taff, die gefällt mir,hält mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg,ich hoffe, sie wird Kunami noch die Wahrheit sagen.ich find das so toll, dass Kunami so gern in den Zoo geht, weil Zoo auch eine meiner grossen Leidenschaften ist,nach Sims spiel ich am liebsten Zoo Tycoon.Ob das zwischen ihr und Enyama gut gehen wird, so grosse Unterschiede in der Kultur,ich befürchte ja fast, dass Enyama auch teilweise die altmodischen Ansichten seines Vaters teilt und dies der Grund war für den Streit zwischen ihm und Jonas, der glaub ich heimlich in Kunami verliebt ist.Ist doch seltsam , dass so ein netter Kerl noch keine Freundin hat.Begeistert hat mich auch Karinas Frisur, das war doch der Name ihrer Freundin ,oder? Also ich mein die,die ihr Kunami für den Abend gemacht hat fürs Theater, die war so schön, sollte sie öfters tragen.Ja, was bleibt mir noch zu sagen,dass ich froh bin diese FS nachgelesen zu haben, weil so ein Kulturenunterschied und die daraus resultierenden Zwistigkeiten ein Thema ist, das nicht oft in FS s hier vorkommt.Ich bleib auf alle Fälle dabei und bin schon gespannt auf Fortsetzungen.Echt eine super Geschichte von dir, die bestimmt viel Arbeit macht,ich denke da mal an die vielen schönen Downloads auch der Tiere im Zoo.


  • @ Lidsi: Ja, bin ganz fies und gemein und lass ALLE weiter spekulieren und rätseln. Überraschung... Geburtstagsparty... ja könnte eine geben oder auch nicht ... mal sehen was mir da noch kreatives einfällt. Ich bin jedenfalls begeistert wie du immer wieder mitfieberst DANKE KNUDDEL


    @ Shoshana: Ich bin ja platt! Die ganze Story an einem Vormittag? Nicht schlecht, Hut ab! Freue mich riesig, dass dir die Story so gut gefällt. Mit der Kritik kann ich gut leben. Ich hoffe, du mit meinen langen Texten auch. ja so ein opa ist echt klasse freu mich, dass er so sympatisch rüber kommt.



    Allen Lesern der FS wünsche ich ein schönes Wochenende und viel Spaß beim nächsten Teil!


    29.


    ... ein Knistern und Zischen und wenn Blicke töten könnten, fielen sie gleich beide um. „Hadiya, ich werde mit deiner Tochter jetzt kochen, ob es dir passt oder nicht. Oder willst du sie jetzt vor der ganzen Schule blamieren?“, zischte Janet und wollte erneut den Kühlschrank öffnen. „Stop, ich bin noch nicht fertig mit dir, Janet Evans. Hör auf, dich in Dinge einzumischen, die dich überhaupt nichts angehen.“, fauchte meine Mutter und ihre Augen erinnerten mich schlagartig an die einer Königskobra. Janet drehte sich wieder um und giftete meiner Mutter zu: „Kunamis Wurzeln sind und bleiben afrikanisch. Wird Zeit, dass sie was davon mitbekommt.“





    Ich holte tief Luft. Hatte Janet tatsächlich recht und würde meine Mutter es jetzt zugeben? „Kunami ist hier aufgewachsen und lebt nach deutschen Traditionen, akzeptiere es, Janet.“ Ihre Stimme wurde leiser, aber ihre Augen blitzten noch giftiger als zuvor schon. „Das ich nicht lache, Hadiya. Sie hat ja noch nicht mal die Wahl. Woher weißt du, dass es sie nicht doch mal nach Afrika zieht!“ Provozierend sah Janet zu meiner Mutter rüber. In meiner Mutter kochte es und ich ahnte, dass Janet noch eine gewaltige Ladung Lava kassieren würde. „Was um Himmelswillen soll Kunami in Afrika! Menschen beim Sterben zugucken? Entweder hauen sie sich gegenseitig die Köpfe ein oder verhungern. Meine Tochter lebt HIER und wird hier auch immer leben. Hier hat sie die Chancen, die sie in Afrika NIE hätte. Hier stehen ihr alle Türen OFFEN. Und wag es nicht, ihr einzureden, dass es in Afrika ein romantisches Miteinander, mit einer herrlichen Landschaft und eine Wunderwelt der Tierrassen ist.“



    „Du kannst doch aber nicht immer Afrika von der Landkarte streichen!“, protestierte Janet und stemmte die Fäuste in ihre Hüften. „Bis ihr beiden hier aufgekreuzt seid, gab es in diesem Haus kein Afrika. Du siehst also, wie einfach das ist.“ Janets Augen wurden immer kleiner und ihr Blick immer bedrohlicher. Sie schienen ganz zu vergessen, dass ich immer noch am Kühlschrank stand. Und ich rührte mich nicht vom Fleck. „Ja, ganz einfach, Hadiya. Meinst du nicht, dass Bryan seinen Bruder vermisst? Meinst du, Rick lässt es kalt, dass er ihn so wenig sieht? Merkst du nicht, wie du der ganzen Familie immer mehr die Luft abschnürst?“



    „Janet, ich warne dich, treib es nicht zu weit. Bryan und Rick haben immer Kontakt und so wird es immer bleiben. Ihr habt euch entschieden dort zu leben, NICHT WIR! Werdet glücklich, aber lass meine Familie in Ruhe!“ „Hadiya, ich gebe dir einen guten Rat. Sag Kunami endlich die Wahrheit, denn mit deinen Lügereien fällst du bald bitterlich auf die Schnauze. Das schwöre ich dir...“



    Mir drehte sich der Kopf. Ich musste hier raus. Es ging die ganze Zeit also immer nur um mich. Ich war also in Afrika geboren. Warum um Himmelswillen durfte ich das nicht wissen. Und was steckte da noch dahinter? << Sag Kunami endlich die Wahrheit, denn mit deinen Lügereien fällst du bald bitterlich auf die Schnauze.>> Janets Satz schwirrte mir immer wieder im Kopf herum. Ich brauchte frische Luft. Ich rannte an meinem Vater vorbei, Richtung Haustür. Mein Vater stellte die Einkaufstüte im Flur ab. Er sagte etwas zu mir, aber ich verstand nicht, was er sagte, ich rannte stur an ihm vorbei. Mein Kopf war kurz vor dem Zerspringen. Reingehen würde ich so schnell nicht wieder, das war sicher. Ich hörte sie immer noch durch die geschlossenen Fenster sich ankeifen, wie die Hyänen. Mein Vater rannte in die Küche und stauchte sie zusammen, dass beide sogleich verstummten.





    Während mein Vater die Streithühner wieder auf den Teppich brachte, rief ich bei Karina an. Ich brauchte einen Tapetenwechsel bevor ich ganz den Verstand verlor. Erst jetzt schienen Janet und meine Mutter zu verstehen, dass ich alles mitbekommen hatte. Janet war es ganz recht und sie stand entspannt und locker in der Küche. Meine Mutter aber, wie zu Eis erstarrt. Ich machte mich auf den Weg zu Karina, aber ich kam vorerst nur ein paar Meter, da standen auch schon meine Mutter und mein Vater vor mir.



    „Bleib bitte stehen!“ Mein Vater hatte seine ernste Mine noch nicht abgelegt. „Wo willst du denn hin?“, fragte meine Mutter, die offensichtlich ihre Stimme wieder gefunden hatte. „Zu Karina, ich brauche dringend einen Tapetenwechsel. Es sei denn, du willst mir erklären was Janet mit >> Sag Kunami endlich die Wahrheit, denn mit deinen Lügereien fällst du bald bitterlich auf die Schnauze.>> gemeint hat.“ Stille ... war ja klar. Wie konnte ich auch davon ausgehen, dass sich etwas tat. Mein Vater nickte meiner Mutter immer wieder zu. Sie sollte mir etwas sagen, doch sie blieb stumm. „Karina wartet auf mich. Wir sehen uns zum Abendbrot. In der Zeit kannst du weiter streiten und allen anderen vorgeben, was sie mir sagen dürfen und was nicht. Oder, mach ihnen eine Liste, ist einfacher.“ „Kunami...“ „Was!“, fuhr ich meinen Vater mitten hinein „Ist doch wahr! Ich komme mir so veräppelt vor... Ach ist doch egal, bis nachher.“


    Mir war es egal, was jetzt zu Hause ablief. Mir war aber auch klar, dass es mein Glück war, dass Rick nicht zu Hause war. Er schien der einzige zu sein, der Janet bremsen konnte. Doch konnte ich jetzt auch sicher sein, dass er sie nie wieder mit mir alleine zu Hause lassen würde.






    Bei Karina angekommen, fiel ich meiner besten Freundin förmlich in die Arme. Ich konnte nicht aufhören, ihr von dem Gespräch mit Janet und dem anschließenden Streit zu erzählen. Ich war wütend, dass meine Mutter auch jetzt immer noch schwieg. „Karina, du hättest die beiden sehen sollen. Der Blick von meiner Mutter ... Karina, das ist nicht nur ein <<sich nicht mögen können>> das ist purer Hass.“ „Das muss einen anderen Ursprung haben, Kunami. Bloßes ich liebe Afrika, kann es doch nicht sein.“ „Was, wenn doch? Ich bin völlig durcheinander.“ Karina guckte mich mitfühlend an. Was sollte sie auch anderes machen. „Trotzdem muss es einen Grund geben, warum deine Mutter so gegen alles Afrikanische ist.“ Sie griff zum Handy. „Wen willst du anrufen?“ „Enyama. 1. dir geht es mies und 2., wenn dir einer noch den Kopf aus der Schlinge ziehen kann, dann er.“ Welche Schlinge?“ Sie guckte mich mit großen Augen an. „Ich sage nur afrikanisches Essen! Unsere Lehrerin rechnet fest damit.“ Es traf mich jetzt auch wie ein Blitz. Zurück konnte ich nun nicht mehr.




    Es dauerte keine 30 Minuten, da stand Enyama auch schon vor Karinas Wohnungstür. Bepackt mit Einkaufstüten. „Wow, was hast du alles mitgebracht?“, hörte ich Karina sagen, die Enyama gleich die Tüten abnahm und in die Küche brachte. „Alles nur leckeres Zeug. Wo ist Kunami?“ „In meinem Zimmer. Entdeckst du das pinke Wunderland, dann bist du goldrichtig. Ich packe die Tüten schon mal aus. Ach so und Vorsicht, mein Tiger streift hier herum, also nicht erschrecken.“ Es dauerte nicht lange, da stand auch schon Enyama im Türrahmen. Als er mich auf dem Boden sitzen sah, zog er mich gleich hoch und gab mir einen Kuss. „Bereit für Enyamas Pfeffersuppe, Bananenkuchen und Erdnuss-Suppe aus Nigeria?“ Ich nickte. Klar wollte er auch wissen, was zu Hause vorgefallen war. Meine Wut bekam aber diesmal der Bananenkuchenteig beim Kneten ab. Als ich zu Ende berichtet hatte, schüttelte Enyama nur den Kopf und Karina fügte hinzu: „Die spinnen da alle völlig. Wird immer schlimmer.“ „Ja, ich merke schon, ich muss meinen Schatz im Auge behalten. Was, wenn das abfärbt?“ „Sehr witzig...“ brummte ich und bekam auch schon gleich einen Kuss.



    Spätnachmittags zogen wir die letzten Bananenkuchen aus dem Ofen. Die Suppen waren im Kühlschrank gut aufgehoben und Enyama kam noch pünktlich ins Jugendzentrum. Eine gute Nachricht hatte er aber noch für mich. Ich konnte meinen Geburtstag bei Fayes Eltern im Kleingarten feiern.

  • Wieder ein tolles Kapitel.Also ich versteh Kunamis Mutter nicht.Sie muss doch ihrer Tochter mal die Wahrheit sagen, vielleicht würde Kunami dann auch die Bewegggründe ihrer Mutter verstehen.So vergiftet sich die Atmosphäre immer noch mehr.Janet sollte sich zwar auch nicht so vehement einmischen,aber ich hab auch Verständnis , dass sie Kunami helfen will, die Wahrheit zu erfahren.Ich schätze, du wirst uns noch lange auf die Folter spannen, bis wir rausfinden, was damals in Afrika passiert ist.Wäre Enyama nicht gewesen, wie würde Kunami dann jetzt in der Schule dastehen ohne ihr Essen, dass ihre Mutter da so wenig Verständnis hat.Nur wenn ich mal mit meiner Tochter afrikanisch koche, bricht doch nicht gleich die Welt zusammen.

  • Liebe Musical-Katjes!

    Danke dir für die lieben Wochendgrüße.
    UND dann noch eine Fortsetzung - was will ich mehr?

    Tja, ich hatte dir ja meine Schlußfolgerungen versprochen letztes Mal, da, muss ich gestehen, hab ich wohl meinen Mund zu voll genommen.
    Wie ich mein Hirn auch zermartere, es raucht ja schon beinah, es will partout keine auch nur halbwegs plausiblere Ereigniskette ausspucken, als irgendetwas in die Richtung, in die ich schon von Anbeginn gemutmaßt habe (so wie Lidsi).
    Außer dem, was Shoshana sich überlegt hat. Schlimmes Leid, dass lange seelisch nachwirkt, irgendwie auf Kunamis Mama beschränkt ist und die Idee mit den noch immer schmerzenden Narben; damit kann ich mich auch "anfreunden".
    Für Enyama und Kunami wär ich froh - obwohl die beiden damit ja nicht unbedingt aus dem Schneider sein müßten *mir die verwickeltsten Kombinationen von Zufällen ausmale*.
    Aber wieso kann dann Janet so herzlos reagieren, so brutal mit Hadiya rumspringen (gut, die schenkt Janet aber auch nichts)? *Haare rauf* Genug, ich muss wohl einfach warten, so wie Kunami.
    Dass Kunami da aus der Küche lief - ich glaub so nah war sie der Wahrheit noch nie, ich dachte jeden Moment verspricht sich eine der beiden und das große Geheimnis rutscht aus Unachtsamkeit raus. Wie kann sie nur, was sie da verpaßt, dachte ich.
    Aber ich versteh´, dass sie es Leid ist, dass es einfach nur nervt, wenn alle Bescheid wissen und drüber reden, als ob sie Luft wäre und doch so dicht halten. Dies bezüglich hat der lang erwartete Besuch aus Afrika (noch?) nicht wirklich was bewegt.
    Ihr Vater scheint nahe dran, es ihr zu sagen (ob vielleicht doch durch Janets forsches Auftreten?), ihm wäre es lieber heute als morgen, dass Kunami Bescheid weiß, aber auch er möchte, dass Hadiya mit Kunami redet. Die das offensichtlich einfach nicht will und kann. Wenn sie nur bald einsehen könnte, dass das nicht wollen, soo sehr unfair ist Kunami gegenüber, dann könnte ja jemand anders das Können übernehmen..
    UND das mit dem Kochen ist hochgradig eigenartig, ich muss mich ja z.B. auch nicht groß für China interessieren, nur weil ich mal Huhn süß-sauer mache (nichts desto trotz hab ich den Eindruck, dass es sehr realistisch ist, das klingt richtig nach ausgewachsener Psychose).

    Gut nur, nicht nur wegen des Essens, dass Kunami Karina und Enyama hat.
    Und da war ja auch noch die gute Nachricht vom Geburtstagsfest. *freu*

    Mit diesem Ausblick ende ich, so wie die FS,
    liebe Grüße, Josijusa

    [center]I scream, you scream, we all scream for ice cream [/center]

    [center]I still want to find a real good book and never have to come out of it.[/center]


  • @ Lidsi: Ja, bin ganz fies und gemein und lass ALLE weiter spekulieren und rätseln. Überraschung... Geburtstagsparty... ja könnte eine geben oder auch nicht ... mal sehen was mir da noch kreatives einfällt. Ich bin jedenfalls begeistert wie du immer wieder mitfieberst DANKE KNUDDEL


    :knuddel Ja, ja! Genauso hab ich es mir gedacht. :lollen Bloß nichts verraten. Rätseln mach eh mehr Spaß.




    Hör auf, dich in Dinge einzumischen, die dich überhaupt nichts angehen.“, fauchte meine Mutter ….


    Auch wenn ich es nicht okay finde, dass sie als Mutter ihre eigene Tochter nicht aufklärt, bin ich voll Hadiyas Meinung. Janet mischt sich massiv ein, noch dazu auf eine sehr unhöfliche Art und Weise. Meiner Meinung nach vergreift sich die Gute sehr oft im Ton!



    „Kunamis Wurzeln sind und bleiben afrikanisch. Wird Zeit, dass sie was davon mitbekommt.“


    Nochmal! Es ist weder Janets Aufgabe Kunami aufzuklären, noch sie zu erziehen.
    Und ich denke da jetzt mal an meine Kids. ICH erziehe meine Kinder und das mache ich so, wie ICH es für richtig halte. Mit Sicherheit würde ich es genauso wenig dulden, dass sich Außenstehende da einmischen. Familie hin oder her. Man kann gerne seine Meinung vorbringen, das hätte Janet aber in aller Ruhe und vor allem allein mit Hadiya klären müssen.





    „Was um Himmelswillen soll Kunami in Afrika! Menschen beim Sterben zugucken? Entweder hauen sie sich gegenseitig die Köpfe ein oder verhungern.


    Okay, dazu nur kurz: Nicht überall auf dem Kontinent verhungern die Menschen und nicht überall schlägt man sich die Köpfe ein oder befindet sich im Krieg oder Bürgerkrieg.



    Meine Tochter lebt HIER und wird hier auch immer leben. Hier hat sie die Chancen, die sie in Afrika NIE hätte. Hier stehen ihr alle Türen OFFEN.


    Irrtum, Hadiya! Das ist wohl Kunamis Entscheidung, wenn sie volljährig ist und, wenn sie sich entscheidet nach China oder Mexiko auszuwandern, wird es auch niemand ändern können.


    Und wag es nicht, ihr einzureden, dass es in Afrika ein romantisches Miteinander, mit einer herrlichen Landschaft und eine Wunderwelt der Tierrassen ist.“



    Romantisch? Keine Ahnung, liegt im Auge des einzelnen Betrachters und vor allem darauf an, wie man es betrachtet. Als Einheimischer, als Tourist, als jemand, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, anderen zu helfen……


    Aber unbestritten… eine herrliche Fauna und Flora!!


    Mir drehte sich der Kopf. Ich musste hier raus. Es ging die ganze Zeit also immer nur um mich. Ich war also in Afrika geboren. Warum um Himmelswillen durfte ich das nicht wissen. Und was steckte da noch dahinter? << Sag Kunami endlich die Wahrheit, denn mit deinen Lügereien fällst du bald bitterlich auf die Schnauze.>> Janets Satz schwirrte mir immer wieder im Kopf herum.


    Klar, dass sich Kunami so elend fühlt. Wir wissen zwar noch immer nichts über die Beweggründe, warum die halbe Familie inkl. Großvater (!!!) in D lebt, aber sicher ist eines, dass man gewisse Dinge schonend auch Kleinkindern beibringen kann, dann empfinden sie Gewisses als eben normal und gegeben und werden dann nicht in der Pubertät oder noch später das üble Gefühl haben, das „ganze Leben lang“ gemein belogen und betrogen worden zu sein. Ich selbst kenne 3 gute Beispiele dafür. Eine Pflegemutter, die neben ihren 3 leiblichen Kindern noch 15 Pflegekinder im Laufe der Jahre groß gezogen hat, die alle miteinander gut erzogen sind und ihre Pflegfamilie so lieben, als wäre es die eigene. Und auf der anderen Seite 2 Familien, wo in beiden Fällen das erste Kind einen Adoptivvater hatte. Das Mädchen erfuhr es mit 12 und bei der anderen Familie erfuhr es der Sohn erst mit 18, dass er adoptiert wurde. Beide Familien sind mittlerweile zerbrochen, weil für die Kids ihre bis dato heile Welt "zerstört" wurde und es ab da nur noch ganz üble Streitigkeiten gab. Heute sind alle zerstritten, die Eltern sogar geschieden …..und ….egal gehört nicht wirklich zur FS.



    „In der Zeit kannst du weiter streiten und allen anderen vorgeben, was sie mir sagen dürfen und was nicht. Oder, mach ihnen eine Liste, ist einfacher.“ „Kunami...“ „Was!“, fuhr ich meinen Vater mitten hinein „Ist doch wahr! Ich komme mir so veräppelt vor... Ach ist doch egal, bis nachher.“


    Und genau so beginnt es, dass ein an sich liebevolles, braves Mädchen aufsässig, frech, wütend und einfach nur von allem und jedem enttäuscht ist. Finde ich doch sehr traurig! Denn es hätte sich alles, wie gesagt ganz anders entwickeln können, wenn Hadiya schon früher angefangen hätte, ihr Kind über dieses und jenes aufzuklären.



    Spätnachmittags zogen wir die letzten Bananenkuchen aus dem Ofen. Die Suppen waren im Kühlschrank gut aufgehoben und Enyama kam noch pünktlich ins Jugendzentrum. Eine gute Nachricht hatte er aber noch für mich. Ich konnte meinen Geburtstag bei Fayes Eltern im Kleingarten feiern.




    Ein Gück, dass sich Kunami wenigstens auf ihre Freunde verlassen kann! :)




    War wieder eine aufregende FS und ich freue mich schon sehr auf das nächste Kapitel! :knuddel


    GLG Lidsi

    2 Mal editiert, zuletzt von Lidsi ()

  • Hallo Katti!
    hätt ich doch fast Deine Fortsetzung verpasst..... *blindbin*
    Auch bin natürlich sehr gespannt, welches Geheimnis da mit Afrika verbunden ist, aber auch ich fürchte, dass Du uns da noch eine längere Zeit zappeln lassen wirst.....
    Zwar muss ich Lidi Recht geben, dass es Janet nicht zusteht sich dermaßen einzumischen - auf der anderen Seite täte sie es nicht würde alles wahrscheinlich nach Möglichkeit für immer verschwiegen werden. Die afrikanischen Wurzeln lassen sich einfach nicht verleugnen und werden immer wieder Fragen aufwerfen. Kunamis Mutter hat da anscheinend eine tiefe Psychose, die wahrscheinlich auch nur mit einem Therapeuten aufzuarbeiten ist, wenn sie schon bei afrikanischer Musik und afrikanischem Essen so übertrieben reagiert. Wenn sie schon nicht in der Lage ist mit ihrer Tochter zu sprechen, wäre es auf alle Fälle die Aufgabe von Kunamis Vater! Kunami hat ein Recht darauf und hätte man nicht schon ewig ein Geheimnis darum gemacht, wäre sie wahrscheinlich ziemlich unbefangen damit aufgewachsen.
    Mit diesem Verhalten und der daraus (verständlich) resultierenden Aversion gegen Enyama wird es mit Knami unweigerlich zum Bruch kommen und sie treibt sie mehr aus dem Haus und Richtung Afrika.


    Was früher in Afrika alles passiert ist, dass es so tief im Verhalten von Hadiya verankert ist, läßt viel Raum für Spekulationen: Ich denke mal, dass Kunami nicht die leibliche Tochter ihres Vater ist sondern aus einer Zwangsheirat mit einem Afrikaner stammt. Weiterhin vermute ich mal dass Enyama nur nicht "passend" ist, weil er eben ein weiteres Teil Richtung Afrika ist.....


    naja ich warte wie ihr alle mit Spannung

    Liebe Grüße Tabatha
    [SIGPIC][/SIGPIC]

  • @ Vercula/Shoshana : schön wieder was von dir zu lesen mir macht es Spaß zu sehen wie du mitfieberst. Wünsche dir noch viel Spaß bei weiterlesen.


    @ Josijusa: Ja Berg- und Talfahrt hab ich dir hinterlassen. Freue mich jetzt schon auf deinen nächsten Kommi.


    @ Lidsi: bin ich ja froh das wir einer Meinung sind. Rätseln macht mehr Spaß *grins*


    Zitat

    Lidsi: War wieder eine aufregende FS und ich freue mich schon sehr auf das nächste Kapitel!


    Ich mich auch auf dein nächstes Kommi


    Tabatha: Zappeln? Na vielleicht kommt das ganze ja doch immer mehr ins rollen...


    Zitat

    Tabatha: naja ich warte wie ihr alle mit Spannung

    Und ich erst auf deine weiteren Spekulationen.


    Will Euch jetzt nicht länger zappeln lassen...


    30.


    „Was schwirrt dir wieder im Kopf rum?“ Karina riss mich aus meinen Gedanken und ich zuckte mit den Schultern. „Weiß auch nicht. Hab das Gefühl, ich kriege ES nie raus. War ja auch blöd einfach aus der Küche zu rennen. Vielleicht wäre Janet noch viel mehr rausgerutscht. Aber bei mir ist heute was ausgeklinkt. Wollte einfach nur raus. Karina, was wenn ich ES nie rausbekomme?“ „Du liebe Güte. Wenn einer den längsten Atem hat von uns, dann DU. Mach dich doch nicht selber klein. Na und? Hast du eben mal einen schwachen Moment gehabt. Beißt du dich halt beim nächsten Mal umso energischer fest.“ Sie klopfte mir auf die Schulter und lachte mich an. Schlagartig musste ich mitlachen. Woher nahm sie bloß immer diesen Optimismus? Chopin, ihr gefährlicher Schmusetiger, startete auch wieder einen neuen Kuschelangriff. Keine Chance der Attacke zu entkommen. Ehe ich mich versah, lag er auch schon schnurrend auf meinem Schoß.






    Die Gespräche mit Karina taten mir gut und die Zeit verging wie im Flug, doch es wurde Zeit nach Haus zu gehen. Ich hatte keine Lust, aber bummelte trotzdem langsam nach Hause. Doch leider kommt man trotzdem irgendwann an. Als ich die Haustür aufschloss, schnürte es mir gleich wieder den Magen zu. Lautes Stimmengewirr aus dem Esszimmer. Wieder ein Streit? Ich konnte nichts Genaues verstehen. Ich hatte meinen Eltern gesagt, ich sei zum Abendbrot zurück, also musste ich mich wenigstens zurückmelden. Vor der Esszimmertür blieb ich stehen. Mein Opa war sehr aufgebracht...


    „... ihr seid erst ein paar Tage hier. Verdammt noch mal, es ist kein einziger Tag davon vergangen, wo es nicht zwischen Hadiya und Janet Streit gegeben hat. Wie soll das weitergehen? Das HEUTE war ja wohl die Spitze des Eisbergs, wenn ihr so die Fassung vor Kunami verliert. Das arme Mädel wusste sich nicht anders zu helfen, als zu einer Freundin zu verschwinden.“ „Braucht ja bloß bei der Wahrheit zu bleiben.“, brummte Janet. „Du brauchst einfach nur mal deine Klappe halten.“, zischte meine Mutter zurück. „Geht das SCHON WIEDER los? Habt ihr es immer noch nicht kapiert?“ Mein Opa wurde noch lauter und so wütend wurde er echt selten. Mich beunruhigte es, was wenn er jetzt auch kurz vor dem Durchdrehen war? „Seit Tagen gequirlte Scheiße hier.“ „Vater...“ „Nichts Vater! Bryan, hier scheint keiner auch nur im Ansatz verstanden zu haben, was ich sagen wollte. Dann muss ich mich eben deutlicher ausdrücken. Gequirlte Scheiße, jawohl! Warum muss das alles vor Kunami ausgetragen werden? Nehmt euch Boxhandschuhe und steigt in den Ring. Das wäre eine faire Methode. Tragt das da aus und der Stärkere siegt.“ Ich hörte ein Kichern. „Und ich weiß auch schon, wer das ist.“ Was machte Shanice hier?





    „Ich finde das nicht witzig!“, zischte mein Opa und haute mit der Faust auf den Tisch. Eins musste man ihm lassen, keiner sagte mehr etwas. Dummerweise bekam ich eine SMS und im selben Moment hörte ich schon meinen Opa rufen: „Die Familie ist komplett. Kunami, komm rein! Was ich zu sagen habe, kannst du ruhig mitbekommen.“ Also ging ich hinein. Das Gesicht von meinem Opa erhellte sich etwas, als er mich sah. Die ganze Familie saß am Tisch, nur mein Opa stand als Oberhaupt am Kopf des Tisches. Meine Mutter und Janet ließen sich nicht aus den Augen. Ich setzte mich zwischen meine Eltern und verstand immer noch nicht, was hier jetzt wieder passierte.


    „Ich hab euch zu dieser Familienversammlung gerufen, denn ich sehe nicht mehr ein, dass in meinem Haus so eine Stimmung herrscht. Hier kann man sich ja nicht mehr frei bewegen. Man muss immer damit rechnen, dass ihr beiden euch an die Kehle springt. Ich hab die Faxen dicke! Verstanden? Entweder ihr kommt miteinander klar und könnt euch wie zivilisierte Menschen benehmen oder ich setze euch alle an die Luft!!!“ „Reagierst du da nicht ein bisschen über?“, fragte Shanice. „Nein, ich denke nicht. Und wer denkt, Kunami hat nicht längst mitbekommen, was hier abgeht, glaubt wohl noch an den Osterhasen.“ Alles guckte auf mich. Ich blieb cool. Pokern Kunami, sollen sie ruhig rätseln.






    Meinen Opa jedenfalls amüsierte es. Sein Grinsen wurde immer breiter, als er merkte, dass alle Aushorchversuche von Rick und meiner Mutter scheiterten. Ich schwieg einfach und lächelte brav. Warum sollte ich es ihnen einfach machen? Ihnen Material liefern, damit sie alles weitere noch besser verschleiern konnten? Nicht mit Evans, Kunami Evans! Die 008 der Agentenriege, die Verfolgung hatte ich schon aufgenommen, um die Wahrheit ans Licht zu holen. Denn sie kommt immer ans Licht, auch wenn man oft tief danach buddeln muss. Viel Ausdauer hatten sie aber nicht, denn sie schmissen nach 10 Minuten das Handtuch. Schade, denn ich fing gerade an es zu genießen. Das Abendessen fand fast schweigend statt. Die Runde löste sich leider in Rekordzeit auf. Mein Opa genoss die Ruhe im Haus bei einer Pfeife im Wohnzimmer, meine Mutter zog sich ins Schlafzimmer zurück, Shanice, Janet und Rick machten einen Spaziergang, mein Vater blieb erst unten im Wohnzimmer und folgte dann doch meiner Mutter ins Schlafzimmer. Ich ging, nachdem ich mit der Spülmaschine fertig war, nach oben. Meine Eltern unterhielten sich lautstark im Schlafzimmer. Man bekam es mit, auch wenn man nicht lauschen wollte...



    „... oh nein, dein Vater blufft nie. Der meint das ernst.“ „Schatz, ein Grund mehr die Nerven zu behalten. Warum lässt du Janet nicht einfach auflaufen?“ „Wie soll ich das denn machen? Und wer sagt dir, dass sie Kunami nicht noch mehr um die Ohren haut? Kann sie ja nicht den ganzen Tag an die Hand nehmen und bewachen!“ „Verflixt noch mal! Hadiya, es wäre so einfach. Sag es ihr endlich!“ „Auf keinen Fall...“, ich hörte wie sie laut aufstöhnte. „Geht’s wieder los? Leg dich schnell hin, ich hole dir eine Tablette. Meinst du nicht wir sollten den Arzt anrufen?“ „Der sagt doch eh immer das Gleiche...“


    Wenn ich doch nur wüsste, was sie hatte?! Mein Vater machte sich auf jeden Fall große Sorgen, das konnte ich an seiner Stimme hören. Ich huschte in mein Zimmer, nahm Cara auf den Arm und kuschelte mit ihr. Während ich Cara hinter den Ohren kraulte, dachte ich noch einmal über die Tabletten nach, die ich im Bad gefunden hatte. Kam aber kein Stück weiter. Dieser Sommer hatte es echt in sich. Noch vor einigen Wochen sah meine Welt ganz anders aus. Unter meinem Bett hatte ich einen Block versteckt, dort hatte ich alle Infos aufgeschrieben, die ich herausgefunden hatte. Ich holte ihn hervor und ergänzte die Liste. Las immer und immer wieder das vorher Aufgeschriebene. Was genau war damals in Afrika passiert? Warum nahm meine Mutter diese starken Schmerzmittel? Warum deckten fast alle das Geheimnis meiner Mutter? Warum sprang gerade Janet ihr in den Rücken? Was hatte ich genau in diesem Spiel für eine Rolle?


    Morgen war der große Tag. Das hieß früh ins Bett hüpfen, denn Jonas, Fabian und ich wollten früher in der Schule sein. Karina und ihre Mutter brachten die Suppen und den Bananenkuchen mit dem Auto zur Schule. Zu viert ging es schneller mit dem Ausladen, denn Karinas Mutter musste schnell weiter zur Arbeit.









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  • 30.2


    Wir halfen beim Aufbau der Stände, probten Teile des Tanzprogramms noch einmal durch und Jonas prüfte noch mal die Einstellung der Lautsprecher und der Scheinwerfer. Meine Lehrerin war begeistert von den Suppen und dem Kuchen. Wenn sie wüsste, was für ein Chaos dahinter gesteckt hatte...
    Es ging los, die ersten Besucher kamen und das Schulfest war ein großer Erfolg. Das Buffet kam gut an, die Spiel- und Spaßaktionen waren immer gut besucht und kein einziger Sitzplatz blieb bei unserem Tanzspektakel leer. Die letzten zufriedenen Besucher verließen in den frühen Abendstunden das Schulgelände. Zeit, mit allen Beteiligten auf das gelungene Projekt anzustoßen. Unsere Lehrer spendierten Sekt mit Orangensaft gemischt. Unsere Klasse hatte sich für Karina auch eine Kleinigkeit ausgedacht. Schließlich hatte sie den Löwenanteil mit der Choreographie aufgehalst bekommen. Karina war eine Naschkatze. Alle hatten zusammengeworfen und Julia hatte davon eine wunderschöne rosa Glasschale besorgt und sie randvoll mit Weingummi gefüllt. Nach den Aufräumarbeiten ging es aber auch für uns nach Hause. Jonas Vater holte uns ab. Töpfe und Kuchenplatten verschwanden im Kofferraum und Karina hielt stolz und strahlend, während der Fahrt, ihre Naschkatzenschale fest. Sie war sich nicht sicher, ob sie sich schon was Süßes rausangeln oder das Gesamtkunstwerk unberührt nach Hause bringen sollte. Jonas Vater war aber schneller. Sie war zu Hause, bevor sie doch noch in Versuchung kam, etwas zu naschen.



    Zu Hause musste ich natürlich ausführlich berichten. Ich war ganz froh, dass keiner meiner Familie zum Fest gekommen war. Janet konnte es sich nicht verkneifen nach dem Buffet zu fragen. Sie waren alle erstaunt, dass es nun doch afrikanisches Essen gab. Ich habe mächtig geflunkert und behauptet, Karina und ich hätten Rezepte im Internet gefunden. Ich wollte Enyama raushalten. Wozu Öl ins Feuer kippen. Meine Familie log mich an. Warum sollte ich dann alles erzählen? Wenn ich es erzählt hätte, wäre meine Mutter sowieso durchgedreht.


    Der Freitag war dann wieder ein normaler Schultag. In der ersten Stunde reflektierten wir die Projekttage. Letztendlich hatte doch jeder einen riesigen Spaß an der Sache gehabt. Mathe, Deutsch, Bio... der Alltag hatte uns wieder und auf Mathe hätte ich echt verzichten können. Nach vielen Rauchzeichen und einigen klugen Sprüchen von Jonas, kam mir die Erkenntnis, dass ich einfach zu blöd für Mathe war. Wenn ich das nächste Schuljahr überleben wollte, kam ich um Nachhilfestunden bei Jonas nicht drum rum. Nach der Schule fuhr ich gleich zu Shanice. Zu meinem Erstaunen war sie aber nicht alleine. Pascal war auch da. Er hatte sich ja, nach der Modenschau, bei mir nach meiner Tante erkundigt.



    Es stellte sich bald raus, dass die beiden schon einige Zeit zusammen waren. Pascal war überraschend zwischen zwei Modeljobs bei Shanice reingeschneit. „...war einfach zu köstlich ihr Gesichtsausdruck gestern Abend.“, lachte Pascal. „Na hör mal, da kommst du nichts ahnend nach Hause gefahren und dann sitzt er vor deiner Haustür. Sonst ruft er immer kurz durch.“ „Wäre sonst ja keine Überraschung mehr.“, protestierte Pascal. „Stimmt.“, gab Shanice zu, „aber ich wäre dann nicht so lange bei meiner Verwandtschaft geblieben.“ „War doch trotzdem ein schöner Abend.“ Das Telefon klingelte und Shanice verließ den Balkon. „Wann musst du wieder los und wo ist dein nächster Job?“ „Heute Nachmittag schon. Ich habe morgen früh ein Shooting für einen Modekatalog in Hannover. Deine Tante bringt mich nachher zum Flughafen.“ Wo war Pascal wohl geboren? Vielleicht wusste er etwas über Afrika. Aber einfach fragen ... aber warum auch nicht...





    „Klingt vielleicht blöd, aber darf ich dich fragen, wo du geboren wurdest?“, ein Glück, war Pascal ein lockerer Typ. „London.“ Ich musste ein enttäuschtes Gesicht gemacht haben. „Nicht gut? Woher dachtest du, dass ich herkomme?“ Oh weh, wie redete ich mich da jetzt wieder raus. Selber Schuld, also wieder flunkern. „Ich dachte, du kommst vielleicht aus Afrika. Wir müssen ein Referat für Erdkunde schreiben. War nur so eine Idee, also doch Bücher wälzen.“ Pascal musste lachen, “nicht jeder mit dunkler Hautfarbe kommt aus Afrika.“ „Ich weiß, ein Versuch war es aber wert.“ Shanice überraschte uns mit Sandwiches, zum Kochen blieb keine Zeit mehr. Pascal würde sonst den Flieger verpassen. Wir nahmen uns aber vor heute Abend etwas zu kochen. „Kunami, ich bringe Pascal jetzt zum Flughafen. Bin ungefähr in einer Stunde zurück.“ Was sie mir aber danach sagte, machte mich mehr als stutzig. „Schau dich ruhig um. Die Schlüssel zur Galerie und dem Büro hängen hier an der Pinnwand. Links ist es ganz heiß und nach rechts wird es immer kälter. Fühl dich wie zu Hause, der Kühlschrank ist voll.“





    Sie zeigte immer und immer wieder auf einen Schlüsselbund. Was meinte sie mit, links ist es heiß? Kaum waren die beiden losgefahren, griff ich nach dem Schlüsselbund. In der Galerie hingen einige Afrikafotos von Landschaften und Tieren. Zu meinem Erstaunen waren sie aber nicht von Shanice, sondern von meinem Vater. Ich schloss das Büro auf und entdeckte noch mehr Fotos von meinem Vater in schlichten Holzrahmen. Und eine Wand, voll mit Metallschränken. Shanice Fotos und Negative waren dort archiviert. Ob sie dort Erinnerungen an ihren Trip nach Afrika aufbewahrte? Links hatte sie gesagt... ich fing bei der obersten Schublade an zu suchen. Dann die zweite... dritte... vierte... fünfte... sechste...



    In der zehnten Schublade wurde ich fündig. Fotos von Janet und Rick fielen mir als erstes in die Hände. Ich suchte weiter und weiter. Da kein Kopierer weit und breit zu sehen war, beschloss ich die Fotos an Shanice PC zu scannen und sie auf einer CD zu sichern. Ich legte die Fotos wieder zurück, fuhr den PC runter und schloss das Büro wieder zu. Fast, so als ob ich nie hier gewesen wäre. Gerade als ich den Schlüssel zurückgehängt hatte, hörte ich eine Autotür zuklappen. „Bin wieder hier! Lust auf Pasta?“, rief Shanice. „Auf jeden Fall! Auch etwas zu trinken?“ Ich stand am Kühlschrank als Shanice ihre Wohnung betrat. Shanice deutete auf den Schlüsselbund, „hast dich wie zu Hause gefühlt?“ „Ja hab ich. Orange oder Zitrone?“ „Orange, bitte.“ Sie stellte die Einkaufstüte auf den Tisch und packte Spaghetti und eine Tomatensoße im Glas aus. „Weißt ja, mit Kochen hab ich es nicht so.“, wir fingen beide an zu lachen.

  • Und es geht spannend weiter.Zunächst mal ,derTisch bei ihrer Freundin Karina,wo die Lampe draufsteht ist super,ein schöner DL ,jedensfalls ist er mir bei den MaxisObjekten noch nicht aufgefallen.Ihr Opa ist echt tough,hat mal richtig auf den Tisch gehauen,aber weiter hat das ja Kunami auch nicht gebracht,und das Stöbern in den Schubladen?Ob sie was mit Hilfe der Fotos rausbringt?Jetzt lügt sie also auch,das kommt von der blöden Geheimnistuerei ihrer Mutter und deren Abneigung gegen Afrika. Wäre doch schön,wenn sie von ihrem Freund und dem gemeinsamen Kochen erzählen könnte.Auf die Schale mit den Weingummis bin ich ganz neidisch,die ess ich auch so gern!