Alkohol

  • Ich weiss nicht,ob all diese Familien,die mit einem Alkoholkranken zusammenleben,auch so viel Verständnis aufbringen und so glücklich sind?


    Da ich mich jetzt einfach mal angesprochen fühle, antworte ich wieder:
    Natürlich ist man als Familienmitglied nicht unbedingt glücklich darüber. Aber wenn man sich mal mit Alkoholismus auseinander setzt, dann weiß man, dass es auch nichts bringt, demjenigen immer wieder Dinge an den Kopf zu schmeißen wie "Du bist ein Versager, du bist so schwach, du hast keinen starken Charakter,..:" Denn genau weil er das weiß, trinkt er.
    Allerdings ist es doch sehr schwer, das gesunde Mittelmaß zwischen Verständnis und Strenge zu finden.


    Der Vergleich mit der "Unfallgefahr Alkoholiker" hinkt gewaltig, die meisten Unfälle werden von Fahranfängern und alten Menschen verursacht.
    Und von Idioten, die nicht kapieren, dass man nach der Disco nicht mehr ins Auto steigen sollte.


    Man muss auch nicht gleich eine größere Menge trinken um Alkoholiker zu werden. Wenn man nicht mehr auf seine tägliche Flasche Bier zum Abendessen verzichten kann, wird das bereits als süchtig gewertet. Soviel dazu.


    Natürlich gibt es genügend Leute, die ohne Alkohol ihre Probleme überwinden, aber die haben dann vlt. Depressionen, sind starke Raucher (Sucht!), Angststörungen, etc.


    Außerdem wollte ich mit meinen Beiträgen keinesfalls Gewalt entschuldigen (und es ist ein Unterschied, ob man von "alkoholisierten Männern" oder "Alkoholikern" redet. Außerdem, provokant gesagt, zeugt es bei einer Frau auch von "charakterlicher Schwäche", wenn sie sich und ihre Kinder verschlagen lässt. Damit man mich nicht falsch versteht: Ich bin keinesfalls dieser Meinung und habe das jetzt nur so spitz überzogen formuliert, damit manchen vielleicht mal klar wird, mit welcher Einstellung gegenüber scheinbar schwächeren Menschen sie eigentlich durch die Welt gehen).


    Ich hätte es nie gedacht, aber mich wundert wirklich gerade nicht mehr, warum sich Drogenabhängige oder Alkoholiker oder psychisch gestörte Menschen vor der Gesellschaft fürchten und immer weiter in ihrem Sumpf versinken. Dieses Unwissen und diese Intoleranz sind echt... unglaublich.


    So... und wer sich noch informieren möchte:
    Alkoholismus-Hilfe

  • Wenn alkoholisierte Männer ihre Frauen und Kinder durchprügeln,alles kurz und klein schlagen etc.


    Das ist nicht der Alkohol.
    Er bringt nur das schleche hervor. Aber er ist nicht der Schuldige. Schlechte Menschen bleiben schlecht, egal ob nüchtern oder besoffen. Der Alkohol ist nur eine gefällige Ausrede dafür, daß in manchen umnebelten Augenblicken die Wahrheit zutage tritt.

  • Da kannst du recht haben,es gibt auch Alkoholiker,die nicht aggressiv werden,aber die sind eher in der Minderzahl denk ich.Aber es armen Frauen und Kindern als Charakterschwäche anzurechnen,wenn sie sich schlagen lassen,da fehlen mir glatt die Worte.Sie haben in der Regel keine Kraft sich zur Wehr zu setzen, ansonsten bräuchten wir auch keine Frauenhäuser.

    Einmal editiert, zuletzt von Siola ()

  • Sei mir nicht böse, aber ich habs glaub wirklich deutlich genug geschrieben:

    Zitat von Däumelinchen

    Damit man mich nicht falsch versteht: Ich bin keinesfalls dieser Meinung und habe das jetzt nur so spitz überzogen formuliert, damit manchen vielleicht mal klar wird, mit welcher Einstellung gegenüber scheinbar schwächeren Menschen sie eigentlich durch die Welt gehen

  • Danke Däumelinchen, du nimmst mir sehr vieles vorweg und hast das auch alles wunderbar formuliert! Ich finde es unglaublich mit welch Überheblichkeit hier über "schwache" Menschen geurteilt wird (wobei ich die Existenz "starker" Menschen, die viel zu "klug" für psychische Probleme jeder Art sind, ohnehin in Frage stelle).


    Nur eine Kleinigkeit meinerseits: Süchte kommen schleichend ("Ach was, ich trink ja nur mein Abendbierli zur Entspannung, ich krieg ja mein Leben noch auf die Reihe, eiiigentlich brauch ichs ja nicht, aber es ist eben ein Genuss, den ich mir nach einem stressigen Tag in der Arbeit gönne, und überhaupt, die Franzosen trinken auch ein Glaserl Wein zum Abendessen, willst du sie jetzt etwa alle als Alkoholiker bezeichnen?!"), und auch für Nahestehende ist es manchmal recht schwierig zu urteilen, ob das im grade noch annehmbaren Bereich ist - wie gesagt, das Glaserl Wein am Abend ist nicht unbedingt ein Indikator für eine Abhängigkeit und zu Beginn ist man ja auch noch geneigt, der betreffenden Person das eiiigentlich zu glauben. Und selbst wenn die Anzeichen unübersehbar sind und so ziemlich alle Freunde und Verwandten anfangen, den Betroffenen darauf anzusprechen, so ist er/sie, solang er/sie nun wirklich nicht jeden Abend stockbesoffen zu Hause oder in irgendeiner Bar lungert, sich der Abnormalität seines Verhaltens einfach nicht bewusst - nicht umsonst sind auch so ziemlich jedem Kettenraucher bekannt "die immer aufhören könnten, wenn sie denn wollen würden". Das hat absolut gar nichts mit Dummheit zu tun, sondern der suchttypischen (!) Verleumdung, denn man will sich ja (unbewusst) nicht die eingestehen, versagt zu haben, schwach zu sein, sich von etwas anderem kontrollieren lassen. Erst recht nicht, wenn es in unserer Gesellschaft, in der jeder zu funktionieren hat, absolut inakzeptabel ist (Ich weiß, Däumi hat das schon ungefähr 48377432 Mal geschrieben. Aber es ist ein feiner Schlusssatz)

    [FONT="Palatino Linotype"]When I noticed for Jared Leto
    I felt sad for 30 seconds
    Oh when I noticed for Josh Hartnett
    I prayed for 40 nights[/FONT]-------[FONT="Franklin Gothic Medium"]ILOVETHETEENAGERS![/FONT]

    Einmal editiert, zuletzt von snus ()

  • Nun ich habe halt nicht allzuviel Verständnis für Suchten aller Art,da bei Suchtkranken fast immer ihre Mitmenschen mitleiden.Ich kenne jemand im Bekanntenkreis,der erst wegen Alkohol seine Arbeit verlor und seinen Führerschein,dann verließen ihn Frau und Kinder, weil sie es nich tmehr aushielten und der Bruder mit Familie zog dann auch noch aus dem gemeinsamen Haus aus.Jetzt hat er auch noch das Haus verloren.Ganzes Leben kaputt und er wollte niemals Hilfe annehmen, zu einer Beratung gehen, einen Entzug machen.Für mich ist Alkohol neben Drogen die schlimmste Sucht.

  • 1. ob ihr Alkohol trinkt
    eigentlich nur selten ich mag keinen alk außer es ist so richtig süß


    2. in welchen Mengen
    püh ne dose bier? mal zwei dann hab ich keinen bock mehr xD


    3. wann ihr zum ersten mal getrunken (nicht genippt!) habt
    14 (auf meiner konfirmation xD)


    4. wann ihr das erste Mal betrunken gewesen seid (falls ihr's schon mal wart)
    nur angetrunken wenn überhaupt *stolz ist*



    5. ob eure Eltern davon wissen/wussten
    beim ersten mal haben sie es erst nachher erfahren und sonst muss ich denen das nicht sagen ich trink ja nicht viel und meine eltern vertrauen mir da!

    [center]
    ╔════════════════╗
    [SIZE=5]Candy ♥ Holic[/SIZE]
    ╚════════════════╝

    [/center]

  • Wo ihr da grad schon beim Thema seid:


    Mein Vater ist trockener Alkoholiker. Seit ca 10 Jahren ist er "clean" und rührt kaum mehr einen Tropfen Alkohol an. Jedoch haben wir hier zuhause nie was zu trinken rumstehen, aus Angst, er könnte doch wieder in Versuchung kommen.
    Mein Vater hat, bevor er meine Mutter kennengelernt hat, wahnsinnig viel getrunken - dann hat sie ihn vor die Wahl gestellt: Entweder der Alkohol oder ich. Klug, wie mein Papa ist, hat er sich natürlich für meine Mutter entschieden. ;) Alles lief relativ gut, bis mein Bruder schließlich gestorben ist. Da mein Vater sowieso ein sehr sensibler Mensch ist, hat er das nicht verkraftet und griff regelmäßig an seinem Geburts - und Todestag zur Flasche. Für mich war das damals sehr schlimm, ich glaub, es gibt wohl nichts schlimmeres für ein Kind, wenn der Vater besoffen im Türrahmen sitzt und die beste Freundin einen nur mit ängstlichen Augen anguckt.


    Von daher muss man sowas immer von beiden Seiten sehen. Natürlich war diese Zeit sehr schwierig für uns (und besonders für meine Mutter).. mein Vater hatte aber auch eine schwere Kindheit, wurde immer im Stich gelassen usw.
    Bevor man diese Leute also kritisiert, sollte man auch mal die Hintergründe des jeweiligen Verhaltens beleuchten.. Menschen werden nie einfach so zu Alkoholikern.

    [center] I can't do the talks, like the talk on the TV
    And I can't do a love song, like the way it's meant to be.
    I can't do everything, but I'll do anything for you,
    I can't do anything, except be in love with you![/center]

  • Nun ich habe halt nicht allzuviel Verständnis für Suchten aller Art,da bei Suchtkranken fast immer ihre Mitmenschen mitleiden.


    Na, das nenn ich mal Egoismus.
    Ich glaube es gibt viel schlimmere, geplante und gewollte, hinterhältige Dinge, die man seinen Mitmenschen antun kann, als an einer Sucht zu erkranken.


    Der Betroffene ist sich seiner "Schuld" ja bewusst, dass er alle belastet, deshalb wieder der Teufelskreis aus Alkohol-Versager-Alkohol-Versager-...


    Und wie ich schon 100 mal sagte und Backblech jetzt auch nochmal so schön formuliert hat: Man wird nicht einfach süchtig. Im schlimmsten Falle sind ja sogar die "armen Mitmenschen, die sooo stark belastet werden" beteiligt. Egal ob das Eltern oder andere Verwandte sind, jeder trägt irgendwo zu einem Menschen und dessen Charakter etwas bei. Und wenns ganz schlecht läuft, schlägt sich das eben in psychischen Erkrankungen nieder.


    Zitat von snus

    (wobei ich die Existenz "starker" Menschen, die viel zu "klug" für psychische Probleme jeder Art sind, ohnehin in Frage stelle)


    Das sind für mich keine Menschen sondern Maschinen. Allerdings bezweifle ich, dass es solche Menschen gibt, denn die meisten von denen, die sich so souverän, perfekt und unnahbar geben, haben viel größere Probleme als die anderen "schwachen" Menschen und versuchen diese nur zu vertuschen.

    Einmal editiert, zuletzt von Däumelinchen ()

  • Puh, wo fange ich mal an?
    Also erstmal finde ich es heftig, wie sich hier einige an einer "Kleinigkeit" so aufhängen können. Meine Güte, Meinungen sind verschieden, oder?


    Zitat

    Leute als arm zu bezeichnen, weil sie keinen starken Charakter haben, empfinde ich als Beleidigung.
    Du weißt doch nicht, was manche Alkoholiker schon erlebt haben, was sie so gebrochen hat, dass sie sich nicht anders zu helfen wissen.


    Ich frage mich gerade, ob du alle Leute, die irgendwelche "hausgemachten" Krankheiten wie Depressionen, Alkoholsucht, Magersucht, etc. haben, verachtest, nur weil sie angeblich(!) keinen starken Charakter haben.
    Dann würde ich an deiner Stelle einfach mal hoffen, dass ich nie in eine Situation komme in der ich merke, dass es doch driftige Gründe gibt, dass mein Charakter vielleicht auch zu schwach ist, um bestimmte Aufgaben zu bewältigen oder Schicksalsschläge zu verkraften.


    Nun gut. Was ich nicht verstehe, ist, wieso es eine Beleidigung sein soll, Leute mit schwachem Charakter als arm zu bezeichnen. Sind sie das nicht? Ich finde es bemitleidenswert, wenn man sich bei Problemen verschiedener Art nicht anders zu Helfen weiß, als zu trinken, Drogen zu nehmen, magersüchtig zu werden oder was auch immer. Ist es nunmal auch einfach, das heißt aber nicht, dass ich solche Leute VERACHTE. WANN bitte habe ich DAS erwähnt? So eine Unsterstellung finde ich dann beleidigend. Und glaub(t) mir, ich habe durchaus schon genug "schlimme Dinge" erlebt, aber ich habe sie alle verarbeitet und ich denke auch gut. Wegen einer Sache war ich bei einer Beratungsstelle und habe dort mehrere Gespräche mitgemacht, was mir sehr geholfen hat. Andere Dinge haben eben einfach Zeit gebraucht aber mir wäre es nie in den Kopf gekommen, mich jetzt zu betrinken oder anderweitig solche Sachen vergessen zu lassen.
    Womit du aber wohl Recht hast ist die Sache mit der Gesellschaft, denn sich seinen Problemen stellen (was heißt zum Psychiater zu gehen oder sogar in die Psychiatrie oder eine Entzugsklinik o.ä.) bedeutet leider immernoch den Ausschluss aus eben dieser. Allerdings ist das KEINESFALLS meine Meinung, dass es schwach ist, dann etwas dagegen zu tun, und das habe ich auch mit keinemm Wort erwähnt oder angedeutet. Ganz im Gegenteil. Ich finde, dieser Schritt zeugt eher davon, dass es irgendwo "klick" gemacht hat, von einem stärker werdenden Menschen. Das ist genau das, was man tun kann.


    Klar sehe ich übrigens auch, dass es für betroffene schwieirig ist wieder aus dieser Sucht heraus zu kommen, wenn man erstmal hinein geraten ist. Ich habe durchaus Mitleid für solche Leute und kann wirklich verstehen, dass man es dann auch nicht mehr einsieht und dass es dann sehr sehr schwer ist, die helfenden Schritte einzuleiten. ch kritisiere es ja lediglich, dass man es überhaupt soweit kommen lässt.


    Klar ist mir auch, dass der Hintergrund von einigen Menschen sehr schlimm und schwierig ist und sie deshalb anfällig dafür macht, z.B. zum Alkohol zu greifen, dennoch ist das keine Ausrede oder Entschuldigung. Es gibt genug Leute die es besser machen (und es IST definitiv besser, seine Probleme anders zu lösen).


    Ich kenne es ja selbst am Beispiel einer Freundin. Sie ist zwar weder Suchtkrank oder sowas aber hat ähnliche (meiner Meinung nach sehr schwerwiegende) psychische Probleme. Aber ich kann nicht mehr tun, als ihr eine helfende Hand zu reichen, ihr Nummern von Beratungsstellen, Psychiatern geben, ihr anbieten, mit ihr hinzugehen, ihr Ratschläge geben,... die sie am Ende dann doch nicht befolgt und damit meine Hilfe nicht annimmt. Und DAS verstehe ich nicht, dann tut es mir leid, dafür habe ich dann wirklich kein Verständnis mehr, denn mehr kann ich nicht tun. Ähnlich wäre es wohl bei einem Alkoholiker, der dann wirklich sein Hirn nicht einschalten kann, um es endlich einzusehen. (Bei deinem Vater, Backblech, hat es ja zum Glück geklappt. Das finde ich sehr stark, auch von deiner ganzen Familie, dass ihr das durchgehalten habt.)


    Mehr fällt mir jetzt gerade auch nicht mehr ein.

    off

  • Also erstmals gibt es einen riesen Unterschied ob jemand trinkt, weil er unter depressiven Verstimmungen leidet oder die Sucht eben schleichend kam. Viele denken fälschlicherweise, dass man süchtig wird, wenn man aus Kummer trinkt. Ich kenne viele (mich eingeschlossen), die dazu tendieren, bei Kummer erstmal zu saufen, und dennoch weit entfernt sind, Alkoholiker zu sein. Die meisten Alkoholiker fangne aus Langweile an, oder weil sie den Genuss darin entedecken, dass Alkohol die Stimmung hebt und alles "lustiger" wird. Später erst, wenn sich die Sucht schon etabliert, trinkt man dann AUCH aus Kummer, weil man die stimmungshebende Nebenwirkung alkoholischer Getränke schon in anderen Kontexten erlebt hat. Allerdings ist es dann immer öfter so, dass die Stimmung mit dem Alkoholpegel sinkt, durch Steigerung eben dessen dann aber wieder gehoben werden kann - und somit beginnt der Teufelskreis.
    ALSO besteht schon ein tendenzielles Suchtverhalten, wenn man aus Frust säuft, wer allerdings sonst eher selten oder eben in "normalen" Verhältnissen trinkt, und dann bspw bei der Trennung vom Partner erstmal zur Flasche greift, ist dann nicht schon Alkoholiker. Dieses Bild wird allerdings gerne von den Medien gezeigt, und dadurch entsteht der Eindruck, Alkoholiker seien arme Würstchen, denn sie können sich ja nicht anders gegen Probleme wehren.
    Versteht ihr, was ich sagen will?
    Die Alkoholiker, die ich kenne, waren süchtig, ehe sie aus Kummer tranken. Nicht umgekehrt.


    Dann kann man Magersucht auch nicht mit Alkohol- oder Drogenabhängigkeit gleichsetzen, denn die wird tatsächlich durch den expliziten Wunsch, dadurch abzunehmen und das "Wunschgewicht" zu erreichen, initiiert. Also, großer Unterschied. Daher verstehe ich mehr die Sichtweise eines Junkies und eines Alkis, als die einer Anorexikerin. Ich kann nämlich wirklich keines Weges nachvollziehen, wie man sich bewusst in eine Sucht manövrieren kann. Gleichsetzen kann ich Alkoholismus nur in dem Fall mit Anorexie, wenn ich (meist) Jugendliche sehe, die rumprahlen, dass sie sich nun "tagelang die Birne weichsaufen" wollen. Das kommt der bewussten Provokation nämlich schon näher. Und damit habe ich ein großes Problem, da hört dann auch mein Mitleid auf, wenn solche Leute dann mit einer akkuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus leigen - und dies tun sie ja leider auch nur im "Glücksfall".


    Aber um zu, Verständnisproblem zurückzukommen: Bücher wie "Junk" von Burgess beschreiben sehr gut, wie sich eine Sucht wie Alkoholismus entwickelt, und illustrieren, was ich eben behauptet habe, sehr realitätsgetreu.

    [CENTER][SIZE="1"][COLOR="#a0522d"]life is what happens when you're busy making other plans.[/COLOR][/SIZE][/CENTER]

  • Zitat von Choflocke

    Nun gut. Was ich nicht verstehe, ist, wieso es eine Beleidigung sein soll, Leute mit schwachem Charakter als arm zu bezeichnen. Sind sie das nicht? Ich finde es bemitleidenswert, wenn man sich bei Problemen verschiedener Art nicht anders zu Helfen weiß, als zu trinken, Drogen zu nehmen, magersüchtig zu werden oder was auch immer. Ist es nunmal auch einfach, das heißt aber nicht, dass ich solche Leute VERACHTE.


    Du hast, soweit ich mich recht entsinne, "armselig" geschrieben und ich empfinde das als abwertenden Begriff, deshalb meinerseits das Wort "verachten". (wenn man nach Synonymen für armselig sucht, findet man unter anderem nämlich auch folgende Worte: erbärmlich, schwach, gering, minderwertig..)


    Natürlich ist es irgendwo bemitleidenswert, aber ist es nicht viel viel trauriger, dass es in unserer toleranten, aufgeklärten und weltoffenen Gesellschaft für so viele Menschen keine einzige Chance zu geben scheint, sich zu helfen oder sich helfen zu lassen, außer in Süchte und Krankheiten abzudriften? DAS ist für mich armselig.



    Zitat von Choflocke

    Sie ist zwar weder Suchtkrank oder sowas aber hat ähnliche (meiner Meinung nach sehr schwerwiegende) psychische Probleme. Aber ich kann nicht mehr tun, als ihr eine helfende Hand zu reichen, ihr Nummern von Beratungsstellen, Psychiatern geben, ihr anbieten, mit ihr hinzugehen, ihr Ratschläge geben,... die sie am Ende dann doch nicht befolgt und damit meine Hilfe nicht annimmt.


    Und genau darin zeigt sich ja das krankhafte Verhalten. Jeder andere Mensch würde sein Problem erkennen und sich Hilfe holen (so wie man bei einer starken Grippe oder mit einem gebrochenen Bein zum Arzt geht).
    Ein Alkoholiker sieht aber gar nicht sein Problem, denn "er könnte ja auch gut ohne Alkohol leben." (so wie die Kettenraucher, wurde oben ja bereits angesprochen) Manchen hilft dann die Resignation und der Ausschluss aus der Familie, manchen auch nicht.


    Zitat von Fast Forward

    Dann kann man Magersucht auch nicht mit Alkohol- oder Drogenabhängigkeit gleichsetzen, denn die wird tatsächlich durch den expliziten Wunsch, dadurch abzunehmen und das "Wunschgewicht" zu erreichen, initiiert.


    Das kann ich so nicht unterschreiben. Ich kenne ein paar Magersüchtige (auch ein Junge), die nicht wegen einer "Wunschfigur" abgenommen haben und so in die Magersucht gestürzt sind. Da waren sehr sehr viel stärkere Probleme in der Familie die Auslöser für diese, meiner Meinung nach sehr komplexe, Krankheit. Und selbst als der Wille zu essen wieder da war, ging es nicht, denn die Blockade lag in diesen Fällen nicht beim Grundgedanken "Ich esse, also werde ich dick".
    Aber häufiger ist natürlich die Variante "Ich muss so dünn sein wie möglich."
    Ich habe mich vlt. blöd ausgedrückt, wollte Magersucht und Bulimie nicht mit Alkoholismus gleichsetzen, sondern mir fielen diese beiden einfach ein im Bezug auf Krankheiten, die die Gesellschaft meistens nicht versteht, frei nach dem Motto "Andere verhungern, bei uns gibt's genug, aber man hungert sich freiwillig fast zu Tode. Das ist Dummheit."
    Also Krankheiten, bei denen Außenstehende oder manchmal leider auch die Familie nicht die Komplexität der Sache verstehen und nur die oberflächlichen, schwer verstehbaren, Reaktionen sehen und bewerten.

    Einmal editiert, zuletzt von Däumelinchen ()

  • Klar kann das sich mit der Magersucht so verhalten, aber das ist trotzdem ein anderer "Beweggrund" (mir fällt kein treffenderes Wort ein), denn Nahrungsverweigerung ist ein so unnatürlicher Prozess, dass er nur bewusst sein kann. Oder täusche ich mich da? Ich meine, klar kann man mal aufgrund von Launen appetitslos sein, aber irgendwann kommt dann doch der Hunger und man isst, nur um nicht mehr hungrig zu sein. Wenn man es sich dann noch verweigert, ist es ja bewusst. Wenn man dann irgendwann auf dem Punkt ist, wo man nicht essen kann, ist man ja auch schon krank. Aber ich meinte eben den Auslöser der Krankheit, dass der hier bewusst ist, bei Alkoholismus aber eher nicht :)

    [CENTER][SIZE="1"][COLOR="#a0522d"]life is what happens when you're busy making other plans.[/COLOR][/SIZE][/CENTER]

  • Ich kann mich insgesamt Fast Forwards und Däumelinchens Sicht und Argumenten anschließen.
    Es ist natürlich eure Meinung, diese Menschen als arm zu bezeichnen oder zu sagen, sie hätten einen schwachen Charakter und selbst dafür verantwortlich, wie sie mit Problemen in ihrer Umwelt umgehen - hierbei sollte aber bedacht werden, dass der Umgang und die Verarbeitung von Problemen erlernt werden muss (Erziehung, Elternhaus!) oder sogar teilweise genetisch in der Persönlichkeitsstruktur selbst verankert liegt - nun sollte man sich überlegen, ob diese charakterschwachen, armen Menschen wirklich einfach nur einen Schalter umlegen und ihre Probleme so verarbeiten können wie ihr.


    Azrael

    [center][SIZE=2]
    Though it's been a while now,
    I can still feel so much pain,
    like a knife that cuts you.


    The wound heals,
    but the scar, that scar remains
    [/SIZE][/center]

  • Ja das stimmt, sowohl das Erzieherische sowie das Genetische... Auch wenn letzteres nciht einwandfrei bewiesen werden konnte, so kann ich das nur erfahrungsgemäß unterschreiben. Ich bin beispielsweise anfällig für Depressionen, ohne dafür wirklich einen erfahrungsbasierenden Grund zu haben - es wurde mir leider von seiten meiner Großmutter väterlicherseits vererbt - und diese Frau habe ich nie gekannt! Dennoch spielt Erziehung, und überhaupt der Einfluss der Aussenwelt eine sehr starke Rolle beim Umgang mit Problemen. Wobei es dann nicht unbedingt zu einer Assimilation kommen muss - manche reagieren mit Ablehnen des vorgelebten Verhaltens und handeln daher ganz anders als ihre Bekannten :)
    (Ohweh, studieren tut mir nicht gut, wie ich mich wieder ausdrücke... Nach den Examen nächste Woche bin ich wieder normal!)

    [CENTER][SIZE="1"][COLOR="#a0522d"]life is what happens when you're busy making other plans.[/COLOR][/SIZE][/CENTER]

  • Sicherlich kann man nicht sagen, dass der Mensch definitiv so und so wird, weil er dies und jenes erlebt hat oder diese Erziehung genossen hat oder der Urururgroßvater auch so ein Problem hatte - das liegt auf der Hand. Ich wollte nur aufzeigen, dass der Mensch nicht so frei in seinen Handlungen ist, wie hier von manchen dargestellt.


    Und ja, studieren tut nicht gut :D


    Azrael

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    Though it's been a while now,
    I can still feel so much pain,
    like a knife that cuts you.


    The wound heals,
    but the scar, that scar remains
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  • Hallo alle zusammen!
    Mit diesem Thread wage ich mich zugegebenermassen an ein heikles Thema heran.
    Denn Alkohol ist zweifellos eine Droge, allerdings eine legale Droge, welche in fast allen Ländern der Welt problemlos zugänglich ist. Ich habe diesen Thread eröffnet um Erfahrungen auszutauschen, zu kritisieren und zu diskutieren.
    Beispielsweise, wann findet ihr die ersten Versuche okay? Wie viel ist genug, wie viel ist zu viel? Sollte Alkohol generell verboten werden oder das Mindestalter hinuntergesetzt? Wann ist man süchtig? Wenn man sich jedes Wochenende betrinkt oder erst wenn man täglich seinen Alkohol braucht? Was hattet ihr schon für negative Erfahrungen damit, mitangesehen müssen oder selbst erlebt? Und vor allem; Wann hattet IHR eure ersten Erfahrungen bzw. wart ihr vllt sogar schonmal betrunken, bereut ihr es oder möchtet ihr die Erfahrung nicht missen? Und wie häufig trinkt iht ihn überhaupt?
    Schreibt euch einfach alles von der Seele, was euch zu diesem Thema einfällt bzw beschäftigt!
    Ich freue mich auf interessante Berichte und spannende Diskussionen!
    Mit lieben Grüssen, Nicci.

    [INDENT][INDENT][INDENT][h=3]Nimm ein Kind bei der Hand
    und lass dich von ihm führen.
    Betrachte die Steine, die es aufhebt
    und höre zu, was es dir erzählt.
    Zur Belohnung zeigt es dir eine Welt,
    die du längst vergessen hast.
    [/h][/INDENT]
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  • So ein Mist, ich habe die SuFu benutzt!
    Danke (:

    [INDENT][INDENT][INDENT][h=3]Nimm ein Kind bei der Hand
    und lass dich von ihm führen.
    Betrachte die Steine, die es aufhebt
    und höre zu, was es dir erzählt.
    Zur Belohnung zeigt es dir eine Welt,
    die du längst vergessen hast.
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  • 1. ob ihr Alkohol trinkt
    Ja
    2. in welchen Mengen

    Hmm, also wenn genug da ist trinke ich schon gerne soviel, dass ich auch was merke. ><
    3. wann ihr zum ersten mal getrunken (nicht genippt!) habt
    Mit 13, als ich ein WE sturmfrei hatte, einen Panasch mit einer Freundin.:D Fans aber nicht so berauschend, weil ich kein Bier mag.
    4. wann ihr das erste Mal betrunken gewesen seid (falls ihr's schon mal wart)
    Mit 14. Den Abend werde ich niemals vergessen. Wenn ich jetzt so zurückdenke, kanns schon sein, dass ich kurz vor einer Alkoholvergiftung stand. Ich habe abgekotzt und konnte keinen einzigen Schritt mehr gehen, bzw auf dem Weg zum Balkon hat mein Kreislauf schlapp gemacht, meine Beine haben nachgegeben, aber ich war noch bei Bewustsein, Gott sei Dank.^^ Und es hat sich alles, alles gedreht.
    Das komische ist aber, dass ich direkt besoffen war, also nicht erst angetrunken, sondern direkt, mir gings die ganze Nacht über gut und dann auf einen Schlag wurde mir speiübel und den Rest könnt ihr ja oben lesen.^^ Wenn ich jetzt so drüber nachdenke ist es irgendwie schon wahnsinn, mit 14 und dann gleich SO.
    Es war aber auch nicht so, dass ich "versehentlich zu viel getrunken hatte", nein da habe ich es ganz bewusst drauf angelegt. Dazu kam es, als ich einmal mit meinem älteren Bruder (damals 16) übers besoffen-sein geredet habe, ich wars noch nie gewesen, er schon und er hat davon geschwärmt, wie toll es ist und blabla. Da bin ich halt neugieirg geworden.:D Ich bin aber nicht jemand dem Erzählungen reichen, nein, ich muss es immer selbst ausprobieren, also hab eich es getan, ja, aus purer Neugierde. Das war aber gottseidank nicht in der Öffentlichkeit. Finde ich schlimm, wenn die halbe Nachbarschaft mitbekommt wenn man voll ist, nein, bei meinem "Absturz" waren nur zwei meiner besten Freundinnen dabei, bzw die eine hat schon gepennt, als es losging mit mir und die waren auch beide nicht besoffen/anketrunken.
    Ja, das war ein schlimmer Abend, aber da konnte ich mich selbst auch noch überhaupt nicht einschätzen. Ich bereue es allerdings nicht, es ist eine Erfahrung die ich nicht missen möchte. Und meine Lektion habe ich auch gelertn, seit diesem Abend vor knapp einem Jahr war ich nie wieder so besoffen. xD
    5. ob eure Eltern davon wissen/wussten
    Meine Mum hats vor kurzem erfahren.
    6. was sie davon halten.
    Sie macht sich nun ziemliche Sorgen.^^
    Ich bin halt vom Charakter her ziemlich draufgängerisch, furchtlos und vor allem sehr neugierig und sie hat nun Angst, dass ich meine Grenzen nicht mehr kenne, es übertreibe, zum Absturz werde usw. Nun überlegt sie sich, ob sie strenger sein soll, dass ich nicht mehr so viel weggehen darf etc. was ich wiederum totaaaaaaaaal scheisse finde, aber nun ja. Ich bin halt gerade in einer "Partyphase" und experimentiere viel rum. ich seh auch nicht, wo das Problem liegt. Ich bin jung und habe meinen Spass, ja und? Jeder probiert doch mal ein bisschen aus, einige mit 23, einige eben mit 15. Und ich bin auch nicht jedes WE betrunken, überhaupt nicht!
    Ich kenen auch Leute die ein, zwei Jahre richtig, RICHTIG viel gesoffen haben und dann irgendwann wieder aufgehört und heute nur noch ab und zu Bier trinken. Ich sage ja, Partyphase, die geht auch wieder vorbei. Häufig wird es so dargestellt, dass das ganze leben im A*sch währe, nur weil man es in seiner Jugend hat krachen lassen. Das stimmt einfach nicht.
    Kurz gesagt: Angeheitert sein ist lustig, richtig besoffen wiederrum ****.
    Mlg, Nicci.

    [INDENT][INDENT][INDENT][h=3]Nimm ein Kind bei der Hand
    und lass dich von ihm führen.
    Betrachte die Steine, die es aufhebt
    und höre zu, was es dir erzählt.
    Zur Belohnung zeigt es dir eine Welt,
    die du längst vergessen hast.
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