Ohne ein Wort...

  • @ cindy: Ja, hat Tess hats mit Absicht gemacht... und wer das Geld geschickt hat... sag ich (noch) nicht, also noch ein bisschen Geduld xD
    @ anny: Deine Drängeleien haben Erfolg. Nächste Fortsetzung ist schon unterwegs ^^


    Tut mir Leid, dass ich erst jetzt wieder weiter schreibe, aber ich hatte die letzten paar Wochen einiges zu tun... Lernen auf ZKs und so... aber jetzt gehts weiter! Viel Spaß!


    _________________


    ~ Kapitel 10 ~




    [FONT=Times New Roman, serif]Als ich zu Grace ging, um ihr noch einen Gutenachtkuss zu geben, hatte sie das Licht zwar schon ausgemacht, aber sie saß noch am Fenster und spähte durch ihr Teleskop ans mondbeschienene Firmament.
    „Kleines“, sagte ich.
    Ich setzte mich auf das Bett von Grace und sah, dass das Buch über den Komsmos aufgeschlagen war.
    „Was siehst du?“, fragte ich.
    „Nicht viel“, sagte sie.
    „Schade, oder?“
    „Ach was. Hauptsache da fliegt nichts rum, was die Erde zerstören könnte.“
    [/FONT]



    „[FONT=Times New Roman, serif]Da hast du wohl recht.“
    „Ich will nicht, dass dir und Mom was passiert. Wenn ein Asteroid auf unser Haus zurast, kann ich euch rechtzeitig warnen.“
    Einen Augenblick sagten wir beide nichts.
    [/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich glaube, Tante Tess ist krank“, sagte sie.
    O nein. Sie hatte gelauscht. Statt in den Keller zu gehen, hatte sie von der Treppe aus gehorcht.
    „Grace, hast du...“
    „Sie hat sich gar nicht richtig gefreut“, sagte Grace. „Ich freue mich viel mehr, wenn ich Geburtstag habe.“
    „Wenn man älter wird, verlieren Geburtstage an Bedeutungen“, sagte ich. „Was mal ein Novum war, ist am Ende kalter Kaffee.“
    „Was ist ein Novum?“
    „Nun ja, alles wird irgendwann alltäglich. Wenn etwas ganz neu und aufregend ist, nennt man es ein Novum.“
    [/FONT]



    „[FONT=Times New Roman, serif]Oh.“ Sie richtete ihr Teleskop ein Stück nach links aus. „Der Mond ist ganz hell heute Nacht. Ich kann die ganzen Krater sehen.“
    „Jetzt aber ins Bett“, sagte ich.
    „Nur noch eine Minute“, protestierte sie. „Gute Nacht, Dad. Vor Asteroiden seid ihr heute sicher.“
    Ich beschloss, die noch eine Weile aufbleiben zu lassen. Ich drückte ihr noch einen Kuss aufs Ohr und ging in das Gästezimmer, in dem wir zu schlafen pflegten, wenn wir bei Tess zu Besuch waren.
    Cynthia, die Grace bereits gute Nacht gesagt hatte, saß im Bett und las ein Buch.
    [/FONT]




    „[FONT=Times New Roman, serif]Wir müssten morgen ins Einkaufszentrum fahren“, sagte sie. „Grace braucht neue Schuhe.“
    „Wieso? Die alten sehen doch noch ganz okay aus.“
    „Stimmt, aber die sind ihr zu klein geworden. Kommst du mit?“
    „Klar“, sagte ich. „Morgen früh mähe ich erst den Rasen, aber wir könnten mittags hinfahren und dort auch gleich etwas essen.“
    „Was für ein nettes Geburtstagsfest“, sagte sie.“Wir besuchen Tess viel zu selten.“
    „Dann lass uns doch einmal pro Woche vorbeischauen“, sagte ich.
    „Meinst du wirklich?“ Sie lächelte.
    „Na, sicher. Wir können es uns hier gemütlich machen oder Essen gehen. Das gefällt ihr bestimmt.“
    „Das glaube ich auch. Sie war heute ein bisschen geistesabwesend, fandest du nicht? Außerdem wird die Gute langsam vergesslich. Da schickt sie mich extra los, obwohl genug Eiscreme im Haus ist.“
    [/FONT]



    „[FONT=Times New Roman, serif]Hmmm“, sagte ich. „Darüber würde ich mir keine Gedanken machen.“
    Cynthia gegenüber hatte Tess ihre Gesundheitsprobleme nicht erwähnt. Es lag auf der Hand, dass sie Cynthia das Geburtstagsfest nicht verderben wollte. Mir war jedoch nicht ganz wohl dabei, schon bescheid zu wissen, während meine Frau ahnungslos blieb.
    Eine noch größere Last aber war das Wissen um das Geld, das Tess jahrelang anonym gehalten hatte. Wie kam ich dazu, das für mich zu behalten? Cynthia hatte ein Recht darauf, davon zu erfahren.
    „Alles okay?“, fragte Cynthia.
    „Wunderbar. Ich bin nur ein bisschen müde“, sagte ich. Ich putzte mir die Zähne und schlüpfte zu Cynthia unter die Decke.
    [/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]~~~[/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif][/FONT]




    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthia schlief schnell ein. Ich leider nicht.
    Ich starrte an die Decke, drehte mich zur Seite und starrte auf den Digitalwecker, rollte mich wieder auf den Rücken und starrte erneut die Zimmerdecke an. Gegen drei Uhr morgens bemerkte Cynthia, dass ich wach war. „Alles in Ordnung?“, fragte sie schlaftrunken.
    „Alles okay“, sagte ich. „Schlaf ruhig weiter.“
    Es waren alle die unbeantworteten Fragen, die mir auf der Seele lagen. Hätte ich nur ein paar Antworten auf die Fragen gehabt, die Cynthia unweigerlich stellen würde, hätte ich ihr sofort von dem Geld erzählt, dass Tess für ihre Ausbildung bekommen hatte.
    Nein, das war nicht wahr. Ein paar Antworten würden nur neue Fragen aufwerfen.
    Angenommen das Geld stammte von jemanden, der nicht zu ihrer Familie gehörte. Aber von wem? Wer sonst hatte sich möglicherweise für Cynthias Schicksal verantwortlich gefühlt, um ihr so viel Geld zukommen zu lassen.
    Und so lag ich wach und grübelte über eine Tat, die mich immer wieder zur gleichen Erkenntnis kommen lies: wie wenig wir eigentlich wussten.
    [/FONT]

    ~~~




    [FONT=Times New Roman, serif]Während Cynthia und Grace sich nach Schuhen umsahen, schlug ich die Zeit in der Buchhandlung tot. Ich hielt ein ziemlich interessanten Roman in den Händen, als Grace in die Buchhandlung stürmte, Cynthia im Schlepptau, die eine Einkaufstüte trug.
    „Ich sterbe vor Hunger“, sagte Grace, während sie die Arme um mich schlang.
    „Habt ihr Schuhe bekommen?“
    Sie trat einen Schritt rückwärts und ging in Vorführpose.
    „Und was ist in der Tüte?“, fragte ich.
    „Ihre alten Schuhe“, sagte Cynthia. „Sie wollte die neuen sofort anziehen. Hast du Hunger?“
    „Und wie.“ Ich stellte das Buch zurück ins Regal, dann gingen wir zur Restaurantebene hinauf.
    [/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]In dem Restaurant suchten wir uns einen Platz, worauf auch schon bald eine Bedienung vorbei kam um unsere Bestellung aufzunehmen.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Als unser Essen kam und wir zu essen begangen, schaute Cynthia auf einmal über meine Schulter. Ich wandte mich kurz um und drehte mich wieder zu ihr.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Ist irgendwas?“[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Nein, nichts“, sagte sie und nahm einen Bissen von ihrem Essen.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Wo hast du denn hingeguckt?“[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Nirgendwohin.“[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Grace aß ihr essen in rasanten Tempo weg.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthia sah erneut über meine Schulter.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Cyn“, sagte ich. „Was ist denn los?“[/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]___________
    [/FONT]

    ~ geht noch weiter ~


    [RIGHT][SIZE=3]Und plötzlich weißt du:
    Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen
    und dem Zauber des Anfangs
    zu vertrauen.
    [/SIZE][/RIGHT][RIGHT][SIZE=3][/SIZE][/RIGHT]
    [RIGHT][SIZE=3][SIZE=2]
    Meister Eckhart[/SIZE]

    [/SIZE][/RIGHT]



  • [FONT=Times New Roman, serif]Diesmal wiegelte sie nicht sofort ab. „Dieser Mann da drüben...“
    Ich wollte mich umdrehen, doch sie sagte schnell: „Nein, sieht nicht hin.“
    [/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Stimmt irgendwas nicht mit ihm?“
    „Darum geht es nicht“, sagte sie.
    [/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Ich seufzte, verdrehte wahrscheinlich sogar die Augen. „Mal im Ernst, Cyn, du kannst nicht einfach wildfremde Leute...“
    „Er sieht aus wie Todd“, sagte sie.
    [/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Okay, dachte ich. Es war beileibe nicht das erste Mal.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Warum erinnert er dich an deinen Bruder?“[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich weiß nicht genau. Einfach so. Er sieht genauso aus, wie Todd wahrscheinlich aussehen würde.“[/FONT]



    „[FONT=Times New Roman, serif]Worüber redet ihr eigentlich?“, fragte Grace.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Nicht so wichtig“; sagte ich, und an Cynthia gewandt: „Sag mir, wie er aussieht, und ich drehe mich ganz unauffällig um.“
    „Er hat dunkles Haar und trägt eine braune Jacke. Er wirkt wie die jüngere Ausgabe meines Vaters. Die Ähnlichkeit ist erschreckend.“
    [/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Ich drehte mich langsam um und erspähte sofort den von Cynthia genannten Mann. Aus der Schuhschachtel von Cynthia wusste ich, wie Todd aussah und dieser Mann hatte tatsächlich eine überraschende Ähnlichkeit mit Todd. Ich wandte mich wieder an Cynthia.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Der hat doch ein Allerweltsgesicht“, sagte ich.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich muss ihn mir aus der Nähe ansehen“, sagte Cynthia.[/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]Ehe ich etwas einwenden konnte, war sie auch schon aufgestanden. „Schatz“, brachte ich noch heraus und griff halbherzig nach ihrem Arm, doch dann war sie auch schon an mir vorbei.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Wo geht Mommy hin?“
    „Zur Toilette“, sagte ich.
    [/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich muss auch“, sagte Grace.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Mom geht mit dir, wenn sie zurück kommt“, sagte ich.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Ich beobachtete, wie Cyn einen weiten Bogen schlug und sich den Mann aus der entgegengesetzten Richtung seitlich näherte. Als sie mit ihm auf gleicher Höhe war, musterte sie ihn unauffällig – den Mann, der ihrer Meinung nach wie ihr Bruder Todd aussah.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Als sie zu uns zurück kam, sah sie mich an und sagte: „Er ist es.“
    „Cyn.“
    [/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Das ist mein Bruder.“
    „Cyn, hör auf. Das ist nicht Todd.“
    [/FONT]



    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich hab ihn mir genau angesehen. Er ist es. So sicher, wie Grace hier sitzt.“
    „Dein Bruder ist hier?`“, fragte sie neugierig. „Todd?“
    [/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Sei still und iss weiter“, sagte Cynthia.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich weiß, wie er heißt“, sagte Grace. „Und deine Eltern heißen Patricia und Clayton.“[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Grace!“, fuhr Cynthia sie an.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Ich spürte wie mein Pulsschlag beschleunigte. Ich ahnte böses.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich muss mit ihm reden“, sagte sie.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Bingo.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Das kannst du nicht machen“, sagte ich. „Hör zu, das ist er nie im Leben. Ganz ehrlich, wenn dein Bruder hier im Einkaufszentrum Essen futtern würde – glaubst du nicht, er hätte sich längst mit dir in Verbindung gesetzt? Außerdem würdest du ihm ebenso ins Auge stechen. Er ist einfach irgendein Typ, der deinem Bruder entfernt ähnlich sieht. Wenn du jetzt zu ihm rübergehst und so tust, als wäre er Todd, holst du dir höchstens eine gehörige Abfuhr.“[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Er geht“, sagte Cynthia. Ich hörte einen Anflug von Panik in ihrer Stimme.[/FONT]





    [FONT=Times New Roman, serif]Ich fuhr herum. Der Mann war aufgestanden, wischte sich den Mund mit einer Serviette, zerknüllte sie und lies sie auf den Teller fallen. Er ließ den Teller stehen und marschierte Richtung Toiletten.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Du kannst ihm nicht aufs Klo folgen“, warnte ich Cynthia.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Völlig erstarrt saß sie da und sah dem Mann hinterher, der in dem zu den Waschräumen führenden Gang verschwand. Nun ja, dort würde er auch wieder herauskommen – weshalb wir in Ruhe abwarten konnten.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Ich ahnte, dass mir nur noch ein paar Sekunden blieben, um Cynthia ihr Vorhaben auszureden, das uns alle in eine ausgesprochen peinliche Situation bringen konnte.
    „Erinnerst du dich noch daran, was du mir bei unserem allerersten Treffen gesagt hast? Dass du manchmal wildfremde Menschen für deine Eltern oder deinen Bruder hältst?“
    „Er kommt bestimmt gleich wieder raus. Außer die Toilette hat noch einen anderen Ausgang.“
    „Das glaube ich nicht“, sagte ich. „Ich verstehe dich ja. Deine Reaktion ist völlig normal. Dein halbes Leben hältst du nun Ausschau nach deinen Eltern und deinem Bruder. Und...“
    [/FONT]



    „[FONT=Times New Roman, serif]Da ist er. Er geht zur Treppe.“ Abrupt erhob sie sich und marschierte los.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Verdammte Scheiße!“[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Daddy!“, sagte Grace entsetzt.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Ich wandte mich zu ihr. „Du bleibst hier und rührst dich nicht vom Fleck, verstanden?“ Sie nickte. Ich wandte mich zu der älteren Frau am Nebentisch.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Entschuldigen Sie, können Sie einen Moment auf meine Tochter aufpassen?“[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Dann stand ich auf und lief hinter Cynthia her. Von weitem sah ich den Mann die Treppe hinaufsteigen. Als Cynthia die Treppe erreichte, war der Mann schon fast oben. Sie schlängelte sich zwischen den Menschen hindurch. Mich im Schlepptau. Als sie endlich das Ende der Treppe erreicht hatte, rannte sie hinter dem Mann her, der bereits am Ausgang angelangt war.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Todd!“, rief sie.[/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]Der Mann reagierte nicht. Ich hatte Cynthia fast eingeholt.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Cynthia!“, sagte ich.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Aber sie schenkte mir nicht mehr Beachtung als der Mann ihr. Sie ging weiter und rief erneut „Todd!“, ohne dass er reagierte. Dann hatte sie ihn eingeholt und ergriff ihn am Ellbogen.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Er wandte sich um und musterte sie mit irritiertem Blick. Sie war völlig außer Atem und starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Pardon?“, fragte er.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Entschuldigung“, sagte Cynthia und hielt einen Moment inne, um Luft zu holen. „Aber ich glaube, ich kenne Sie.“[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Ich schloss zu ihr auf. Der Mann sah mich an, als wollte er fragen, was zum Teufel hier eigentlich vor sich ging.[/FONT]



    „[FONT=Times New Roman, serif]Da täuschen Sie sich“, sagte er zögernd.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Du bist Todd“, sagte Cynthia.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Todd?“ Er schüttelte den Kopf. „Sorry, Lady, aber ich weiß wirklich nicht...“
    „Aber ich sehe es doch“, sagte Cynthia. „Du siehst genauso aus wie Vater. Du hast dieselben Augen.“
    „Es tut mir Leid“, sagte ich. „Meine Frau hält Sie für ihren Bruder. Sie hat ihn seit einer kleinen Ewigkeit nicht mehr gesehen.
    [/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthia funkelte mich an. „Ich bin nicht verrückt.“[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Sie wandte sich wieder zu dem Mann. „Na gut. Wer sind Sie dann?“
    „Lady, ich weiß nicht, was Sie für ein Problem haben, aber behelligen Sie mich nicht damit, okay?“
    [/FONT]

    ____________


    ~ geht noch weiter ~

    [RIGHT][SIZE=3]Und plötzlich weißt du:
    Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen
    und dem Zauber des Anfangs
    zu vertrauen.
    [/SIZE][/RIGHT][RIGHT][SIZE=3][/SIZE][/RIGHT]
    [RIGHT][SIZE=3][SIZE=2]
    Meister Eckhart[/SIZE]

    [/SIZE][/RIGHT]



  • [FONT=Times New Roman, serif]Ich stellte mich zwischen die beiden und richtete abermals das Wort an den Mann, wobei ich versuchte, so besonnen wir nur eben möglich zu sprechen.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Glauben Sie mir, es ist ein bisschen viel verlangt, aber... Wenn Sie uns sagen könnten, wer Sie sind, würde das meine Frau vielleicht ein wenig beruhigen.“[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Das ist doch verrückt“, sagte er. „Warum sollte ich das tun?“
    „Du bist es“, sagte Cynthia. „Aber aus irgendeinem Grund willst du es nicht zugeben.“
    Ich nahm Cynthia beiseite und sagte. „Lass mich mit ihm reden.“ Dann trat ich wieder zu dem Mann.
    [/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Die Familie meiner Frau ist vor fünfundzwanzig Jahren spurlos verschwunden. Und Sie sehen ihrem Bruder ähnlich, das haben Sie ja selbst gehört. Sie haben mein volles Verständnis, wenn Sie ablehnen, aber wenn Sie uns Ihren Ausweis oder Ihren Führerschein zeigen könnten, würden Sie meiner Frau wirklich helfen.“[/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]Er musterte mich einen Augenblick. „Ihre Frau braucht professionelle Hilfe, das ist Ihnen hoffentlich klar“, sagte er.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Ich erwiderte nichts.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Schließlich gab er einen Seufzer von sich und zog kopfschüttelnd sein Geldbeutel aus der hinteren Hosentasche, klappte ihn auf und förderte eine Plastikkarte zutage. „Hier“, sagte er.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Es war sein Führerschein, ausgestellt im Staat New York auf den Namen Jeremy Sloan. Als Adresse war Youngstown, New York, angegeben. Direkt daneben prangte ein Lichtbild von ihm.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Darf ich?“, fragte ich. Er nickte. Ich ging zu Cynthia und reichte ihr den Führerschein. „Sieh dir das an.“
    Zögernd nahm sie den Führerschein zwischen Daumen und Zeigefinger und betrachtete ihm mit tränen verschleiertem Blick. Sie sah das Foto, dann den Mann an. Dann reichte sie ihm den Führerschein zurück.
    [/FONT]



    „[FONT=Times New Roman, serif]Es tut mir Leid“, sagte sie. „Es tut mir so Leid.“
    Der Mann nahm seinen Führerschein, steckte ihn in den Geldbeutel zurück, schüttelte abermals genervt den Kopf, murmelte irgendwas, von dem ich nur die Worte „völlig irre“ verstand und verschwand Richtung Parkplatz.
    [/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Komm, Cyn“, sagte ich. „Lass uns Grace holen.“
    „Grace?“, entgegnete sie. „Du hast sie allein gelassen?“
    „Alles okay“, sagte ich. „Die Frau vom Nebentisch passt auf sie auf.“
    [/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthia macht abrupt kehrt, hetzte zurück in das Einkaufszentrum und lief die Treppe hinauf. Ich folgte ihr auf dem Fuß, und wir bahnten uns unseren Weg bis zu unserm Tisch. Unsere Teller standen noch da, doch Grace war weg. Ebensowenig wie die ältere Dame.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Verdammt noch mal, was...“
    „O Gott“, sagte Cynthia. „Wie konntest du sie nur allein lassen?“
    [/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Am liebsten hätte ich ihr an den Kopf geworfen, dass sie die ganze Situation erst heraufbeschworen hatte, indem sie wir ein aufgescheuchtes Huhn los gehetzt war.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Sie muss hier irgendwo sein“, sagte ich stattdessen.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Haben Sie unsere Kleine gesehen?“, fragte Cynthia die Leute an den andere Tischen, aber wir ernteten nichts als Kopfschütteln und ratloses Schulterzucken.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Ein achtjähriges Mädchen? Sie hat hier gesessen.“[/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]Ich fühlte mich so hilflos wie noch nie. War es möglich, dass die alte Frau Grace weggelockt hatte? Aber dafür war Grace eigentlich zu clever. Sie wusste genau, dass man bei fremden Leute...[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Ich ließ meinen Blick durch den Restaurantsbereich schweifen. Cynthia stand mitten zwischen den Tischen und begann laut zu rufen: „Grace! Grace!“[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Ich selben Moment hörte ich eine Stimme hinter mir.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Hey, Dad.“
    Ich fuhr herum.
    [/FONT]



    „[FONT=Times New Roman, serif]Wieso schreit Mom denn so?“, fragte Grace.[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Herrgott noch mal, wo warst du denn?“, fragte ich. „Und wo ist die alte Dame abgeblieben?“
    „Ihr Handy hat geklingelt und dann ist sie gegangen“, sagte Grace seelenruhig. „Außerdem musste ich aufs Klo, das habe ich doch gesagt. Deswegen müsst ihr nicht gleich so ausflippen.“
    Cynthia kam zu uns gelaufen und drückte Grace so fest an sich, dass sie fast erstickte. Ja, ich hatte mich mit Gewissensbissen herumgeschlagen, weil ich Cynthia nicht sofort von den Umschlägen erzählt hatte – aber jetzt hatte ich definitiv keine mehr.
    [/FONT]

    ~~~



    [FONT=Times New Roman, serif]Schweigend fuhren wir nach Hause.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Als wir daheim angekommen waren, blinkte das Lämpchen am Anrufbeantworter. Wir hatten eine Nachricht von der Deadline-Reaktion.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Es hatte sich jemand gemeldet. Jemand, der zu wissen behauptete, was mit Cynthias Familie geschehen war. [/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthia rief sofort zurück und wartete, bis irgendwer die zuständige Redakteurin aufgestöbert hatte, die gerade Kaffeepause machte. Schließlich aber war sie am Apparat. „Wer hat angerufen?“, fragte Cynthia atemlos. „Es war doch mein Bruder, nicht wahr?“
    Nach wie vor war sie überzeugt davon, dass der Fremde ihr Bruder Todd gewesen war.
    [/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Nein, antwortete die Redakteurin. Nicht ihr Bruder. Sondern eine Frau die parapsychologische Fähigkeiten hatte. Die ausgesprochen glaubwürdig klang, jedenfalls soweit sie es beurteilen konnte.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthia legte auf. „Es war eine Hellseherin.“[/FONT]

    „[FONT=Times New Roman, serif]Cool!“, platzte Grace heraus.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Na super, dachte ich. Darauf hatte ich nur gewartet.[/FONT]

    ~ Ende Kapitel 10 ~



    So, das wars mal wieder von meiner Seite.
    Freu mich schon auf eure Kommentare!
    Bis zum nächsten Mal!

    [RIGHT][SIZE=3]Und plötzlich weißt du:
    Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen
    und dem Zauber des Anfangs
    zu vertrauen.
    [/SIZE][/RIGHT][RIGHT][SIZE=3][/SIZE][/RIGHT]
    [RIGHT][SIZE=3][SIZE=2]
    Meister Eckhart[/SIZE]

    [/SIZE][/RIGHT]

  • waaaaaaaaaaaaaaah! habe eben total herzklopfen bekommen als grace weg war :eek: aber zum glück war sie nur auf der toilette...


    mal wieder alles sehr mysteriös... ob der typ doch ihr bruder ist :rolleyes


    hat wie immer riesen spaß gemacht deine fs zu lesen :applaus


    bitte bitte schnell weitermachen :D


    lg anny (die das nächste kapitel gar nicht erwarten kann *hibbl*

    [SIGPIC][/SIGPIC]

  • hilfe! ich hab voll den schreck bekommen...
    diese frau kann doch nich einfach weglaufen,
    wenn sie auf grace aufpassen sollte...
    hmm.. cynthia war sich doch so sicher,
    dass es ihr bruder ist.. war bestimmt ne ziemliche enttäuschung
    freu mich schon riesig auf die nächste Fs!
    lg

    [CENTER]
    [SIZE=2]Life is not about waiting for the storm to pass, it´s about learning to dance in the rain
    :megafroi


    [/SIZE][SIZE=2][SIZE=4]LaNostraVita[/SIZE]
    Mein Blog - Gedanken über Gott und die Welt, schöne Erlebnisse, inspirierende
    Zitate, eigene Fotos und meine Vorstellung von Mode und Kosmetik
    [/SIZE]

    [/CENTER]

  • Asche auf mein Haupt das ich erst jetzt angefangen hab deine FS zu lesen aber ich werde jetzt auf jeden Fall weiterlesen :D!
    Mein Herz ist fast stehengeblieben als Grace nicht mehr da war :hua
    Wie aufregend und spannend und total fesselnd und toll geschrieben und gute Bilder ... oh ich kanns gar nicht erwarten wie es weiter geht !!!

    LG Simsholic192

    Schotty *Käse Flausch* Divya :kuss Aviii :hug hab euch lieb :kuss Sabeunski Manja Fallin' Angel und Kotenok :knuddel

  • Ich meld mich auch mal wieder :D
    Ich hatte wirklich gedacht, dass das Todd ist!
    Schade das es nicht so war.
    Bin mal gespannt wies weiter geht und ob sie ihre Familie findet!
    LG :hug
    nichthund.

    [CENTER]
    [/CENTER]
    [CENTER]
    [SIZE=3]kätzchenschwester. ♥[/SIZE]
    [/CENTER]

  • Mein Keks! Ich sag Dir ja immer im ICQ wie ich die Fortsetzung fand :D Aber jetzt muss ich Dir doch nochmal ein Kommi hinterlassen...


    Also ich hab echt einen Schreck bekommen als Grace plötzlich weg war. *puh* Du machst das toll! :hug Bitte, bitte nach den ZK's schnell weiter machen, ja? xD nochmal :hug

    Freundliche Grüße


    Chris

  • Ich bin eigentlich nicht so der Typ, der allzu gerne am PC FanFiction oder Fotostories liest. Ich schau zwar mal kurz in die eine oder andere rein; aber um mich zum Weiterlesen zu bringen, muß da schon das gewisse "Etwas" sein. Wenn ich dir nun sage, daß ich heute Mittag in deine FS zum ersten Mal reingeguckt habe, alles durchgelesen habe und auf eine Fortsetzung hoffe, dann ist wohl klar, daß mir deine Geschichte wirklich gefallen hat. ;)


    Du hast einen schön Erzählstil. Deine Art, die Spannung aufzubauen und wie ich gesehen habe, genau im richtigen Moment zu sagen "Fortsetzung folgt" ist einfach wunderbar. :applaus


    Freu mich schon darauf, bald weiterlesen zu können. Ich kenne die Vorlage zu der Geschichte nicht und ich bin wirklich gespannt, wie es enden wird und was denn mit Cynthias Familie damals geschehen war. Hoffentlich erfahren wir das überhaupt. :D


    kuroi-neko

  • So... es geht wieder weiter. Aber zuerst einmal die Kommis:


    @ anny: Ja, das wäre ein echter Schock, wenn Grace wirklich weg gewesen wäre. Und ob der Kerl ihr Bruder ist oder nicht, wird sich noch zeigen. ^^
    @ cindy: Naja... Terry hat ihr das einfach aufgetragen auf Grace aufzupassen. Die Frau hat nicht zugestimmt... Aber trotzdem hätte sie warten können, das stimmt.
    @ Simsholic192: Hehe, danke für den lieben Kommentar. Ich freu mich immer über neue Leser und Lesserinnen.
    @ nichthund: Ja, war eine ziemliche Enttäuschung für Cynthia. Aber das ist ihr ja schon öfters passiert... kann man nichts machen ^^
    @ "Meine" Wawa (xD): ZKs sind rum und Keksy macht wie versprochen weiter.
    @ kuroi-neko: Danke für deinen Kommentar. Es freut mich, wenn dir meine Fotostory gefällt. Danke für das Lob.
    @ dimdidim: Ja, es gibt sehr viele Geheimnisse die noch aufgedeckt werden müssen. Aber das dauert noch ein Weilchen.



    Weiter gehts mit Kapitel 11. Heute wird es nochmal etwas spannender. Ich freu mich auf eure Kommentare.


    ____________________________


    ~ Kapitel 11 ~



    „[FONT=Times New Roman, serif]Wir sollten und wenigstens anhören, was sie zu sagen hat“, meinte Cynthia.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Es war am selben Abend; ich saß am Küchentisch und korrigierte Klassenarbeiten. Seit dem Telefonat mit der Deadline-Redakteurin kreisten Cynthias Gedanken ausschließlich um die Hellseherin. Meine Begeisterung hielt sich nach wie vor in Grenzen.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Während des Abendessens war ich eher ruhig und Grace war unmittelbar danach in ihr Zimmer gegangen um Hausaufgaben zu machen. Als Cynthia die Spülmaschine einräumte, meinte sie: „Terry, wir müssen darüber reden.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Was gibt’s da groß zu reden?“, sagte ich. „Na schön, eine Hellseherin hat beim Sender angerufen. Und das ist ja wohl kaum besser als der Anruf von diesem Verrückten, der behauptet hat, deine Familie sei durch einen Riss in der Zeit gefallen. Am Ende malt dir diese Tante noch aus, wie deine Eltern jetzt auf einem Dinosaurier durch die Gegend reiten.[/FONT]


    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthia drehte sich ganz zu mir um. „Wie kannst du nur so gehässig sein?“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Ich sah von dem grauenhaften Aufsatz auf, der vor mir lag. „Was?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Wie kannst du nur so hämisch daherreden?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Tu ich doch gar nicht.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif] „Und ob. Du bist immer noch sauer auf mich. Wegen der Sache im Einkaufszentrum heute.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif] Ich schwieg. Da war etwas dran. Auf dem Nachhauseweg hatten wir kein einziges Wort miteinander geredet, obwohl ich ihr liebend gern ein paar unschöne Wahrheiten aufgetischt hätte.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Dass ich die Nase allmählich voll hatte. Dass das Leben weiterging. Dass sie sich der Tatsache stellen musste, dass ihre Familie auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist und nicht mehr auftauchen wird, nur weil sich der Tag ihres Verschwinden zum fünfundzwanzigsten Mal jährte. Keine Frage, sie hatte einen furchtbaren Verlust erlebt, doch inzwischen hatte sie eine andere, neue Familie, der sie es schuldig war, im Hier und Jetzt zu leben, statt ihren verschollenen Verwandten bis in alle Ewigkeit hinterherzutrauern. [/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Aber ich hatte nichts gesagt. Ich brachte es einfach nicht über mich. Trotzdem fühlte ich mich außerstande, sie zu trösten. Ich war genervt. Der Anruf dieser Hellseherin bei der Deadline-Redaktion hatte das Fass zum Überlaufen gebracht.[/FONT]


    „[FONT=Times New Roman, serif]Nein, ich bin nicht sauer“, sagte ich.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich kenne dich genau“, sagte Cynthia. „Klar bist du sauer. Es tut mir Leid, was passiert ist. Ich kann mich nur bei dir und Grace entschuldigen und am liebsten würde ich obendrein den armen Mann um Entschuldigung bitten. Aber was soll ich machen? Ich bin bereits alle vierzehn Tage bei Dr. Kinzler. Soll ich wöchentlich gehen? Oder mir irgendwelche Medikamente verschreiben lassen, die mich ruhig stellen und diese Sache vergessen lassen? Würde dich das zufrieden stellen?“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Ich knallte den Rotstift auf den Tisch. „Jetzt mach mal halblang, Cyn.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Am liebsten wäre es dir doch, wenn wir uns trennen, stimmt's?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Das ist doch lächerlich.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif] „Du erträgst es einfach nicht mehr und soll ich dir was sagen? Ich auch nicht. Mir steht das alles bis hier oben hin. Glaubst du etwa, mir gefällt es, mich an eine Hellseherin wenden zu müssen? Meinst du, ich wüsste nicht, wie armselig das aussieht, dieser Griff nach dem letzten Strohhalm? Aber was würdest du an meiner Stelle tun? Was, wenn es nicht um meine Eltern und meinen Bruder ginge, sondern um Grace?“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Ich sah sie an. „So was darfst du nicht mal denken.“[/FONT]


    „[FONT=Times New Roman, serif]Was, wenn sie eines Tages spurlos verschwinden würde? Und verschwunden bliebe, für Monate, für Jahre? Ohne dass es auch nur den geringsten Anhaltspunkt gäbe?“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif] „Hör auf damit“, sagte ich.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Und eines Tages erhältst du den Anruf einer Frau, die behauptet, sie hätte eine Vision gehabt und wüsste, wo Grace sei. Willst du mir erzählen, du würdest dann einfach auflegen?“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Ich presste die Lippen aufeinander und senkte den Blick.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ja, würdest du das tun? Nur um nicht wie ein Idiot dazustehen? Weil es dir so peinlich wäre? Aber was, wenn diese Frau wirklich etwas wüsste und stünde die Chance nur eins zu einer Million? Was, wenn sie nicht mal hellseherisch begabt wäre, sondern tatsächlich etwas gesehen, es aber versehentlich als Vision interpretiert hätte? Und wenn sie damit eine entscheidende Information liefern würde?“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Ich stützte den Kopf auf die Hände.[/FONT]


    [FONT=Times New Roman, serif] ~~~[/FONT]


    [FONT=Times New Roman, serif] [/FONT]


    [FONT=Times New Roman, serif]Am nächsten Tag lief mir Lauren Wells über den Weg. [/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Na, geht’s heute besser?“, fragte sie.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Alles bestens“, erwiderte ich. „Und wie geht’s dir?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]So weit alles okay“, sagte sie. „Sag mal, du und Mr Carruthers, ihr steht euch ziemlich nahe, nicht wahr?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Rolly und ich? Ja, wir kennen uns schon seit Ewigkeiten.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif] „Es ist mir peinlich, aber ich glaube, er hat gestern im Lehrerzimmer gesehen, wie ich etwas in dein Fach gelegt, dann aber wieder herausgenommen habe. Hat er das irgendwie erwähnt?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Na ja, er...“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Hab ich mir gleichgedacht. Also, wahrscheinlich wäre es besser gewesen, ich hätte die Notiz nicht wieder herausgeholt, weil du dich dann nicht gefragt hättest, worum es überhaupt ging, und ...“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Lauren, vergiss es. Alles halb so wild.“[/FONT]


    „[FONT=Times New Roman, serif]Es war nur eine Einladung. Ich dachte, es wäre vielleicht eine nette Abwechslung für Cynthia und dich, mal einen Abend auf einer kleinen Party zu verbringen. Aber dann kam es mir doch irgendwie aufdringlich vor, verstehst du?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Sehr taktvoll von dir“, sagte ich. „Vielleicht ein andermal.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Nun ja“, sagte Lauren. „Hast du heute Abend schon was vor? Ich würde euch gerne einladen.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Sorry, ich muss passen. Cynthia und ich fahren heute Abend nach New Haven. Wir haben einen Termin bei Deadline. Nichts Großes, nur so eine Art Nachbereitung der ersten Sendung.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Im selben Moment bereute ich, etwas darüber gesagt zu haben. Lauren lächelte. [/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Oh, dann musst du mir morgen unbedingt erzählen, wie es war.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Ich lächelte zurück und erwiderte, ich müsse dringend zur nächsten Unterrichtsstunde und ging den Flur hinunter.[/FONT]

    ~~~



    [FONT=Times New Roman, serif]Wir aßen früh zu Abend, um nicht zu spät in New Haven anzukommen. Wir hatten eigentlich vorgehabt, einen Babysitter für Grace zu organisieren, aber die Mädchen, die sonst auf sie aufpassten, waren alle bereits verplant.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich kann doch auch allein hierbleiben“, sagte Grace.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Keine Chance“, sagte ich. „Am besten, du nimmst dir dein Buch über das Universum oder ein paar Hausaufgaben mit.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich will aber auch hören, was die Frau sagt.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Kommt nicht in Frage“, sagte Cynthia, ehe ich das gleiche antworten konnte.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich muss einen der Schuhkartons mit meinen Erinnerungen mitbringen“, sagte Cynthia.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Irgendeinen bestimmten?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Egal. Die Hellseherin hat gesagt, sie muss ihn nur berühren oder ein paar Sachen in die Hand nehmen, um die Verbindung zur Vergangenheit herzustellen.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Aha“, sagte ich. „Und ein Kamerateam ist sicher auch dabei.“[/FONT]


    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthia nickte. „Das können wir ihnen wohl schlecht verbieten. Wären wir nicht im Fernsehen gewesen, hätte sie sich nie gemeldet.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Weißt du überhaupt, wie sie heißt?“, fragte ich.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Keisha“, sagte Cynthia. „Keisha Ceylon.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Toller Name.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich hab im Internet nachgesehen“, sagte Cynthia. „Sie hat eine eigene Website.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Darauf hätte ich gewettet“, sagte ich und lächelte säuerlich.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Sei bloß nett zu ihr“, sagte Cynthia.[/FONT]


    [FONT=Times New Roman, serif]~ geht noch weiter ~[/FONT]

    [RIGHT][SIZE=3]Und plötzlich weißt du:
    Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen
    und dem Zauber des Anfangs
    zu vertrauen.
    [/SIZE][/RIGHT][RIGHT][SIZE=3][/SIZE][/RIGHT]
    [RIGHT][SIZE=3][SIZE=2]
    Meister Eckhart[/SIZE]

    [/SIZE][/RIGHT]


  • [FONT=Times New Roman, serif]Wir saßen bereits im Wagen und ich wollte gerade die Einfahrt hinuntersetzen, als Cynthia plötzlich herausplatzte: „O nein! Warte! Ich habe den Karton vergessen!“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Dabei hatte sie ihn extra auf den Küchentisch gestellt, um ihn nicht zu vergessen.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich geh schon“, sagte ich, doch Cynthia hatte bereits die Schlüssel aus ihrer Handtasche genommen und die Beifahrertür geöffnet.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Bin sofort zurück“, sagte sie. Ich sah ihr hinterher, wie sie aufschloss, den Schlüssel stecken ließ und ins Haus ging. Es dauerte und dauerte, jedenfalls blieb sie länger im Haus, als ich erwartet hätte, doch dann tauchte sie wieder auf, den Schuhkarton unterm Arm. Sie schloss ab und stieg wieder zu uns ins Auto.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Was hat denn so lange gedauert?“, fragte ich.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich habe noch eine Beruhigungstablette genommen“, sagte sie.[/FONT]




    [FONT=Times New Roman, serif]Im Sendergebäude wurden wir von einem Redakteur empfangen, der uns in ein Studio mit einer Couch, zwei Sesseln, ein paar künstlichen Pflanzen und einer auf heimelig getrimmten Kulisse mit Lattenzaun führte. Paula Malloy begrüßte Cynthia wie eine alte Freundin und knipste ihr Strahlelächeln an. Neben Paula stand eine Frau, die ich auf Ende vierzig schätzte. Ich fragte mich, ob sie hier die Aufnahmeleiterin war.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Darf ich Ihnen Keisha Ceylon vorstellen?“ fragte Paula.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Ups. Vermutlich hatte ich eine Zigeunerin erwartet – jedenfalls ganz bestimmt niemanden, der nach Chefetage aussah.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Sehr erfreut“, sagte Keisha und schüttelte uns die Hand. Anscheinend hatte sie gewittert, was mir durch den Kopf ging. „Überrascht?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ein bisschen“, sagte ich.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Und du bist bestimmt Grace“, sagte sie und beugte sich zu unserer Tochter, um ihr ebenfalls die Hand zu geben.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Hi“, sagte Grace.[/FONT]


    „[FONT=Times New Roman, serif]Wo können wir Grace solange unterbringen?“, fragte ich. „Gibt's hier so was wie einen Backstageraum?“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Eine Assistentin eilte herbei und nahm Grace mit.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Nachdem Cynthia und Keisha geschminkt worden waren, wurden sie auf der Couch platziert; zwischen ihnen stand der Schuhkartons. Paula nahm ihnen gegenüber in einem der Sessel Platz, während die Kameras geräuschlos in Stellung gebracht wurden. Ich trat zurück ins Studiodunkel, weit genug, um niemandem im Weg zu stehen, aber ich blieb nahe genug, um alles mitzubekommen.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Paula sprach ein paar einleitende Worte, bevor es los ging. Dann sagte sie, es hätten sich verblüffende Entwicklungen im Fall der 1982 spurlos verschwundenen Familie Bigge ergeben. Eine Hellseherin habe sich gemeldet, die offenbar im Stande sei, Licht ins Dunkel zu bringen.[/FONT]


    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich hatte die Sendung gesehen“; sagte Keisha Ceylon mit ruhiger, wohltötender Stimme. „Und auch mit Interesse verfolgt, aber nicht weiter darüber nachgedacht. Aber zwei Wochen später wollte ich einer Klientin dabei helfen, mit einer verstorbenen Verwandten in Kontakt zu treten, und irgendwie lief es nicht so wie sonst, so als gäbe es eine Art Störung, so als ob ein dritter Teilnehmer in der Leitung sei.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Das ist ja außergewöhnlich“, sagte Paula beeindruckt. Cynthia lauschte mit unbewegter Miene.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Und plötzlich hörte ich eine Frauenstimme. Sie sagte: >Bitte richten Sie meiner Tochter etwas von mir aus.<“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Wirklich? Und hat die Frau ihren Namen genannt?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ja, sie sagte, sie hieße Patricia.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthias Lider zuckten.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Und was hat sie noch gesagt?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Sie bat mich, mit ihrer Tochter Cynthia Kontakt aufzunehmen.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Warum?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Da bin ich mir nicht ganz sicher. Möglicherweise wollte sie, dass ich mehr erfahre. Daher habe ich Sie auch gebeten“ - sie lächelte Cynthia an -, „ein paar Erinnerungsstücke mitzubringen, damit ich mich ein wenig einfühlen und Verbindung zur Vergangenheit herstellen kann.“[/FONT]


    [FONT=Times New Roman, serif]Paula wandte sich an Cynthia. „Sie haben uns etwas mitgebracht, nicht wahr?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ja“, erwiderte Cynthia. „Diesen Schuhkarton haben Sie ja schon einmal gesehen. Ich bewahre Fotos und alte Zeitungsausschnitte darin auf, alles Mögliche. Ich kann Ihnen die Sachen zeigen, und dann...“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Nicht notwendig“, sagte Keisha. „Wenn Sie mir einfach den ganzen Schuhkarton geben würden.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthia reichte ihr die Schachtel. Keisha bettete sie in ihren Schoß, legte die Hand darauf und schloss die Augen.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich spüre starke Energieströme“, sagte sie.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Jetzt reicht's aber langsam, dachte ich.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich spüre... Traurigkeit. So viel Traurigkeit.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Was spüren Sie noch?“, fragte Paula.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Keisha runzelte die Stirn. „Ich spüre... dass Sie ein Zeichen erhalten werden.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ein Zeichen?“, sagte Cynthia. „Was für ein Zeichen?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ein Zeichen... das helfen wird, Ihre Fragen zu beantworten. Aber mehr kann ich momentan nicht sagen.“[/FONT]


    „[FONT=Times New Roman, serif]Warum?“, fragten Cynthia und Paula gemeinsam.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Keisha öffnete die Augen. „Können Sie kurz die Kameras ausschalten?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Äh, Leute. Kurze Pause, ja?“, sagte Paula.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Okay“, sagte einer der Kameramänner.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Paula wandte sich an Keisha. „Gibt's ein Problem?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Was ist denn los?“, fragte Cynthia besorgt. „Was wollen Sie denn nicht vor der Kamera sagen? Geht es um meine Mutter? Um das, was sie mir mitteilen wollte?“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Gewissermaßen“, sagte Keisha. „Nun ja, ehe wir fortfahren, würde ich gern noch die Honorarfrage klären.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]So lief das also.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Äh, Keisha“, sagte Paula. „Soweit ich mich erinnere, hatten wir uns darauf geeinigt, dass wir für ihre Hotelkosten aufkommen. Von einem Honorar war nie die Rede.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]So habe ich das aber ganz und gar nicht verstanden“, sagte Keisha schroff. „Ich habe extrem wichtige Informationen, die ich nur gegen eine angemessene finanzielle Gegenleistung preisgeben werde.“[/FONT]


    „[FONT=Times New Roman, serif]Warum erzählen Sie Cynthia nicht einfach, was Sie wissen, und wir einigen uns hinterher?“, schlug Paula vor.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Ich trat vor und fasste Cynthia ins Auge. „Schatz“, sagte ich und wies mit dem Daumen zur Tür.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Sie nickte frustriert, entfernte das Mikro von ihrer Bluse und stand auf.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Wo wollen Sie hin?“, fragte Paula.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Das war's“. sagte ich. „Wir gehen.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Was soll das denn jetzt?“, sagte Keisha aufgebracht. „Lady, wenn die hier nicht zahlen wollen, könnten Sie ja mein Honorar übernehmen.“[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ich mach mich hier nicht länger zum Affen“, sagte Cynthia.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Tausend Dollar“, sagte Keisha. „Tausend Dollar, und ich erzähle Ihnen, was ich von Ihrer Mutter erfahren habe.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthia kam um, die Couch herum. Ich reichte ihr die Hand.[/FONT]


    „[FONT=Times New Roman, serif]Okay, siebenhundert“, sagte Keisha, als wir losmarschierten um Grace zu holen.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Was ist denn das für eine Nummer?“, sagte Paula zu Keisha. „Sie haben die Chance, ins Fernsehen zu kommen, Werbung ohne Ende für sich zu machen – und das lassen Sie sich wegen ein paar hundert Dollar entgehen?“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Keisha musterte Paula mit bösem Blick und nahm ihre Frisur in Augenschein. „Wer hat dir denn diese beschissene Tönung verpasst, du Schlampe?“[/FONT]

    ~~~


    ~ geht noch weiter ~

    [RIGHT][SIZE=3]Und plötzlich weißt du:
    Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen
    und dem Zauber des Anfangs
    zu vertrauen.
    [/SIZE][/RIGHT][RIGHT][SIZE=3][/SIZE][/RIGHT]
    [RIGHT][SIZE=3][SIZE=2]
    Meister Eckhart[/SIZE]

    [/SIZE][/RIGHT]



  • „[FONT=Times New Roman, serif]Du hattest recht“, sagte Cynthia auf dem Nachhauseweg.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Ich schüttelte den Kopf. „Dein Abgang war erste Sahne. Diese Keisha hat geglotzt wie ein Auto, als du dein Mikro abgenommen hast.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Cynthias Lächeln wurden von den Scheinwerfern eines entgegenkommenden Wagens erfasst. Grace war auf dem Rücksitz eingeschlafen.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Das war wirklich pure Zeitverschwendung“, sagte Cynthia.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Nein“, sagte ich. „Du hattest recht. Selbst bei einer Chance von eins zu einer Million muss man einer solchen Sache nachgehen. Genau das haben wir getan. Und jetzt haken wir das Ganze ab, einverstanden?“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Wir bogen in die Einfahrt ein. Ich öffnete die hintere Tür, machte den Gurt los und trug Grace ins Haus. Cynthia ging voraus und machte Licht in der Küche. Ich hatte bereits die Treppe betreten, um Grace ins Bett zu bringen, als Cynthias Stimme an mein Ohr drang.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Terry“, sagte sie.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Normalerweise hätte ich „Bin gleich bei dir“ oder so etwas Ähnliches erwidert und Grace erst einmal nach oben gebracht, doch irgendetwas an ihrem Tonfall klang überaus dringlich.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Weshalb ich einen Moment später die Küche betrat. [/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]Mitten auf dem Küchentisch lag ein schwarzer Männerhut. Ein alter, abgetragener und matt glänzender Filzhut.[/FONT]

    ~~~



    [FONT=Times New Roman, serif]Sie trat auf ihn zu, so nahe wie eben möglich.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Herrgott noch mal“, flüsterte sie, „hörst du mir überhaupt zu? Ich komme extra hier raus, und du machst dir nicht mal die Mühe, die Augen offen zu halten. Als hätte ich wegen dir nicht schon genug durchgemacht! Schlafen kannst du den lieben langen Tag, aber nicht, wenn ich mal ein paar Minuten hier bin.[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Aber eins sag ich dir: So läuft das nicht. Wann Schluss is[/FONT][FONT=Times New Roman, serif]t[/FONT][FONT=Times New Roman, serif] bestimme ich. Und du erfährst es sowieso als Erster, verlass dich drauf.“[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Er murmelte etwas, was kaum zu verstehen war.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Was?“, fragte sie, dann hatte sie verstanden.[/FONT]
    „[FONT=Times New Roman, serif]Ach so, er“, fuhr sie fort. „Er konnte heute nicht kommen.“[/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]~ Ende Kapitel 11 ~[/FONT]


    [FONT=Times New Roman, serif]______________________________[/FONT]



    [FONT=Times New Roman, serif]So, das wars mal wieder... Ich hoffe euch hat es gefallen. Freu mich wie immer auf eure Kommentare :)[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]
    [/FONT]

    [RIGHT][SIZE=3]Und plötzlich weißt du:
    Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen
    und dem Zauber des Anfangs
    zu vertrauen.
    [/SIZE][/RIGHT][RIGHT][SIZE=3][/SIZE][/RIGHT]
    [RIGHT][SIZE=3][SIZE=2]
    Meister Eckhart[/SIZE]

    [/SIZE][/RIGHT]

  • tzäh, was bildet die sich eigentlich ein? geld für die informationen zu verlangen find ich ja total daneben. vielleicht besinnt sie sich ja noch eines besseren (hope so)


    hmmm... ein zeichen, ein hut?


    bin wie immer total gespannt wie es weiter geht!


    ich <3 deine fs krümelchen :applaus


    lg anny

    [SIGPIC][/SIGPIC]

  • ohh wie spannend...
    der hut ist bestimmt dieses zeichen.. aber wenn die hellseherin wirklich informationen hatte´.. wieso hat sie die dann nicht erst erzählt und dann übers geld geredet?
    ich bin ja sehr gespannt was diese letzten sätze zu bedeuten haben..
    freu mich schon auf die nächste FS!!

    [CENTER]
    [SIZE=2]Life is not about waiting for the storm to pass, it´s about learning to dance in the rain
    :megafroi


    [/SIZE][SIZE=2][SIZE=4]LaNostraVita[/SIZE]
    Mein Blog - Gedanken über Gott und die Welt, schöne Erlebnisse, inspirierende
    Zitate, eigene Fotos und meine Vorstellung von Mode und Kosmetik
    [/SIZE]

    [/CENTER]

  • die letzten sätze finde ich interessant: man weiß nicht was die bedeuten, wer sie sagt , und und und...
    ich finde die bilder sehr gut gelungen und geschrieben ist es auch sehr gut..
    allerdings find ich nicht dass die hellseherin wie 40, sondern eher wie 20 aussah^^ aba das ist bei sims nich so moeglich , das kein problem iwie^^
    ehm...
    mach schnell weiter, will wissen wies weiter gääääht ;)


    greez =)

  • Also wirklich diese Hellseherin ... *kopfschüttel* gut das Cynthia ihr falsches Spiel gleich durchschaut hat und gegangen ist .. Denn Spruch der Hellseherin am Ende fand ich allerdings etwas hart ... aber das zeigt ihr wahres gesicht .
    Der Hut ist ja wirklich misteriös ... wenn er wirklich das Zeichen ist das die Hellseherin gesehen hat weiss sie ja vllt doch was .. oder sie steckt mit irgendjemandem unter einer Decke ...
    Deine FS ist super spannend geschrieben. Ich kanns kaum erwarten weiterzu lesen und zu erfahren was es mit diesen Sätzen am Ende des Kapitels auf sich hat ...

    Freu mich schon auf die nächste Fortsetzung
    LG Simsholic192

    Schotty *Käse Flausch* Divya :kuss Aviii :hug hab euch lieb :kuss Sabeunski Manja Fallin' Angel und Kotenok :knuddel